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Neue Hauptschule kostet 4 Millionen Euro mehr

Dammes Bürgermeister Gerd Muhle sprach von "Wahnsinn" angesichts der 4 Millionen Euro, die das neue Schulgebäude teurer wird als 2019 geschätzt. Trotzdem wollen die Dammer das Projekt nun umsetzen.

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Deutlich verteuert: Obwohl die Stadt beim neuen Hauptschulgebäude mit 4 Millionen Euro an Mehrkosten rechnen muss, gab es bei der Sitzung des Schulausschusses keinen Zweifel an der Notwendigkeit des Objektes. Entwurf: Bocklage und Buddelmeyer

Deutlich verteuert: Obwohl die Stadt beim neuen Hauptschulgebäude mit 4 Millionen Euro an Mehrkosten rechnen muss, gab es bei der Sitzung des Schulausschusses keinen Zweifel an der Notwendigkeit des Objektes. Entwurf: Bocklage und Buddelmeyer

Für den Bau des neuen Hauptschulgebäudes wird die Stadt wesentlich tiefer in ihr Säckel greifen müssen als zunächst vorgesehen: Die Architekten vom in Vechta ansässigen Büro Bocklage und Buddelmeyer ermittelten Kosten belaufen sich inzwischen auf fast 14,2 Millionen Euro. Das sind rund 4 Millionen Euro mehr als die zum Bauantrag im September 2019 vorgelegte Kostenschätzung.

Diese Zahlen nannte der Architekt bei der von Natalie Schwarz von der CDU geleiteten Sitzung des Schul-, Jugend- und Sozialausschusses am Mittwoch im Rathaus. Er begründete die 4 Millionen Euro mit einer exorbitanten Kostensteigerung auf dem Bausektor im Zuge der Corona-Pandemie und ihren Folgen.

"Anfang 2021 haben sich die Ereignisse überschlagen."Julius Bocklage, Architekt

"Anfang 2021 haben sich die Ereignisse überschlagen." Nicht nur beim Konstruktionsvollholz, wo Anfang des Jahres noch Preise von etwa 390 Euro pro Raummeter und inzwischen von mehr als 1200 Euro aufgerufen würden, sei es zu deutlichen Steigerungen gekommen.

Lieferengpässe gäbe es zum Beispiel auch beim Dämmmaterial. Das habe letztlich dazu geführt, dass sich der Preis von einem Kubikmeter umbautem Raum – beim neuen Hauptschulgebäude sind es knapp 18.000 – von 350 Euro im vergangenen auf 566 Euro in diesem Jahr erhöht hat.

"Es weiß derzeit noch keiner, wohin die Reise gehen wird", erklärte Julius Bocklage weiter. Aber momentan gehe er davon aus, dass die Kostenschätzung von rund 14,2 Millionen Euro für das neue Schulgebäude passt.

"Wir haben hier schon ein straffes Raumprogramm."Julius Bocklage, Architekt

Auf die Frage, wo sich unter Umständen noch Kosten sparen ließen, antwortete der Architekt, letztlich sei das nur über weniger Volumen erreichbar. Das würde bedeuten, noch einmal am Raumprogramm zu rütteln – aber in diesem Fall kaum möglich. Denn: "Wir haben hier schon ein straffes Raumprogramm."

Weniger Räume seien nicht umsetzbar, weil die Hauptschule neben den Unterrichts- und Fachräumen auch Räume für die Differenzierung oder die Schulsozialarbeit benötige.

Denkbar sei es hinsichtlich der Kosten auch, bei der Qualität der verwendeten Baumaterialien etwa im Bodenbereich zu sparen, sagte Julius Bocklage weiter. Aber das würde zu Lasten der Langlebigkeit gehen und damit unter dem Strich auch nicht günstiger werden.

Nicht alle Preissteigerungen sind durch Corona begründet

Preissteigerungen habe es in allen Gewerken auf dem Bau gegeben, sagte der CDU-Ratsherr Jens Droppelmann. Längst nicht alle hätten etwas mit Corona zu tun. Es sei aber der richtige Weg, bereits jetzt auf die gestiegenen Kosten bei der Hauptschule hinzuweisen.

Wolfgang Friemerding von der FDP-Fraktion schloss kategorisch aus, das Raumprogramm neu aufzurollen. Es sei durchdacht und auf die Bedürfnisse der Hauptschule ausgerichtet. Zudem werde sich der Landkreis an den Mehrkosten beteiligen.

Dazu sagte Bürgermeister Gerd Muhle (CDU), 50 Prozent der Mehrkosten werde die Stadt mit einem Zuschuss aus der Kreisschulbaukasse abdecken. Davon fließen – bleibt es bei 4 Millionen Euro – 1,4 Millionen Euro als Zuschuss und 600.000 Euro als zinsloses Darlehen.

"4 Millionen Euro sind ein Wahnsinn."Gerd Muhle, Bürgermeister

"4 Millionen Euro sind ein Wahnsinn", erklärte der Bürgermeister. Es werde eine wichtige Aufgabe zukünftiger Räte sein, sich zu überlegen, wie die Kommune in Zukunft die Finanzierung ihrer Projekte sicherstellen kann. Zumal er davon ausgehe, dass die Einnahmen Dammes nicht um 25 Prozent steigen werden.

Der Christdemokrat wies darauf hin, dass die Kostensteigerungen die Stadt auch bei anderen anstehenden Projekten betreffen würden. Mit Blick auf die Hauptschule sagte er, er sehe trotz der Mehrkosten keine Alternative dazu, die Ausschreibung jetzt bestmöglich auf den Weg zu bringen und die aus Sicht der Stadt als Auftraggeberin besten, weil möglichst kostengünstigen, Termine für den Beginn von Gewerken zu finden.

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