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Nach behüteter Kindheit in Altenoythe heuert Maria Witte auf MS Europa an

Chancen auf Veränderungen hat sie stets genutzt und dabei nie Schiffbruch erlitten. Die Leitende Regierungsschuldirektorin berichtet über Stationen in ihrem Leben und ist gespannt, was noch kommt.

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Schon viele Stationen im Leben gemeistert: Maria Witte, die gebürtig aus Altenoythe stammt.   Foto: Witte

Schon viele Stationen im Leben gemeistert: Maria Witte, die gebürtig aus Altenoythe stammt.   Foto: Witte

Klingelt nicht das Handy, dann das Haustelefon. Maria Witte arbeitet alle Anrufe professionell und freundlich ab, greift auch selbst zum Hörer, notiert das eine oder andere handschriftlich und bedient den PC. „Ein bisschen so wie im Call-Center“, stellt Ehemann Ulrich amüsiert fest. „Auf jeden Fall das Arbeitsmodell der Zukunft“, stuft seine Frau das Homeoffice ein, das sich coronabedingt etabliert hat.

Handlungshilfen für die flexible Variante braucht die Leitende Regierungsschuldirektorin nicht, denn strukturiertes Denken liegt ihr schon seit ihrer Jugend. Somit strebte die gebürtige Altenoytherin nach dem Abitur am Albertus-Magnus-Gymnasium zunächst ein Mathematikstudium an, „auf dem Weg dahin bin ich aber abgebogen“, berichtet die 57-Jährige, die der Wissenschaft den Laufpass gab und stattdessen ein Freiwilliges Soziales Jahr beim BDKJ in Vechta absolvierte und beim Malteser Hilfsdienst in Lohne eingesetzt war.

Danach wurde sie Krankenschwester in Delmenhorst und schnupperte Großstadtflair im Bremer St.-Josef-Stift. Bis heute ist sie dem Weser-Stadion treu geblieben, wo sie sich mit Freunden zum Fußball trifft. In Oldenburg ist sie dann vor 30 Jahren sesshaft geworden, der Weg in ihre Heimat Altenoythe nicht weit. Als drittes Kind von „Willers Erna und Gerd“ hatte sie auf dem Bauernhof an der Riege Wolfstange eine „liebevolle und behütete Kindheit“ und eine Familie, die ihr eine positive Grundeinstellung vermittelt habe. Lange vor der Einführung von Laptop und Live-Streaming. „Das erste Fernsehen gab es bei Lübbers, zum Telefonieren ging man zu Dumstorff, zum Rübenziehen auf den Pirgo und eine Fahrt nach Friesoythe war noch ein Erlebnis.“

Als Krankenschwester auf dem Kreuzfahrtschiff

1991 wollte sich die Jüngste von drei Geschwistern beruflich weiterentwickeln und absolvierte ein Diplom-Studium der Pädagogik in Oldenburg. Nachtdienste leistete sie währenddessen im evangelischen Krankenhaus. Das Vordiplom schnell in der Tasche, packte Maria Witte dann erst einmal Reiselust. Sie heuerte als Krankenschwester auf der MS Europa an, fuhr zur See und lernte die Welt kennen. Norwegen, St. Petersburg, Shanghai oder die Karibik: „Da könnte ich Seemannsgarn erzählen.“

Mit einem Koffer voller Erlebnisse wieder zurück, beendete die abenteuerlustige junge Frau ihr Diplom-Studium und initiierte beim Cloppenburger Gesundheitsamt den Sozialpsychiatrischen Verbund. 2 Jahre später organisierte sie im Auftrag des Bremer Senats ein Assistenzprogramm für Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen. 2004 dann die nächste Aufgabe an den Berufsbildenden Schulen in Esens, die sie auch in federführender Funktion ausübte.

"Ja, wenn ich meinen Werdegang Revue passieren lasse, hat sich schon eine gewisse Anzahl an Veränderungen ergeben."Maria Witte

2010 folgten die BBS am Museumsdorf Cloppenburg, wo Maria Witte als Abteilungsleiterin für die berufliche Ausbildung in der Pflege und Sozialpädagogik zuständig war. „Bis heute brennt mein Herz für diesen Bereich sowie die berufliche Bildung“, sagt die damalige Studiendirektorin, die 12 Jahre Verantwortung trug und eine „großartige Zeit erlebte“. 2020 der Wechsel an das Regionale Landesamt für Schule und Bildung in Osnabrück, wo sie im Februar 2021 zur Leitenden Regierungsschuldirektorin befördert wurde.

„Ja, wenn ich meinen Werdegang Revue passieren lasse, hat sich schon eine gewisse Anzahl an Veränderungen ergeben“, bilanziert sie. Sätze wie „Bist du dafür nicht schon zu alt?“ quittiert sie unabhängig sämtlicher Geburtstage grundsätzlich mit einem müden Lächeln und bleibt ihrer Philosophie des lebenslangen Lernens treu. Sie habe Chancen genutzt und Herausforderungen angenommen, „und es haben sich für mich positive Resultate entwickelt“, betont Maria Witte. „Ich bin mit meiner Karriere zufrieden. Mal schauen, was noch kommt.“

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