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Neue Aufgaben für Katholische Akademie Stapelfeld und St. Antoniushaus Vechta

Köpfe, Aufgaben, Strukturen: Bei den kirchlichen Bildungshäusern im Oldenburger Land stehen große Veränderungen an. Was genau sich ändert, lesen Sie hier.

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Die Katholische Akademie Stapelfeld. Foto: Hermes

Die Katholische Akademie Stapelfeld. Foto: Hermes

Die katholische Erwachsenenbildung im Oldenburger Münsterland wird neu aufgestellt. Zwar bleiben die bisherigen Bildungshäuser, die Katholische Akademie Stapelfeld (KAS) und das St. Antoniushaus in Vechta (AH), bestehen. Änderungen gibt es aber bei Gremien, Personal und Programm. Und: Beide Häuser dürften künftig deutlich näher zusammenrücken. Die Änderungen, von denen OM Online vorab exklusiv berichtet, treten zum 1. Januar in Kraft.

Eine zentrale Rolle übernimmt dabei Dr. Marc Röbel. Der habilitierte Philosoph und Priester ist bisher Geistlicher Direktor der KAS und zugleich Pfarrer in Stapelfeld. Künftig wird Röbel Leiter nicht nur der KAS, sondern auch des Vechtaer St. Antoniushauses sein. Sein Titel lautet ab dem 1. Januar „Akademiedirektor“. Er bleibt auch Seelsorger in Stapelfeld.

Pfarrer Dr. Marc Röbel spielt künftig eine zentrale Rolle

Die bisherigen weiteren Leitungen beider Häuser bleiben aber im Amt. Das heißt: Petra Focke leitet weiter das St. Antoniushaus. Auch bei der KAS bleibt – von der Personalie Röbel abgesehen – alles beim Alten: Willi Rolfes bleibt als Geschäftsführender Direktor Verwaltungsleiter der Akademie. Dr. Martin Feltes bleibt Pädagogischer Direktor. Allerdings geht Feltes im Februar 2022 in den Ruhestand. Unter dem Strich kann man das so lesen: Niemand der bisherigen Leiter wird degradiert; es wird aber eine zusätzliche Führungsebene eingezogen.

Pfarrer Dr. Marc Röbel. Foto: KASW. RolfesPfarrer Dr. Marc Röbel. Foto: KAS/W. Rolfes

Zu dieser gehört neben dem künftigen Akademiedirektor Röbel auch Dr. Markus Wonka. Wonka spielt bisher schon eine Hauptrolle im Bischöflich Münsterschen Offizialat (BMO), der Leitungsbehörde der katholischen Kirche im Oldenburger Land mit Sitz in Vechta. Er leitet hier die Abteilungen Seelsorge und Seelsorge-Personal.

Röbel und Wonka bilden gemeinsam den Vorstand der zwei operativen Stiftungen, welche die Bildungshäuser KAS und AH ab dem 1. Januar tragen werden. Die Stiftungen und damit auch die Häuser bleiben getrennt. Aber: Die handelnden Personen in den Stiftungsvorständen sind die gleichen. Und: Beide Stiftungen sollen auch Stiftungsräte erhalten, die mit den identischen Personen besetzt werden. Die Berufung laufe derzeit, erklärte Wonka jetzt gegenüber OM Online. Zu einzelnen Personalien in dem Rat wollte er aber noch nichts sagen.

Dr. Markus Wonka. Archivfoto: EbertDr. Markus Wonka. Archivfoto: Ebert

Kirche wird anders – die Bildungshäuser sollen helfen

Inwiefern sich durch die Annäherung von Antoniushaus und Stapelfelder Akademie auch die Programme der Häuser ändern oder angleichen werden, bleibt einstweilen abzuwarten. Klar ist aber schon jetzt: Die Bildungshäuser sollen eine zentrale Rolle bei der anstehenden Transformation von katholischer Kirche im Oldenburger Land spielen, wie Wonka gegenüber OM Online betont.

Hintergrund ist der "Strukturentwicklungsprozess", den das Bistum Münster ausgerufen hat. Über die nächsten Jahre sollen darin sogenannte Pastorale Räume aufgestellt werden. In diesen Räumen sollen Pfarrgemeinden in den nächsten Jahren zunehmend zusammenarbeiten. Denn: Bis 2040 soll die Zahl der Priester und anderer hauptamtlicher Seelsorger im ganzen Bistum Münster und damit auch im Oldenburger Land dramatisch sinken (wir berichteten). Die verbliebenen Hauptamtlichen werden sich damit um größere Räume kümmern müssen. In der Folge werden ehrenamtliche Gläubige sehr viel stärker als bisher das Gemeindeleben prägen müssen.

Erwachsenenbildung wird zum Leuchtturm

Die Bildungshäuser sollen mit ihrem Programm die Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen auf diese neuen Realitäten vorbereiten und sie durch Fortbildungen dazu qualifizieren, sagt Wonka gegenüber OM Online. In einer Mitteilung der beiden Trägerstiftungen, die unserer Redaktion vorab vorliegt, liest sich das so: "Zusätzliche Bildungsveranstaltungen und Qualifizierungsangebote für haupt- und ehrenamtlich Engagierte sollen eine inhaltliche Unterstützung bei der weiteren Kirchenentwicklung im Offizialatsbezirk sein." Und weiter: Beide Bildungshäuser sollten "als Standorte gestärkt werden und gemeinsam eine Schlüsselrolle" in der Weiterentwicklung der Seelsorge im Oldenburger Land spielen.

Mit den zum neuen Jahr umgesetzten Veränderungen kommt auch ein zwei Jahre währender Diskussionsprozess zu einem vorläufigen Ende. Vor dem Hintergrund eines andauernden Investitionsbedarfes in beiden Häusern und langfristig sinkender Einnahmen des BMO aus der Kirchensteuer stand laut Markus Wonka die Frage im Raum, ob sich das Offizialat noch zwei Bildungshäuser leisten könne. Das habe man zwei Jahre lang "inhaltlich und wirtschaftlich" diskutiert. Das Ergebnis steht nun fest: Die Erwachsenenbildung dürfte damit in Zeiten von langfristig knapper werdenden Ressourcen zu einem Leuchtturm kirchlicher Arbeit im Oldenburger Land werden.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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