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Nach Infektionen: Gutachter bescheinigt Klinik "sehr gute" Hygiene

Das Hospital kämpft um seinen guten Ruf: Ein externer Hygieniker und der Kreis stufen die Umsetzung der Standards hoch ein. Trotzdem legt die Klinik erneut nach - mit mehr Tests und 250 Impfungen.

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Foto: Archiv

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Der Landkreis hat dem Cloppenburger Krankenhaus nach einem Spitzengespräch zur Corona-Situation ein „sehr gutes“ Hygiene-Management bestätigt. Wie die Behörde am Donnerstag mitteilte, werde diese Einschätzung durch das Gutachten eines unabhängigen Krankenhaus-Hygienikers  aus Osnabrück unterstrichen.

Demnach hält das Hospital die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Regeln nicht nur ein, sondern übertrifft sie teilweise. Wie bereits berichtet, werden die Mitarbeiter zudem künftig zweimal statt einmal pro Woche auf SARS-Cov-2 getestet. Die Patienten werden bei der Aufnahme mit 2 Tests untersucht und 5 Tage später noch einmal mit einem Antigen-Schnelltest.

Mehr Abstand: Nur 2 statt 3 in einem Zimmer

Um Ansteckungen unter den Patienten einzuschränken, werden 3-Bett-Zimmer künftig nur noch mit 2 Personen belegt. Mindestens 2 Patienten sind nach Informationen von OM online gestorben, nachdem sie sich im Hospital infiziert hatten. Eine 100-prozentige Sicherheit könne es nicht geben, erklärte die Kreisbehörde, zumal es sich um geschwächte Menschen handele.

Jeder einzelne Patient und Besucher müsse aus eigener Verantwortung auf alle Hygieneregeln und Kontakte achten, forderte die Kreisbehörde in ihrem öffentlichen Appell. Das Hospital selbst habe sich bereits vor der Pandemie, aber jetzt noch intensiver, um die strikte Einhaltung seines Hygiene-Konzepts „extrem bemüht“, betonte der Landkreis.

Eine weitere Entlastung könnte bald wirken: 250 Pflegekräfte und Ärzte aus der Notaufnahme, der Covid-Station und der Intensiv­pflege erhielten am Mittwoch ihre zweite Impfdosis. In zwei Wochen wird die volle Schutzwirkung erwartet. Wie sich das auch auf die Personalplanung auswirken werde, bleibe abzuwarten.  


Wer mit Angehörigen der Covid-19-Opfer im Hospital spricht, spürt: Ihnen geht es nicht darum, jemanden persönlich anzuklagen. Ein Mann, der gerade um seine erkrankte Mutter bangt, weil sie intubiert worden ist, sagte mir gestern zur Arbeit der Pflegekräfte: „Die machen einen Knochenjob.“

Was die Angehörigen erwarten, sind jedoch Entschiedenheit im Umgang mit Risiken, so klein sie erscheinen mögen, und Klarheit in der Verständigung. Wie kann es angehen, dass der Sohn, dessen infizierte Mutter seit Wochen im Hospital isoliert ist, mit einem Anruf des Gesundheitsamtes konfrontiert wird, das sich nach den Kontaktpersonen der Frau  erkundigt? Was ist eigentlich mit der Kontaktverfolgung im Krankenhaus selbst? Da ist es wenig vertrauensbildend , wenn einer Familie die bald geplante Entlassung der 85-jährigen Großmutter in Aussicht gestellt wird, die sich aber gerade mit dem Virus infiziert hat. Kommentar der Mitarbeiterin: Wenn die alte Dame symptomfrei sei, wäre das ja möglich....

Wahrscheinlich müssen wir uns damit abfinden, dass selbst in Kliniken tödliche Corona-Infektionen nicht ganz zu vermeiden sind. Aber bitte erst dann, wenn alles was machbar und möglich ist, auch getan worden ist, um Risiken zu minimieren. Die Testfrequenz von Mitarbeitern und Patienten ist zwar nachgebessert worden. Aber das deutsche Gesundheitssystem hat das Personal und die Vergütungen der Kliniken so weit heruntergefahren, dass in Schlachthöfen häufiger als im Krankenhaus getestet werden kann. Ein Armutszeugnis für ein Land, das Milliarden zur Rettung einer Fluglinie ausgibt. Mehr Tests sind überfällig, notfalls im Container vor der Klinik, und natürlich auch mehr Personal. 

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