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Neubau der Kläranlage bleibt ungeklärt

Die Kapazitäten in Bösel sind erschöpft und provisorische Maßnahmen erforderlich. Eine Änderung ist nicht in Sicht, nur das Betriebsgebäude ist bald fertig.

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Im Bau: Das neue Betriebsgebäude der Böseler Kläranlage, die der OOWV "An der Lahe" betreibt. Foto: Claudia Wimberg

Im Bau: Das neue Betriebsgebäude der Böseler Kläranlage, die der OOWV "An der Lahe" betreibt. Foto: Claudia Wimberg

In Einzelgesprächen muss geklärt werden, ob das Klärwerk noch über Kapazitäten verfügt. Keine klare Situation "und für uns nicht befriedigend", kommentierte Bösels Bürgermeister Hermann Block die individuelle Abstimmung, die mit dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) für die Ansiedlung von Gewerbebetrieben mit höheren Abwassermengen mittlerweile vorgenommen werden müsse.

Die Anlage an der Lahe stößt schon seit Jahren an ihre Grenzen. War zunächst eine Sanierung geplant, informierte der Wasserverband 2018 über einen Neubau, der Anfang 2021 in Betrieb genommen werden sollte. Im Bau steht zurzeit jedoch nur das Betriebsgebäude. Auf den "dringenden Handlungsbedarf" hätten Rat und Verwaltung in verschiedenen Gesprächen hingewiesen und eine zeitnahe Veränderung gefordert, betonte der Verwaltungschef und verwies auf steigende Einwohnerzahlen (knapp 9000) und die Weiterentwicklung in den Gewerbegebieten. Deshalb müsse die erforderliche Investition langfristig angelegt sein "und nicht auf die kommenden Jahre".

Dauer des Verfahrens "schwer abschätzbar."

Das sieht auch OOWV-Regionalleiter Stefan Krauß so, der über einen Ausbau der Kapazität für rund 13.000 Einwohner informiert. Zum geplanten Neubau lasse der OOWV aktuell eine umfangreiche Gewässeruntersuchung der Lahe als Einleitgewässer vornehmen. Die Ergebnisse werden erst Anfang 2021 ausgewertet vorliegen und seien Voraussetzung für den Abschluss der Entwurfsplanung der Anlagentechnik und den Antrag auf Baugenehmigung, der danach erfolgen soll. Da die Dauer des Verfahrens "schwer abschätzbar ist, ist auch der Zeitplan mit hohen Unsicherheiten behaftet", betonte Krauß. Sollte die Genehmigung vorliegen, müssten Bauarbeiten von rund zwei Jahren kalkuliert werden.

Somit bleiben Einzelabstimmungen bei der Ansiedlung abwasserintensiver Betriebe notwendig. „Die Problematik ist uns in Verbindung mit der ausgelasteten Kläranlage bekannt, entsprechend auch die Dringlichkeit der Ertüchtigung der Kläranlage“, erklärt der Regionalleiter und verweist auf individuelle Lösungen und "gegebenenfalls auch provisorische Maßnahmen".

Kein Provisorium bleibt das Betriebsgebäude, denn die Räume können Anfang des kommendes Jahres bezogen werden. Der Neubau ist Teil des Gesamtprojekts und ersetzt den Altbau, der abgerissen werden soll. Vorgesehen sind ein Büro zur Überwachung der Kläranlage, sanitäre Einrichtungen und ein Labor zur Abwasseruntersuchung. Ein kleines Nebengebäude dient den beiden am Böseler Standort tätigen Mitarbeitern als Lager und Werkstatt.

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