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Neue OP-Methode soll Hüft-Patienten schneller auf die Beine helfen

Patient Alfons Brengelmann hat ein neues Hüftgelenk im St.-Josefs-Hospital erhalten. Die Muskelablösung war allerdings für den Eingriff nicht mehr nötig.

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So geht's: Alfons Brengelmann (Mitte) hat ein künstliches Hüftgelenk bekommen. Darüber spricht er mit Leitendem Oberarzt Tareq Soumma (links) und Oberarzt Ahmed Elmenshawy. Foto: Meier

So geht's: Alfons Brengelmann (Mitte) hat ein künstliches Hüftgelenk bekommen. Darüber spricht er mit Leitendem Oberarzt Tareq Soumma (links) und Oberarzt Ahmed Elmenshawy. Foto: Meier

In der linken Hüfte kam zu der Arthrose auch eine große Beinlängendifferenz. Eine eher seltene Diagnose. Brengelmann fragte seinen Hausarzt, welche Klinik für einen Vorfall dieser Art am besten geeignet sei. Die Antwort: das St.-Josefs-Hospital Cloppenburg, wie aus einer Mitteilung der Klinik hervorgeht.

„Das war genau die richtige Entscheidung“, sagt der Essener: Das neue Verfahren mit dem Namen „Amis“ sei sehr schonend gewesen, er habe keinerlei Schmerzen gehabt. Und er habe schon direkt am Tag nach der Operation wieder aufstehen können.

Brengelmann könne nun ohne Einschränkungen leben

Er könne nun ohne Einschränkungen leben, das sei ein tolles Gefühl. Vor allem die Gartenarbeit mache wieder Freude. Die Atmosphäre im Cloppenburger Krankenhaus mit dem Team aus Ärzten und Pflegenden habe ihm gut gefallen. Die Behandlung habe ihm sogar so sehr zugesagt, dass er jetzt bereits einen Termin für die andere Hüfte habe.

„Amis“ stehe für „Anterior Minimally Invasive Surgery“, erklärt der Leitende Oberarzt Tareq Soumma. Es beschreibe den muskel- und gewebeschonenden Zugangsweg zum Hüftgelenk von vorne: „Ein anatomisch logischer und sehr schonender Weg“. Der Patient liege dabei in Rückenlage. Über einen kleinen Schnitt an der Oberschenkelvorderseite werde die Hüftprothese eingesetzt.

Soumma etabliert diesen Zugang nun im Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung des St.-Josefs-Hospitals und führt die operative Versorgung des Hüftgelenks mit der Amis-Technik durch.

Lange Muskeln und Sehnen würden beiseite geschoben

„Im Allgemeinen glaubt man, dass eine minimal-invasive Technik gleichbedeutend ist mit kleinen Hautschnitten“, so Soumma: „Dabei ist es nicht die Haut, die nach einer Hüftgelenkersatz-OP den Patienten das Leben schwer macht, sondern es sind die durchtrennten beziehungsweise verletzten Muskeln, Sehnen und Nerven. Gerade im Hüft- und Beckenbereich setzen große Muskeln an, die entsprechend langsam und schwer, mitunter sogar gar nicht, verheilen.“

Die Amis-Technik ziele darauf ab, solche Verletzungen erst gar nicht zu verursachen. Die langen Muskeln und Sehnen würden beiseite geschoben, nicht durchtrennt. Dadurch müsse auch keine Muskulatur wieder angenäht werden. Entsprechend schneller seien sie wieder fit.

Die Operationsmethode revolutioniert die Rehabilitation nach Hüftprothesen-Operationen im St.-Josefs-Hospital und senkt die Verweildauer der Patienten im Krankenhaus auf 3 bis 5 Tage.

Einbau künstlicher Hüftgelenke ist das größte und anspruchsvollste Gebit der Ortophädie

„Während bei den in Deutschland üblichen Operationstechniken die Muskulatur vom Oberschenkelknochen abgelöst werden muss, können wir mit dem sogenannten vorderen Zugang (ventraler Zugang, anteriorer minimal-invasiver Zugang) komplett auf die Ablösung von Muskulatur verzichten“, sagt Soumma: „Bei dieser Technik schlängelt sich der Operateur zwischen natürlichen Muskellücken hindurch. Die Muskeln werden nur zur Seite geschoben und nicht verletzt. Die Vorteile dieses Operationszuganges liegen auf der Hand: Da keine Muskulatur abgelöst werden muss, bleibt die Kraft der hüftumgebenden Muskulatur nach der Operation komplett erhalten. Auch die Schmerzen sind minimal, so dass die Rehabilitation rasche Fortschritte machen kann.“

Der Einbau künstlicher Gelenke (Endoprothetik) ist das größte und anspruchsvollste Gebiet der Orthopädie. Das St.-Josefs-Hospital ist auf die Endoprothetik großer Gelenke spezialisiert – also auf Hüfte, Knie, Schulter und Sprunggelenk. „Wichtig ist, eine Prothese zu wählen, die dem natürlichen Körpergefühl und den knöchernen Voraussetzungen am ehesten entspricht und diese so präzise und schonend wie möglich einzupassen“, sagt Soumma: „Je nach Krankheitsbild und dem Zustand der angrenzenden Knochen können wir jedem Patienten eine individuell auf ihn abgestimmte Prothese empfehlen.“

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