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Nach Feierabend ist Arthur Kasperczyk für Familie und Feuerwehr im Einsatz

Der Böseler ist Kreisjugendwart und zum stellvertretenden Gemeindebrandmeister gewählt worden. Einmal Feuerwehr, immer Feuerwehr lautet seit über 20 Jahren die Devise des 35-Jährigen.

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Behält den Überlick: Arthur Kasperczyk ist als Teenager zur Böseler Feuerwehr gekommen und geblieben. Fotos: Claudia Wimberg

Behält den Überlick: Arthur Kasperczyk ist als Teenager zur Böseler Feuerwehr gekommen und geblieben. Fotos: Claudia Wimberg

Zum Aufbau des Pfingstzeltlagers hätte er sich am Donnerstag getroffen und am Freitag ganz offiziell den kreisweiten Feuerwehrnachwuchs samt Festgäste begrüßt. Erinnerungen an das Lagerleben als Teilnehmer und die eigenen Anfänge als kleiner Kamerad wären bei Arthur Kasperczyk an diesem Wochenende vermutlich auch wieder wach geworden.

Über 20 Jahre ist es her, dass ihn seine Kumpel überredet haben, mit zur Jugendfeuerwehr zu kommen. „Und alle sind wir bis heute dabei geblieben“, sagt der Böseler, der vor wenigen Wochen zum stellvertretenden Gemeindebrandmeister bestellt wurde und mit Gemeindebrandmeister Franz-Josef Nording die Spitze bildet.

Warum Feuerwehr? „Warum nicht?“, fragt er lachend zurück und erinnert auch an die von den Böselern unterstützte landesweite Imagekampagne mit Slogans wie: „Stell dir vor, du drückst und alle drücken sich“. Sein Ja zur Feuerwehr sieht der 35-Jährige als Kombination aus Verpflichtung, Freude und Freundschaft.

Schon in der Jugendwehr Führungsgedanken gehabt

Helfen sei immer schon seine Sache gewesen, und auch Führung war ihm nicht fremd. Schon in der Jugendwehr hat er sich bei Aufgaben und Aktionen überlegt, wie er sie gestalten und lösen würde, wäre er Betreuer. Einige Jahre später war er es dann, wurde stellvertretender Jugendwart, dann Jugendwart. Auf Kreisebene ist man auf das Organisationstalent aus Bösel ebenfalls aufmerksam geworden, und die Feuerwehrkollegen wählten Arthur Kasperczyk vor 5 Jahren zum Kreisjugendwart. Beide Posten erfordern viel Zeit, die der gelernte Industriekaufmann und Verkaufsberater bei einem Garreler Unternehmen für Nutzfahrzeuge gerne investiert. Wenn er nach Feierabend nicht Familienvater ist, ist er Feuerwehrmann. Und das nicht nur repräsentativ bis zur Verbandsebene oder kommunikativ in 10 WhatsApp-Gruppen, sondern „auf jeden Fall aktiv“.

Geht der Pieper, wissen auch seine Kinder im Alter von 4, 6 und 8 Jahren, dass „Papa helfen muss.“ Verständnis und breite Unterstützung erhält er beim Ehrenamt nicht zuletzt von Ehefrau Christine.

Bei den Einsätzen behält der Brandmeister den Überblick. Eine Eigenschaft, die er beherrscht. „Als Handwerker bin ich nicht zu gebrauchen“, verrät Kasperczyk, „aber Planen und Koordinieren liegt mir, und ich bleibe ruhig“. Akzeptanzprobleme seien kein Thema. Weder bei den Älteren und schon gar nicht bei der Jugend. „Kameradschaft ist bei uns das A und O, wir sind auch ein Stück weit Familie, und es macht Spaß, dabei zu sein.“

Helm mit roter Umrandung: ein Zeichen für den neuen Posten an der Spitze. Helm mit roter Umrandung: ein Zeichen für den neuen Posten an der Spitze. 

65 Mitglieder zählt zurzeit die Wehr, 90 sollen es angesichts der Gemeindegröße laut Bedarfsplan sein. „Kein Problem, da kommen wir schnell hin“, sagt Kasperczyk und setzt auf die rund 20-köpfige Jugendwehr, die zum einen die Nachfolge sichert. Zum anderen sei die aktive Wehr attraktiv für erwachsene Quereinsteiger, „von denen wir mittlerweile einige in unseren Reihen haben“. 3 Frauen zählen darüber hinaus zur Truppe, und dass Marie genauso anerkannt wird, wie Mark, „ist uns wichtig“.

In den eigenen Reihen auf den 100. anstoßen

Verantwortungsvoll werden die jungen Kollegen von langjährigen Kameraden vor allem bei tragischen Situationen begleitet und langsam an dramatische Situationen herangeführt. Das weiß Arthur Kasperczyk auch aus eigener Erfahrung. Als sich bei einem seiner ersten Einsätze herausstellte, dass es sich beim Unfallopfer um eine frühere Klassenkameradin handelt, „wurden mir im Hintergrund Aufgaben zugeteilt“. Nach und nach arbeite man dann vorne mit, und zurück im Feuerwehrhaus, „wird das Erlebte noch einmal besprochen“.

Die Böseler Feuerwehr wollte ihr 100-jähriges Bestehen 2020 unter anderem mit dem Kreisfeuerwehrtag feiern und musste darauf verzichten. 2021 sieht es kaum besser aus, „aber zumindest wir für uns möchten noch einmal auf das Jubiläum anstoßen“, sagt Kasperczyk. Wenn nicht in diesem, dann spätestens im nächsten Jahr. „Und dann klappt es hoffentlich auch wieder mit dem Pfingstzeltlager.“

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