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Narren fordern THC-Allee statt Spargelstraße

Die Bührener Karnevalisten haben das Rathaus erobert und ihren Forderungskatalog präsentiert. Es soll bunter und vielfältiger in der Gemeinde werden.

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Keine Chance: Dirk Vaske verteidigte mit aller Kraft den Rathausschlüssel, musste sich am Ende aber geschlagen geben. Foto: Vorwerk

Keine Chance: Dirk Vaske verteidigte mit aller Kraft den Rathausschlüssel, musste sich am Ende aber geschlagen geben. Foto: Vorwerk

Gerade einmal zwei Tage war die Wahl Dirk Vaskes zum Ratsvorsitzenden in Emstek her, da wurde er schon wieder all seiner Autorität beraubt. Die Bührener Narren stürmten das Rathaus und entrissen ihm stellvertretend für Bürgermeister Michael Fischer den Schlüssel und damit die Macht über die Politik in der Gemeinde.  Und wenn es nach den Karnevalisten geht, wird sich in den kommenden Monaten einiges ändern, um die Kommune zukunftssicher aufzustellen.

Vegetarisch und vegan sind die neuen Trends, Schweineställe werden somit in ihrer ursprünglich angedachten Nutzung nicht mehr benötigt. Da die Legalisierung von Hanf durch die neue Ampel-Regierung nur noch eine Frage der Zeit ist, sollten diese Kapazitäten als Gewächshäuser genutzt werden, forderte "Praktikant" Hubertus Aumann. "Wir wollen den Trend erkennen und die Welle reiten", rief Aumann der kleinen Schar an geladenen Gästen zu. 

Erfolgreich im Pflanzenanbau sei man in der Region, es gäbe weniger Gülle, Metallbau und Automatisierungtechnik. So würden sich neue Betätigungsfelder erschließen und auch der Tourismus könnte davon profitieren, wenn es statt der "Niedersächsischen Spargelstraße" die "THC-Allee" geben würde.

Auf den Rathaussturm wollte man nicht verzichten

Statt Blasmusik gab es "Gangsta-Rap" und eine "Cordula Grün" Adaption per Video. Neben den Akteuren wurden einige wenige geladene Gäste begrüßt und für alle galt 2G-Plus. Ganz auf den Rathaussturm wollte man auch zu Corona-Zeiten nicht verzichten. Das galt im Frühjahr auch für den Umzug. Jan Eschweiler, seit jeher an vorderster Front, nahm den gewohnten Weg durch Bühren alleine in Angriff und bejubelte und applaudierte sich dabei selber. "Das schafft keiner, außer unser Eschi", befand Präsident Joe Knagge und verlieh ihm die diesjährige Narrenkappe.  

Auch für das Coma-Gelände in Emstek haben die Narren eine sinnvolle Nachnutzung im Blick. Statt dort schnöden Wohnraum zu schaffen, könnte ein Künstlerviertel wie Montmatre in Paris entstehen. Zugleich könnte man  die alternative Wohnsiedlung Christiania in Kopenhagen als Blaupause nehmen. In Kooperation mit den Möglichkeiten, die die Hanf-Legalisierung mit sich bringt, könnte auch der Name "Coma-Gelände" erhalten bleiben.

Viele gute Ideen sind an diesem Abend angeschoben worden und in einem Jahr wird man die närrische Bilanz ziehen, was davon erfolgreich umgesetzt wurde und unter welchen Bedingungen. Die 2G-Regel bereitet zumindest dem Preisträger Eschweiler keine Sorge: "Das praktiziere ich schon lange, schließlich bin ich 'ganz geil'".

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