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Nach alter Väter Sitte

Meine Woche: Immer wieder vatertags geht es auf Tour. Alterslos, sorglos, klaglos. Und: Die Truppe ist seit Jahrzehnten dieselbe.

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Einmal im Jahr gehört Vater sich selbst – und der Rest hat, laut Satiriker Dietmar Wischmeyer, die Schn... zu halten. Am Donnerstag war es wieder einmal soweit und der Tross aus Vätern und welchen, die es trotz beinah 5 Jahrzehnten auf dem Buckel noch mal werden könnten, hat sich wieder auf den Weg gemacht. Stilecht, nach alter Väter Sitte, zogen wir auch in diesem Jahr mit dem Bollerwagen hintendran durch die Gegend. Ein Mann braucht schließlich eine Aufgabe. Und was gibt es da Besseres, als hektoliterweise Bier hinter sich herzubefördern?

Im Laufe des Tages freilich gerät diese einzige Aufgabe immer mehr zur Strapaze, weswegen wir uns der alten Himmelfahrtsstrategie bedienen: Wir verlagern das Gewicht aus dem Bollerwagen in den eigenen Körper.

Zugegeben, je fortgeschrittener das Alter, desto weniger geht dieser Plan auf. Meistens ist daher inzwischen eine Kiste Wasser mit an Bord. Und dennoch ist der Vatertag für mich ein Tag, an dem der Alterungsprozess stehenbleibt. Schon zu Schulzeiten, als wir nur theoretisch wussten, wie man überhaupt Vater werden kann, sind wir an Himmelfahrt durch den Wald gezogen. Und als ich am Donnerstag, mehr als 30 Jahre später, mit denselben, wenn auch etwas grauer gewordenen Freunden den Spessart durchquert habe, dachte ich mir: wie schön!

"Father's work is never done"

Egal was einem in diesem Jahr passiert ist, am Vatertag spielen Job, Familie, Sorgen wegen Krieg, Corona und anderer Menschheitsplagen einfach keine Rolle. Und wenn doch, dann ist es schön, kurz darüber mit Menschen zu reden, die einem nahe stehen, auch wenn man das ganze Jahr nichts von ihnen hört, weil sie inzwischen über Deutschland verstreut leben.

Selbst die abgelaufene Bundesligasaison haben wir in weniger als 5 Minuten abgehakt. Vorsätze in Sachen gesunder Ernährung haben wir sowieso zu Hause gelassen. Kurzum: Im Wald, mit dem Bollerwagen im Rücken, sind wir einfach alterslos, sorglos, klaglos. Freitag geht es wieder ins normale Leben zurück. Dann dreht sich das Hamsterrad wieder und alle sind zumeist froh und glücklich in ihrem eigentlichen Leben.

Manchmal denke ich im Laufe des Jahres an diesen einen Tag und freue mich auf das nächste Mal, wenn mein Freund Jens wieder nach dem ersten Bier zu seinem Lieblingsspruch ansetzt – obwohl er selbst keine Kinder hat: "Father's work is never done."

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