Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Nach heftiger Attacke auf Polizisten: Familienvater (39) muss ins Gefängnis

Der Vorfall zählt zu einem der schwersten Angriffe auf Polizeibeamte im Raum Cloppenburg. Nicht nur der Polizist musste Todesängste ausstehen.

Artikel teilen:
Symbolfoto: dpa/Gentsch

Symbolfoto: dpa/Gentsch

Mit einem der schwersten Angriffe auf Polizeibeamte in den vergangenen Jahren im Raum Cloppenburg musste sich am Freitag das Oldenburger Landgericht beschäftigen. Angeklagt war ein 39-Jähriger aus Löningen. Er hatte bei einem Einsatz der Polizei einen Beamten schwer verletzt und versucht, dem Geschädigten die Waffe zu entreißen. Weil die Kammer nicht ausschließen konnte, dass der Angeklagte zur Tatzeit aufgrund von Alkohol-, Drogen und Medikamenten-Konsums schuldunfähig war, wurde der Löninger wegen fahrlässigen Vollrausches schuldig gesprochen und zu 20 Monaten Gefängnis verurteilt.

Damit schwächte die Kammer ein früheres Urteil des Cloppenburger Amtsgerichts ab. Das hatte den Angeklagten in einem ersten Prozess um die Sache noch wegen Körperverletzung, Widerstands gegen Polizeibeamte, tätlichen Angriffs auf Polizisten und Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu 2 Jahren und 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Das Amtsgericht hatte dem Familienvater lediglich eine verminderte Schuldfähigkeit zugebilligt. Deswegen konnte der 39-Jährige auch im Sinne der Anklage schuldig gesprochen werden.

Schlag auf Ohr lässt Trommelfell platzen

Anders verhält sich das bei einer Schuldunfähigkeit. Dann ergeht in der Sache ein Freispruch, aber es greift der Vollrausch-Paragraf. Unterm Strich für den Mann aus Löningen wohl egal, er wollte nur eine Bewährungsstrafe erreichen. Aber das kam auch für das Oldenburger Landgericht auf keinen Fall infrage. Der 39-Jährige sei ein Bewährungsversager und mehrfach einschlägig vorbestraft, so die Vorsitzende Richterin. Bei der Frage "Bewährung oder nicht" spielte offenkundig auch die böse und schwere Tat eine Rolle, die der Löninger am Tattag begangen hatte.

Zunächst hatte er versucht, in die Wohnung eines Nachbarn zu gelangen. Als der Nachbar sich beschwerte, schlug er so heftig auf das Ohr des Nachbarn, dass das Trommelfell platzte. Dann drückte er die Lebensgefährtin des Nachbarn so heftig gegen ein Fenster, dass die Frau zahlreiche Hämatome davontrug. Die Polizei kam. Die Personalien des 39-Jährigen sollten festgestellt werden. Das wollte er nicht. Der Mann stürzte sich auf einen Beamten und trat gegen das Knie des Polizisten, um ihn zu Boden zu bringen. Der Beamte trug einen Kreuzbandriss und eine gebrochene Hand davon.

Dann versuchte der 39-Jährige, dem Beamten die Waffe zu entreißen. Wegen eines Sicherheitsbügels konnte der Familienvater die Waffe aber nicht aus dem Holster reißen. Den Feststellungen zufolge hatten alle Anwesenden Todesangst. Sie befürchteten, dass der Löninger auch schießt, wenn er erst mal die Waffe hat. Alle Opfer der schweren Tat leiden noch heute unter dem schrecklichen Geschehen.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Nach heftiger Attacke auf Polizisten: Familienvater (39) muss ins Gefängnis - OM online