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Nach 100 Stunden Vorbereitung: Hospizhelfer sind bereit fürs Ehrenamt

Neun Männer und Frauen haben im Landkreis Vechta ihr Vorbereitungsseminar für die künftige Mitarbeit in der Sterbebegleitung abgeschlossen. Das vermittelte Wissen in dem Kurs ist breit gefächert.

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Neues Hospizhelferteam (hinten von links): Inge Hengemühle, Peter Rörsch, Peter Moormann, Sabine Merse-Kusch, Kati Bender-Potratz, Sylvia von Garrel, Heide Lange und vorne von links: Ursula Stuckenberg, Klaudia Müller, Maria Hamoor, Nadine Busse, Andrea Mekel und Elisabeth Bornhorst. Es fehlen die Absolventinnen Christiane Schwarze und Angela Thölke. Foto: Röttgers

Neues Hospizhelferteam (hinten von links): Inge Hengemühle, Peter Rörsch, Peter Moormann, Sabine Merse-Kusch, Kati Bender-Potratz, Sylvia von Garrel, Heide Lange und vorne von links: Ursula Stuckenberg, Klaudia Müller, Maria Hamoor, Nadine Busse, Andrea Mekel und Elisabeth Bornhorst. Es fehlen die Absolventinnen Christiane Schwarze und Angela Thölke. Foto: Röttgers

Neun neue ehrenamtliche Helferinnen und Helfer engagieren sich jetzt in der Sterbegleitung. Sie alle haben am Samstag im Landgasthof "Dümmerkrug“ in Dümmerlohausen bei Damme im Rahmen einer kleinen Feierstunde ihre Zertifikate von Andrea Mäkel, Vorstand der St. Anna-Stiftung Dinklage, vom Vorstandsvorsitzenden des Hospizvereins Damme, Peter Rörsch, sowie von den Koordinatorinnen Elisabeth Bornhorst und Heide Lange aus Damme und Inge Hengemühle aus Dinklage verliehen bekommen. Seit Oktober vergangenen Jahres haben sie in insgesamt 100 Stunden ihr Vorbereitungs- und Befähigungsseminar zur ehrenamtlichen Mitarbeit im stationären und ambulanten Hospizdienst allesamt erfolgreich absolviert.

Das Seminar orientierte sich an der "Handreichung für Multiplikatoren“ von Monika Müller vom Deutschen Hospiz- und Palliativverband (DHPV). Der "physiologische Sterbeprozess“, "Bedürfnisse Sterbender“, "Schmerzerleben und mögliche Therapieformen“ gehörten dabei ebenso zu den vermittelten Wissensinhalten wie eine wertschätzende Kommunikation mit Sterbenden, deren Angehörigen und Begleitern sowie "Ernährung am Lebensende“ oder letztendlich auch "Formen der Bestattung“.

"Schon längst ist die Auseinandersetzung mit schwerer Krankheit, Sterben und Tod für viele Menschen ein selbstverständliches Thema geworden."Peter Rörsch, Vorstandsvorsitzender des Hospizvereins Damme

Auch die Themen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sowie Trauerarbeit bedachte das Seminar. "Schon längst ist die Auseinandersetzung mit schwerer Krankheit, Sterben und Tod für viele Menschen ein selbstverständliches Thema geworden“, freute sich der Vorstandsvorsitzende des Dammer Hospizvereins Rörsch über eine "Enttabuisierung“ des Themas Tod in der Gesellschaft insgesamt, aber auch darüber, dass es mit den Seminarteilnehmerinnen und –teilnehmern nun weitere "helfende Hände“ geben werde. Besonders sei erfreulich: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars seien jungen und mittleren Alters. Das Qualifizierungsseminar ist generell für Menschen gedacht, die sich näher mit dieser Thematik auseinandersetzen wollen und in der Begleitung Schwerkranker und ihrer Angehöriger eine "sinnvolle Aufgabe“ sehen.

Ziel: Thema Hospiz mehr in die Öffentlichkeit bringen

So sah es auch Nadine Busse. Die 30 Jahre alte Gymnasiallehrerin aus Vechta ist nach eigenen Angaben eh schon "sehr breit im Ehrenamt aufgestellt“: Die Lehrerin an der Oberschule Barnstorf mit gymnasialem Zweig arbeitet schon seit längerer Zeit mit psychisch Erkrankten, in der Krisenintervention und als Opfer-Helferin beim Weißen Ring mit. Darüber hinaus fahre sie im Herzenswunsch-Krankenwagen des Malteser Hilfsdienstes mit und erfülle somit "letzte Wünsche“ von Schwerstkranken und sterbenden Menschen. "Jetzt möchte ich auch dazu beitragen, den letzten Weg im Leben angenehm und positiv zu gestalten helfen!“, bestätigte Busse als neue Hospizhelferin gegenüber OM-Medien. Busses Mutter sei Pastoralreferentin und in der Krankenhausseelsorge tätig. "Das Thema Tod ist bei uns zu Hause daher immer ein offenes Thema gewesen“, zeigte sich Busse ohne Berührungsängste.

Auch Sylvia von Garrel möchte nach eigenen Angaben "etwas Sinnvolles“ in ihrem Leben leisten und das Thema Hospiz mehr in die Öffentlichkeit bringen. Die 38 Jahre alte Dinklagerin hat selber beim Tod ihrer Mutter in einem Hospiz die Sterbebegleitung als "etwas Gutes“ erleben dürfen. "Jetzt möchte ich davon etwas zurückgeben“, so von Garrel, die "den Tod nicht totschweigen“ sondern zu einem wichtigen Thema machen will.


Fakten:

  • Den Hospizverein Damme gibt es seit mittlerweile Dezember 1998. Zurzeit zähle er 98 Mitglieder, davon arbeiten 25 ehrenamtlich als Hospizhelferinnen und –helfer, informiert der Vorsitzende Peter Rörsch.
  • In verschiedenen Arbeitskreisen ist der Hospizverein aktiv. Dabei geht es in erster Linie um regelmäßige Treffen, das Erstellen eines Leitfadens für Sterbe- und Trauerbegleitung und um begleitende Fachliteratur. "Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist und bleibt aber natürlich nach wie vor die individuelle Begleitung Sterbender und ihrer Angehöriger!", bestätigt Rörsch.
  • Mehr zur Sterbebegleitung unter https://www.hospizverein-damme.de.

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