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Nach 50 Jahren ist Schluss: Willi Hellmann verabschiedet sich als "Presse-Mann"

Als freier Mitarbeiter war er seit 1971 zunächst in Scharrel und dann im ganzen Saterland für die MT unterwegs. OM-Medien-Chefredakteur Ulrich Suffner dankte dem 68-Jährigen für seinen Einsatz.

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Im Gespräch: Willi Hellmann (links) berichtet OM-Medien-Chefredakteur Ulrich Suffner im heimischen Garten über seine Zeit als freier Mitarbeiter. Foto: Wimberg

Im Gespräch: Willi Hellmann (links) berichtet OM-Medien-Chefredakteur Ulrich Suffner im heimischen Garten über seine Zeit als freier Mitarbeiter. Foto: Wimberg

Einen Film hatte er immer in der Kamera. Mindestens einmal keinen gehabt zu haben, gehört für viele Berichterstatter zur journalistischen Laufbahn – für Wilhelm Hellmann war das kein Thema. „Immer wenn ich einen herausgenommen habe, habe ich sofort wieder einen eingelegt“, berichtet er augenzwinkernd über die selbst auferlegte Disziplin in Zeiten, als noch analog statt digital fotografiert wurde. Mechanisch ausgerichtet auch sein Plan B, der mit dem ersten Computer verbunden war. Der neue C 64 kam, aber die alte Schreibmaschine blieb, „weil damals gerne mal der Strom ausfiel“, erinnert sich der Scharreler, auf den stets Verlass sein sollte.

50 Jahre war er für die Münsterländische Tageszeitung als freier Mitarbeiter zwischen Sedelsberg und Strücklingen unterwegs. An Werktagen wie an Wochenenden. Vor dem Dienst, nach Feierabend und im Ruhestand. „Ich kannte nichts anderes“, bekennt der 68-Jährige beim Blick zurück.

Über Theo Deddens zum Schreiben gekommen

Doch jetzt soll Schluss sein. „Und das geht nur ganz oder gar nicht“, weiß der frühere Saterländer Bauamtsleiter und Erste Gemeinderat, der in erster Linie Vereine, Schulen und das kirchliche Leben begleitete und ihre Aktivitäten wertschätzend in Wort und Bild öffentlich machte. Für seinen unermüdlichen Einsatz, seine Leistung und Gewissenhaftigkeit dankte ihm nun Ulrich Suffner, Chefredakteur von OM-Medien, denen die MT angehört, bei einem persönlichen Besuch und überreichte ihm ein Präsent.

Über Theo Deddens ist „Willi“ Hellmann, wie er überall genannt wird, zum Schreiben gekommen. „Das kannst du wohl machen“, zeigte sich der ehemalige Scharreler Gemeindedirektor 1971 überzeugt, der selbst für die Zeitungen arbeitete und motivierte den jungen Rathaus-Mitarbeiter, es ihm gleichzutun.

Er tat es. Zunächst nur in seinem Heimatort, dann in allen 4 Ortsteilen. „Und es hat mir immer Spaß gemacht, sonst hätte ich es auch nicht so lange gemacht“, sagt der 2-fache Familienvater und dankt Ehefrau Marianne, die terminbedingt nicht selten zunächst alleine zu privaten Veranstaltungen fahren und auf manch gemeinsame Freizeitgestaltung verzichten musste.

Corona-Krise eröffnete neue Perspektiven

Absagen hörten Organisatoren und Vorstände selten. „Nur wenn ein Sportler des Jahres erst nach Mitternacht gekürt werden sollte, habe ich um Verständnis gebeten, dass das dann doch einfach zu spät ist“, erzählt der Presse-Mann, für den die Corona-Krise den Ausschlag zum Aufhören gab. „Wäre sie nicht gewesen, hätte sich nichts verändert“, vermutet er. Doch der Lockdown mit leerem Kalender bedeutete eher Lust statt Frust, bereicherte das Privatleben und eröffnete neue Perspektiven.

So widmet sich der leidenschaftliche Opa verstärkt seinen beiden Enkelkindern, steigt mit seiner Frau aufs Rad oder reist mit ihr nach Ameland. In Form bringen will er noch seinen riesigen Fundus an Fotos. „Alle Negative werden eingescannt“, kündigt Hellmann an, der seine Motive auch Vereinen beispielsweise für Chroniken zur Verfügung stellt.

Zu Block und Kamera greift er, bis auf wenige ausstehende und zugesagte Termine, künftig nur noch, wenn er sich selbst für ein Thema begeistert. Für Sitzungen, Feste und Feiern kann man ihn nicht mehr anrufen. „Das fällt mir sicher alles noch schwer genug“, gesteht er. „Aber ich freue mich nun auf die neue Zeit.“

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