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Nach Großbrand in Cloppenburg: Zwei Jugendliche stehen unter Verdacht

Nach dem Feuer in einem Getränkemarkt hat die Polizei zwei Jugendliche im Visier. Bei Durchsuchungen wurde Beweise gefunden. Die Frage ist nun: Sind sie für weitere Taten verantwortlich? (Update)

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Das Feuer am vergangenen Freitag hat den Getränkemarkt vollkommen zerstört. Foto: FFW Cloppenburg / Lichtfuß

Das Feuer am vergangenen Freitag hat den Getränkemarkt vollkommen zerstört. Foto: FFW Cloppenburg / Lichtfuß

Zwei Jugendliche sollen für die Brände an der Warthestraße und der Memelstraße in Cloppenburg verantwortlich sein. Das haben die Staatsanwaltschaft Oldenburg und die Polizei Cloppenburg/Vechta am Freitag in einer gemeinsamen Presseerklärung mitgeteilt.

In der Nacht zum 25. Juni haben auf dem Areal, das an die Löninger Straße grenzt und in dem mehrere Verbrauchermärkte angesiedelt sind, mehrere Müllcontainer gebrannt. Während ein Feuer relativ schnell durch einen Lieferanten gelöscht werden konnte, griffen die Flammen des zweiten Brandes auf einen Gebäudekomplex über. Der Schaden bei einem Getränkemarkt und weiteren Geschäften ist beträchtlich: Er ist von der Polizei auf rund 500.000 Euro geschätzt worden.


Foto: Feuerwehr Cloppenburg
Foto: Feuerwehr Cloppenburg
Foto: Feuerwehr Cloppenburg
Foto: Feuerwehr Cloppenburg
Foto: Feuerwehr Cloppenburg
Foto: Feuerwehr Cloppenburg
Foto: Feuerwehr Cloppenburg

Wie die Polizei zwischenzeitlich auf Anfrage OM online bestätigt hat, sind die beiden Verdächtigen in jener Nacht von der Überwachungskamera eines Supermarktes gefilmt worden. Dadurch habe sich eine Spur ergeben, die schließlich in dieser Woche zu den Jugendlichen geführt haben soll. Weitere Angaben zu den beiden männlichen Verdächtigen machen Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit nicht – weil die Jugendlichen nicht volljährig und damit besonders schutzbedürftig seien. Außerdem wird darauf verwiesen, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind.

Polizei findet "potenzielles Beweismaterial"

Nachdem sich der erste Verdacht erhärtet habe, sind auf Antrag der Staatsanwaltschaft Oldenburg beim Amtsgericht Oldenburg Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnanschriften der Jugendlichen erlassen worden. "Diese wurden am Mittwoch vollstreckt", erklärt Polizeisprecherin Simone Buse am Freitag. Bei der Durchsuchung sei "potenzielles Beweismaterial sichergestellt" worden.

"Die beiden Verdächtigen wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen", berichtet Buse. Im Rahmen der noch laufenden Ermittlungen würden jetzt auch "Verbindungen zu weiteren Fällen geprüft", so die Polizeisprecherin.

Wie bereits berichtet, sind im Cloppenburger Stadtgebiet noch einige Brandstiftungen ungeklärt. Dabei geht es vor allem um den Brand beim Restaurant Hofrogge im Juli 2019: Auf der Rückseite des Marktcafés ist damals ein Container in Brand geraten. Ein Nachbar bemerkte das Feuer. Die Flammen griffen dann auf ein mit Efeu bewachsenes Lagergebäude über.

Brand beim Restaurant Hofrogge im Juli 2019. Archivfoto: Feuerwehr CloppenburgBrand beim Restaurant Hofrogge im Juli 2019. Archivfoto: Feuerwehr Cloppenburg

Ähnlich gelagerte Brandstiftungen in der Cloppenburger Innenstadt, bei denen erst Mülleimer oder Container brannten, sind ebenfalls ungeklärt geblieben. Eine 8-köpfige Ermittlergruppe hatte die Arbeit aufgenommen. Dabei ging es auch um den Brand am Lankumer Ring: Die Scheune eines Bauernhauses brannte komplett aus. Auch das Wohnhaus wurde beschädigt. Hier beträgt der Schaden etwa 300.000 Euro.

Die Ermittler sind schon im Sommer 2019 davon ausgegangen, dass mehrere Täter für die Vielzahl an Brandstiftungen verantwortlich sein dürften – und sie sollten Recht behalten. Zumindest ein Teil der Serie von Brandstiftungen konnte aufgeklärt werden. Für die Brandanschläge auf Streifenwagen und Dienstfahrzeuge der Cloppenburger Kreisverwaltung sind im Mai dieses Jahres zwei Männer aus Cloppenburg zu Haftstrafen verurteilt worden.

Beim Feuer in einem Einfamilienhaus an der Kellerhöhe Straße am Montag (28. Juni) kann die Polizei übrigens mittlerweile Brandstiftung ausschließen. Wie Polizeisprecherin Simone auf Anfrage von OM online mitteilte, gehen die Brandermittler der Polizei mittlerweile von einem technischen Defekt als Ursache aus.

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