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Mutmaßliche Terroristin will ihr Schweigen brechen

Jennifer W. aus Lohne, die als mutmaßliche IS-Terroristin derzeit in München vor Gericht steht, will sich am Montagmittag offenbar erstmals zu den Vorwürfen äußern.

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Jennifer W. wird Kriegsverbrechen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Foto: Kneffel / dpa

Jennifer W. wird Kriegsverbrechen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Foto: Kneffel / dpa

Was hat die mutmaßliche IS-Terroristin Jennifer W. aus Lohne zu sagen? Nach einer Ankündigung ihrer Anwältin wird die Fortsetzung des Prozesses am Oberlandesgericht in München mit Spannung erwartet. Denn bislang hat die Angeklagte geschwiegen. Das soll sich am Montagmittag offenbar ändern.

Die wegen Mordes und Mitgliedschaft in der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeklagte junge Frau aus Lohne will sich demnach erstmals in dem Verfahren zu den Vorwürfen äußern. Sie soll im Irak tatenlos zugesehen haben, wie ein fünfjähriges jesidisches Mädchen, das als Sklavin gehalten worden sein soll, verdurstete. Ihr damaliger irakischer Ehemann soll das Kind 2015 bei praller Sonne und großer Hitze im Hof an einem Fenstergitter festgebunden haben.

Die Angeklagte werde sich anderthalb Jahre nach dem Beginn ihres Prozesses vor dem Oberlandesgericht (OLG) München «sowohl zu ihren persönlichen Verhältnissen als auch zur Sache» äußern, hatte ihre Anwältin Seda Basay-Yildiz angekündigt. Sie hatte vor Gerichts bereits begonnen, eine persönliche Erklärung ihrer Mandantin zu verlesen.

Im Prozess gab es immer wieder Verzögerungen

Der Prozess hatte im April 2019 begonnen und sollte ursprünglich am 30. September zu Ende gehen. Doch es kam in dem Verfahren immer wieder zu Verzögerungen. Zuletzt auch deshalb, weil Jennifer W. ihren Anwälten das Mandat entziehen lassen wollte. Auch die Anwälte baten um Entbindung: Gegen die Anwälte war zwischenzeitlich ein Ermittlungsverfahren eingeleitet , weil sie in der Verhandlung vor dem Münchner OLG aus einem nicht-öffentlichen Islamismus-Prozess am OLG Düsseldorf zitiert haben sollen, in dem sie ebenfalls als Pflichtverteidiger tätig sind. Der Antrag wurde aber abgelehnt.

Ebenfalls abgelehnt wurde ein Antrag auf Entlassung aus der Untersuchungshaft. Die Verteidiger hatten in ihrem Antrag argumentiert, das Verfahren dauere zu lange und durch die Haft werde in Grundrechte eingegriffen.Die Ablehnung wurde Ende Februar vom Bundesgerichtshof bestätigt.

In Frankfurt im Main läuft seit April parallel ein Verfahren gegen den Ex-Mann von Jennifer W. Er muss sich wegen Menschenhandels, Mord und Völkermord vor Gericht verantworten. Die Prozesse gegen die beiden laufen getrennt, weil sie zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlicher Orten festgenommen wurden.

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