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Nabu vermisst immer noch den Ausgleich für das neue Baugebiet in Altenoythe

Der Einrichtung des Baugebiets "Schmaler Damm" in Altenoythe fiel eine Wallhecke zum Opfer. Die Naturschützer kritisieren, dass vom Ersatz auch nach 2 Jahren nichts zu sehen ist.

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Wildwuchs statt Wallhecke: Bis zu den Bäumen  im Hintergrund soll eine Wallhecke entstehen. Doch was Norbert Rehring (links) und Konrad Thoben vor Ort sehen, ist nur eine Erdaufschüttung. Foto M. Passmann

Wildwuchs statt Wallhecke: Bis zu den Bäumen  im Hintergrund soll eine Wallhecke entstehen. Doch was Norbert Rehring (links) und Konrad Thoben vor Ort sehen, ist nur eine Erdaufschüttung. Foto M. Passmann

"Das ist niemals im Leben eine Wallhecke", betonten Konrad Thoben und Norbert Rehring von der Friesoyther Ortsgruppe des Naturschutzbundes Nabu bei einer Ortsbesichtigung in unmittelbarer Nähe der Sternwarte in Gehlenberg. "Was wir hier sehen, ist lediglich eine kleine Erdaufschüttung mit Wildwuchs. Eine Wallhecke sieht anders aus."

Dabei hätte hier schon vor 2 Jahren eine Wallhecke entstehen sollen, als Kompensationsfläche für das neue Baugebiet "Schmaler Damm" in Altenoythe. In dem Plangebiet befand sich eine geschützte Wallhecke, ein etwa 210 Meter langes Stück davon musste dem Erdboden gleichgemacht werden, damit das Projekt verwirklicht werden konnte. Daraus resultierte die Verpflichtung der Stadt, an anderer Stelle eine neue Wallhecke anzulegen, und zwar im Verhältnis 1:2. Für den Wallheckenersatz hatte die Stadt eine in ihrem Eigentum stehende Fläche in Gehlenberg am Landwirtschaftsweg "Zum Tichelberg", etwa einen Kilometer südwestlich von Gehlenberg, vorgesehen.

Die Wegeseitenstreifen der rund 13 Meter breiten, dort liegenden Wegeparzellen sind an der Südseite abschnittsweise mit Einzelbäumen bestanden. Im zentralen Bereich wird jedoch ein Abschnitt von etwa 490 Metern Länge von Bewirtschaftern benachbarter Flächen ackerbaulich genutzt. Dieser Abschnitt soll, abzüglich zu berücksichtigender Zufahrten zu den Landwirtschaftsflächen, für die Anlage einer Wallhecke genutzt werden. Insgesamt könne damit zur Kompensation der verloren gehenden Wallheckenabschnitte eine Wallhecke in einer ausreichenden Länge von 420 Metern realisiert werden, so die Stadt in ihrer damaligen Begründung.

2 Jahre sind für die Nabu-Vertreter nicht "zeitnah"

"Doch es hat sich bis heute nichts getan, eine Wallhecke ist hier weit und breit nicht zu sehen", ärgert sich Thoben. Mehrfach habe er dies bei der Stadt bemängelt. "Da hieß es immer, die Maßnahme werde zeitnah umgesetzt. Doch 2 Jahre sind für mich nicht zeitnah." Zudem bezweifeln er und Rehring, der für die Grünen im Stadtrat sitzt, dass die Wallhecke auf 420 Metern realisiert werden kann. "Wir haben die vorgesehene Fläche abgemessen. Das sind nach unserer Auffassung nur rund 300 Meter", sagt Thoben. "Ich weiß nicht, wie die Stadt das hinbekommen will, aber vielleicht hat sie noch irgendwo anders die fehlenden Meter liegen."

Sowohl er als auch Rehring erwarten, dass der Eingriff in die Natur beim Baugebiet in Altenoythe in Gehlenberg wieder ausgeglichen wird. Gleichwohl bescheinigt Rehring der Stadt, dass sie in den letzten Jahren ihrer ökologischen Verantwortung vermehrt nachkommt. In diesem Fall aber werde die Angelegenheit stiefmütterlich behandelt, befinden die beiden Naturschützer. "Die Anlegung der Wallhecke ist wichtig, damit hier wieder neuer Lebensraum für die Tierwelt geschaffen wird", so die Nabu-Vertreter. In Altenoythe sei dieser Raum den Tieren genommen worden.

Auf das Thema angesprochen, versprach Renate Geuter, die Vorsitzende der SPD/Grüne-Fraktion im Stadtrat, eine entsprechende Anfrage an die Stadtverwaltung zu richten, um in Erfahrung zu bringen, bis wann die Wallhecke eingerichtet werden soll. Bürgermeister Sven Stratmann versicherte, sich beim Bauamt über die Planungen zu informieren und den Vorgang prüfen zu lassen.

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