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Netzwerk soll Thema "Demenz" enttabuisieren

Das Bildungswerk arbeitet in einem dreijährigen Bundesprojekt mit vielen regionalen Partnern zusammen. Auch der Landkreis Cloppenburg beteiligt sich finanziell.

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Engagiert: Petra Lüllmann kümmert sich mit einer Arbeitsgruppe um das Demenz-Netzwerk.   Foto: Hermes

Engagiert: Petra Lüllmann kümmert sich mit einer Arbeitsgruppe um das Demenz-Netzwerk.   Foto: Hermes

Ein neues Demenz-Netzwerk hat das Cloppenburger Bildungswerk nun auf den Weg gebracht. Die ersten vier Info-Veranstaltungen für Angehörige, Betroffene und Interessierte haben stattgefunden, rund 200 Menschen wurden so erreicht. "Das ist zu Corona-Zeiten schon eine gute Bilanz", erklärt Einrichtungsleiterin Ilona Heydt. 

Hauptverantwortlich ist Petra Lüllmann, die sich stark um eine Förderung des dreijährigen Bundesprojektes bemüht hat. "Ich habe alle angerufen", sagt sie mit einem Lachen. Auch der Landkreis beteiligt sich nun finanziell. Neben Anfragen bei Kooperationspartnern hat sich Lüllmann mit einer Kern-Arbeitsgruppe um die Organisation der Auftaktveranstaltungen gekümmert.

Ziel sei der Umgang der Gesellschaft mit dem Thema Demenz, das sei oftmals noch tabu. "Wichtig ist, dass die Menschen mit Betroffenen richtig umgehen", sagt Lüllmann. Dies beginne mit ganz banalen Dingen wie dem Besuch beim Bäcker oder am Bankschalter. Auch Kinder sollen sensibilisiert werden. Sie seien schließlich auch betroffen, wenn Oma oder Opa sich verändern. So ist es geplant, in Schulen den Film "Honig im Kopf" zu zeigen und gleichzeitig einen Projekttag zu veranstalten.

„Wir zeigen, wo es gute und schnelle Hilfe gibt.“Koordinatorin Petra Lüllmann

Zudem möchte das neue Netzwerk den leichtesten Weg der Unterstützung bieten. "Wir zeigen, wo es gute und schnelle Hilfe gibt", so Lüllmann. Ein nächster Schritt sei deshalb die Entwicklung eines Wegweisers, als Printausgabe und in digitaler Form. Zudem sollen Hausärzte und Apotheker mit ins Boot geholt werden, sie seien oftmals der erste Ansprechpartner und könnten den Zugang zu Hilfen erleichtern.

Auch wenn sich der Zeitgeist in der Gesellschaft ein wenig verändere, bleiben die Menschen im Oldenburger Münsterland noch so lange wie möglich zu Hause im gewohnten Umfeld. Familienangehörige kümmern sich oftmals um die Pflege, auch sie können vom neuen Netzwerk unterstützt werden. Man könne hier individuell beraten und punktgenaue Unterstützung bieten. "Das Projekt wird nicht nur vom Bildungswerk getragen, alle Partner leisten viel und gute Arbeit", sagt Heydt.

Zahlreiche Partner beteiligen sich am Netzwerk

Mit dabei sind unter anderem die "Gesundheitsregion Landkreis Cloppenburg", die "Kontaktstelle für Selbsthilfe der VHS", der "Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen für den Landkreis Cloppenburg", das "Demenzzentrum Molbergen", die "Macher. Zu jung, um alt zu sein", das "Kompetenzzentrum Demenz Alzheimer Gesellschaft Lohne/Dinklage" und das St.-Pius-Stift Cloppenburg.

Neben der Netzwerkarbeit sind weitere Aktionen geplant. So wurde Bettina Tietjen für eine Lesung angefragt, die Fernsehmoderatorin erzählt in einem sehr persönlichen Buch von der Demenzerkrankung ihres Vaters. Zudem habe sich die Drehbuchautorin des Films "Honig im Kopf", Hilly Martinek, für einen Austausch angekündigt. Lob für die Arbeit gab es von der Bundestagsabgeordneten Silvia Breher (CDU): "Es ist ein ganz wichtiges Thema. Die Anzahl der Menschen, die Hilfe brauchen, nimmt rasant zu."

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