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Nabu sucht besonders naturnahe Gärten

Weil es immer weniger naturbelassene Flächen gibt, sind naturnahe Gärten umso wichtiger. Diese will die Ortsgruppe Friesoythe des Naturschutzbundes Nabu jetzt auszeichnen.

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Insektenhotels sind wie auch Vogelnistkästen wichtige Elemente in naturnahen, tierfreundlichen Gärten. Symbolbild: dpa/Woitas

Insektenhotels sind wie auch Vogelnistkästen wichtige Elemente in naturnahen, tierfreundlichen Gärten. Symbolbild: dpa/Woitas

Naturnahe Gärten erleben derzeit einen Aufschwung. Die Gartengestaltung hat, vielleicht auch wegen Corona, bei vielen Eigenheimbesitzern zuletzt stark an Bedeutung gewonnen. Die Ortsgruppe Friesoythe des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) hat deshalb einen Wettbewerb zur Gartengestaltung ausgerufen. Prämiert werden, so heißt es auf dem Flyer, Gärten, die besonders naturnah gestaltet sind.

„Wir wollen Menschen, die Sinn für eine andere Art der Gartengestaltung haben, ermuntern sich zu melden und dadurch andere Menschen motivieren“, beschreibt Norbert Rehring vom Nabu Friesoythe die Idee hinter dem Wettbewerb. „Wenn jeder ein bisschen was macht, ist das für unsere Vogel- und Insektenwelt schon ein Gewinn.“

„Es gibt Gärten, die der Tierwelt gar nichts bringen. Da finden die Tiere noch nicht mal mehr Brut- und Nistplätze.“Norbert Rehring, Nabu

Für Rehring kommt naturnahen Gärten eine immer größere Bedeutung zu. „Wir haben ja kaum mehr richtige Natur“, sagt er mit Blick auf die voranschreitende Versiegelung und den Flächenbedarf der Landwirtschaft. „Deshalb sollten Gärten Aufgaben der Natur mitübernehmen."

Da aber sieht Rehring noch sehr viel Potenzial. „Es gibt Gärten, die der Tierwelt gar nichts bringen“, hat er festgestellt. Gärten mit immergrünen Hecken und Sträuchern gehören dazu, aber auch reine Grasflächen, ganz zu schweigen von den berühmt-berüchtigten Steinbeeten. „Da finden die Tiere noch nicht mal mehr Brut- und Nistplätze“, bedauert er.

Ein naturnaher Garten hat nichts mit Verwilderung zu tun

Die Nabu-Mitglieder sehen sich deshalb in der Verantwortung, zumindest die eigenen Gärten naturnah sowie Tier- und Insektenfreundlich zu gestalten. Das allerdings hat nichts mit „einfach wachsen lassen“ und Verwilderung zu tun. „Auch ein naturnaher Garten muss gestaltet werden“, betont Rehring. „Wenn man ihn verwildern lässt, setzen sich bei unseren stickstoffreichen Böden Pflanzen wie etwa der Girsch oder die Brennnessel durch, die man nicht oder nicht in der dann auftretenden Menge haben will", sagt er.

Und noch etwas ist ihm wichtig: „Auch der Mensch muss sich in dem Garten wohlfühlen, seine Ecken und Plätze haben“, betont er. „Eine halbe Stunde im Garten sitzen und dabei die Natur, Vögel und Insekten beobachten, ist wunderschön.“

Was der Nabu sich von den teilnehmenden Gartenbesitzern wünscht, geht aus dem Informationsblatt hervor. Die Kriterien allerdings sind weit gefasst, um möglichst vielen Gartenfreunden die Teilnahme schmackhaft zu machen. Heimische Blütenpflanzen und Straucharten werden genannt, ein Insektenhotel und Vogelnistkästen, auch ein Teich dürfte Pluspunkte bringen. Bis zum 30. Juni haben Interessenten noch Zeit, sich mit ihrem Garten beim Nabu Friesoythe zu bewerben.


Fakten:

  • Wer an dem Wettbewerb teilnehmen will, kann seine Bewerbung mit Angabe von Namen, Adresse und Telefonnummer bis zum 30. Juni 2021 unter grueneoase-friesoythe@web.de oder schriftlich an die NABU-Ortsgruppe Friesoythe, „Gartenwettbewerb 2021“, Großer Kamp West 8, 26169 Friesoythe einreichen.
  • Bewerbungsschluss ist der 30. Juni.
  • Eine Jury wird die gemeldeten Gärten besuchen und anhand eines Kriterienkatalogs bewerten.
  • Die Gewinner bekommen Preise, Bilder der besten Gärten werden in einem Schaukasten am Burghotel präsentiert.

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