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"Muss hier erst ein Kind angefahren werden?"

Norbert Hogeback beklagt die Verkehrssituation auf der Hufeisenstraße und dem Misbäkerdamm in Mühlen. Es werde zu schnell gefahren. Das möchte der Landkreis prüfen.

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Zwei Schilder, zwei Höchstgeschwindigkeiten: Der Schilderwald - wie hier auf der Hufeisenstraße in der vergangenen Woche - sei irritierend, klagt Norbert Hogeback. Foto: Böckmann

Zwei Schilder, zwei Höchstgeschwindigkeiten: Der Schilderwald - wie hier auf der Hufeisenstraße in der vergangenen Woche - sei irritierend, klagt Norbert Hogeback. Foto: Böckmann

Norbert Hogeback ist sauer. "Das ist ein Irrsinn. Muss es hier denn erst knallen, bis etwas passiert? Bis ein Kind angefahren wird?", fragt der Rentner aus Mühlen. Hogeback wohnt am Misbäkerdamm, der zusammen mit der Hufeisenstraße und dem Grünen Weg in Mühlen zum einen eine Verbindung in den Ortskern ist und in die andere Richtung auf die Lohner Straße - die wichtige Verkehrsachse zwischen Lohne und Steinfeld - führt. Seit einigen Wochen habe sich die Verkehrssituation auf den Straßen aber dramatisch verschlechtert, findet Hogeback. Der Verkehr habe deutlich zugenommen. Was etwas vielleicht weniger schlimm wäre, wenn die Verkehrsteilnehmer mit ihren Autos, Lkw oder Treckern "nicht so brettern würden".

Der Grund für den zunehmenden Verkehr scheint klar: Weil auf der Lohner Straße – der Landesstraße 846 – ein Brückenbauwerk am Mühlenbach ausgetauscht werden muss, nutzen scheinbar viele Verkehrsteilnehmer die Hufeisenstraße, Misbäkerdamm und auch den Grünen Weg als inoffizielle Abkürzung, sagt Norbert Hogeback. Dass viele Pkw und Lkw auf den zum Teil engen und nicht in einem optimalen Zustand befindlichen Straßen nach seinem Empfinden viel zu schnell fahren, sei aber von den Behörden auch hausgemacht.

In der Vergangenheit durfte auf den Straßen außerhalb von Mühlens Ortskerns bis zu 100 Stundenkilometer schnell gefahren werden, sagt Hogeback. Jetzt seien einige Schilder aufgestellt worden, aber die Situation sei ziemlich unübersichtlich und ändere sich gefühlt täglich, beobachtet der Rentner. Man wisse nicht immer, ob nun Tempo 100, 70, 50 oder 30 erlaubt sei. Es sei zum Teil ein Schilderwald. Das prominenteste Beispiel sei die Hufeisenstraße: Wer von der Lohner Straße aus kommend darauf abbog, der sah bis vor kurzem das Ortseingangsschild auf der linken Seite (also Tempo 50 als Höchstgeschwindigkeit) und auf der rechten Seite das Tempo-70-Schild.

Hier wirds gefährlich: Norbert Hogeback warnt vor der scharfen S-Kurve vor dem Bahnübergang. Foto: BöckmannHier wird's gefährlich: Norbert Hogeback warnt vor der scharfen S-Kurve vor dem Bahnübergang. Foto: Böckmann

"Das ist hier alles Mist", schüttelte Norbert Hogeback beim Pressefoto an dieser Stelle mit dem Kopf und warnte ein paar Hundert Meter weiter auch vor der scharfen S-Kurve vor dem Bahnübergang, die gefährlich sei.  Für ihn steht fest: Auf den inoffiziellen Umleitungsstrecken sollte höchstens Tempo 50 erlaubt sein.

Eine höhere Geschwindigkeit sei angesichts des Verkehrsaufkommens nicht zu verantworten. Er wolle nicht nur meckern und schimpfen, sagt Norbert Hogeback, sondern auf die Situation aufmerksam machen. Denn die Kinder, laut dem Mühlener wohnen rund 10 auf dem Misbäkerdamm und der Hufeisenstraße, müssten höllisch aufpassen. Die Anwohner hätten große Sorgen, ihre Kinder zur Schule zu schicken.

Der Landkreis Vechta bestätigt auf der Hufeisenstraße - bedingt durch die Brückenbauarbeiten - ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Ob es dort zu vermehrten Überschreitungen der Höchstgeschwindigkeit käme, werde derzeit von der Kreisbehörde geprüft. Gegebenenfalls würden Geschwindigkeitskontrollen veranlasst, teilte Sprecher Jochen Steinkamp mit.

Landkreis Vechta und die Gemeinde Steinfeld erklärten: Im Zuge der Brückenbaumaßnahme sei in Abstimmung auch mit dem Land ein Umleitungskonzept vorgenommen worden. Dieses sieht unter anderem vor: Tempo 70 auf der Hufeisenstraße (außerorts), Durchfahrtverbot für Lkw auf der Hufeisenstraße, dem Misbäkerdamm und anderen Straßen, Tempo 30 für die Straße Am Hövel (innerorts).

Kreis: Es gibt keine fehlerhaften Beschilderungen mehr

Zur Kritik am Schilderwald sagte Kreissprecher Steinkamp, dass am Donnerstag keine fehlerhaften Beschilderungen mehr festgestellt worden seien. Es komme jedoch gelegentlich vor, dass Schilder versetzt oder entwendet würden. So sei die widersprüchliche Beschilderung auf der Hufeisentraße zu erklären, teilte Steinkamp mit.

Auf die Frage an die Gemeinde Steinfeld, wie sich die Verkehrssituation möglicherweise verbessern könnte, hieß es aus dem Rathaus knapp: "Wenn alle beteiligten Verkehrsteilnehmer ein gesundes und angemessenes Maß an Verkehrsverhalten an den Tag legen." Es ist eine Antwort, die Hogeback nicht zufrieden stellen dürfte.

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