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Musik an – Welt aus

Kolumne: Die Generation Z zeigt's Ihnen – Ob beim Sport, beim Feiern oder beim Faulenzen – ohne gute Musik fehlt etwas. Nur schade, dass im Radio immer wieder derselbe Einheitsbrei gespielt wird.

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Für die tägliche Gute-Laune-Dosis auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause gehört Musik einfach dazu – den meisten Spaß liefert dabei oft eine kleine Karaoke-Einlage meinerseits. Aus vollem Halse völlig ungeniert lossingen lässt es sich schließlich am besten im Auto. Der nächste Plattenvertrag ist mir also so gut wie sicher. Dafür ist kein Juryurteil erforderlich. Doch leider lässt die Songauswahl der Radiosender oft zu wünschen übrig und dank "Heavy Rotation" wiederholen sich die Lieder auch permanent. Die Abwechslung fehlt, sich gesanglich auszuleben fällt also oft flach.

Daher ist es gut, dass es darüber hinaus zum Beispiel noch Musik-Streaming-Dienste gibt. Plattformen wie Spotify, Deezer, Apple Music, Amazon Music und Co. bieten Millionen Songs zur Auswahl. Gegen einen monatlichen Beitrag von rund 10 Euro kann ich auf die Musik-Bibliothek eines Anbieters zurückgreifen und unbegrenzt Musik auf dem Smartphone oder dem Computer abspielen. Die Systeme der einzelnen Anbieter arbeiten teilweise so ausgefeilt, dass ich als Nutzerin immer wieder aufs Neue Musik vorgeschlagen bekomme, die ganz meinem Geschmack entsprechen soll. Songs, Alben oder erstellte Playlists kann ich zusätzlich mit Freunden teilen, wodurch ich auch immer wieder neue Songs und Interpreten entdecken kann. Das Konzept hat die Musikbranche revolutioniert.

"Kauft man sich im Laden eine Vinylplatte, hegt und pflegt man sie. Der Wert der Musik ist greifbar und mir als Musikliebhaberin dadurch erst richtig bewusst."Meike Wienken

Aber: Mit einem Streaming-Abo habe ich zwar unbegrenzt Zugriff auf Musik, jedoch keinerlei Besitzanspruch darauf. Kauft man sich im Laden eine CD oder Vinylplatte, hegt und pflegt man sie. Der Wert der Musik ist greifbar und wird mir als Musikliebhaberin dadurch erst richtig bewusst. Musik-Streaming kann aber schnell dazu führen, dass Musik schon durch den bloßen Überfluss ihren Wert verliert. Ist sie also längst keine Kunst mehr, sondern nur noch ein bloßes Konsumgut?

Wenn ich mir die Chartlisten ansehe, stelle ich immer wieder fest: Ja, da könnte etwas dran sein. Die Songs werden teilweise immer kürzer, eine Lauflänge von 2.30 Minuten ist inzwischen kein ungewöhnliches Phänomen mehr. Außerdem häufen sich inzwischen Coverversionen oder gar neu arrangierte Klassiker. Und ich frage mich: "Fällt denen nichts Neues mehr ein?"

Schließlich ist Musik mehr als bloßes Hintergrundgeplänkel. Sie hilft Menschen, besser durch Krisen wie etwa die Corona-Pandemie zu kommen. Das belegt auch eine Studie des Max-Planck-Instituts. Während des ersten Lockdowns von April bis Mai 2020 wurden Stichproben erhoben: Über 5000 Menschen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Indien und den USA beantworteten online Fragen zu ihrem Umgang mit Musik während der Krise. "Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, Musik zur Bewältigung emotionaler und sozialer Stressfaktoren zu verwenden", berichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Humanities and Social Sciences Communications".

So individuell die Bedürfnisse der Menschen sind – ob es um Spaß geht oder um Stressbewältigung – so sollte es auch um die Musik bestellt sein. Dann kann ich mich auch wieder voll und ganz auf meine Karaoke-Fahrten freuen.


Zur Person:

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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