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Neue Pfarrerin lässt Talar am liebsten beiseite

Am 1. August tritt Lina Kohring ihre Stelle in Löningen an. Die junge Mutter möchte Kind und Kirche unter einen Hut bringen. Alles allein entscheiden will sie dagegen nicht.

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Drei, die sich einig sind: Die neue Pfarrerin der Trinitatis-Kirchengemeinde, Lina Kohring, ist mit Ehemann Markus und Tochter Leentje nach Löningen gezogen. Foto: Meyer

Drei, die sich einig sind: Die neue Pfarrerin der Trinitatis-Kirchengemeinde, Lina Kohring, ist mit Ehemann Markus und Tochter Leentje nach Löningen gezogen. Foto: Meyer

Die evangelisch-lutherische Trinitatis-Kirchengemeinde Löningen hat in Kürze eine neue Pfarrerin. Lina Kohring tritt am 1. August die Nachfolge von Martina Wittkowski an. Die 32-Jährige kommt aber nicht allein, sondern bringt ihren Ehemann und das gemeinsame Töchterchen Leentje mit an die Haselünner Straße.

Die kleine Familie hat das Pfarrhaus bereits bezogen und damit begonnen, die neue Heimat zu erkunden. "Ich kannte Löningen vorher nicht, finde den Ort aber sehr hübsch", sagt Kohring, die in Osnabrück aufgewachsen ist. Nach dem Abitur nahm sie in Oldenburg ein Lehramtsstudium auf, merkte aber bald, dass der Lehrberuf doch nicht das Richtige für sie sein würde. Nachdem sie ihre Masterprüfungen in den Fächern Deutsch und Religion abgelegt hatte, schob sie noch den Fachmaster "Ökumenische Religion" hinterher, lernte fleißig Hebräisch und Altgriechisch und erwarb sich schließlich alle nötigen Qualifikationen für den Vorbereitungsdienst zur Pfarrerin. Ihr Gemeindevikariat absolvierte Kohring in Wiefelstede. Der Prüfungsmarathon endete mit dem theologischen Examen. Danach legte die junge Mutter erst einmal 1 Jahr Elternzeit ein.

Löningen ist ihre erste eigene Pfarrstelle. Sie wird sie zunächst für 3 Jahre leiten. Danach könnte sie theoretisch wechseln. Ihr Plan ist das aber nicht. "Ich hoffe, dass wir hier mindestens 10 Jahre bleiben werden." Das hänge aber auch davon ab, wie sie von der Gemeinde aufgenommen werde. Der erste Eindruck war schon einmal vielversprechend. "Die Menschen, die wir bisher kennengelernt haben, sind sehr offen und freundlich." Beim Spaziergang an der Hase werde man außerdem noch mit "Moin" begrüßt – das gefällt Kohring besonders. Eine Einladung zum Schützenfest hat sie auch schon erhalten. Vor ihrem offiziellen Amtsantritt wolle sie aber noch etwas im Hintergrund bleiben, sagt sie. "Ich habe unheimlich Lust auf Löningen, möchte aber erst einmal hier ankommen."

Ehemann Markus ist als Diakon in der kirchlichen Jugendarbeit tätig. Gemeinsam kümmert sich das Paar um die fast 2-jährige Tochter. Leentje erobert sich gerade ihr neues Zuhause. "Für sie wird es ganz normal sein, zwischen Kirchturm und Gemeindehaus aufzuwachsen", sagt ihre Mutter. Demnächst besucht die Kleine auch die Kinderkrippe St. Vitus.

Ehrenamtliche erhalten Gemeindeleben

In Löningen findet die neue Seelsorgerin eine Gemeinde mit rund 2600 Mitgliedern vor, die sich nach den Wirren der Pandemie und dem Weggang von Martina Wittkowski erst einmal neu sortieren musste. "Ich bin so beeindruckt davon, was hier in den vergangenen Monaten ehrenamtlich geleistet wurde", lobt Lina Kohring. Namentlich nennt sie die Kirchenratsvorsitzende Nicole Purk und Predigtlektorin Rebecca Schiffkowski, die gemeinsam mit anderen das Gemeindeleben in Gang gehalten hätten. Auf Menschen wie sie würde es weiterhin ankommen, denn in der Rolle der Alleinentscheiderin sieht sich die Theologin künftig nicht: "Das kann ich ja auch gar nicht". Ihren Talar trägt sie während der Gottesdienste auch nur ungern: "Er entfernt mich ein bisschen von der Gemeinde." Die Tradition achtet sie aber trotzdem.

Am 14. August (Sonntag) wird die Pastorin während des Gottesdienstes in der Gemeinde begrüßt. Einen Monat später steht schon ein erster Höhepunkt an. Die Trinitatis-Gemeinde feiert am 11. September ihr 125-jähriges Bestehen. Am Abend davor findet ein Jubiläumskonzert in der Kirche statt. Auch bischöflicher Besuch hat sich angekündigt. Die Mitglieder und ihre Gäste erwartet ein buntes Treiben. Lina Kohring freut sich schon darauf. Und Leentje erst recht.

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