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Museumseisenbahn rüstet Standort Bösel mit Licht und Kameras aus

Zweimal innerhalb von 14 Tagen haben Unbekannte die Waggons am Böseler Bahnhof mit Schmierereien versehen. Mit moderner Technik nimmt der Verein Museumseisenbahn jetzt gegen Vandalismus den Kampf auf.

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Josef Olberding hat die ersten Kameras auf einem der Laternenmasten installiert. Gemeinsam mit dem LED-Licht der Laternen und Bewegungsmeldern sollen sie weitere Schmierereien an den Waggons der Museumseisenbahn in Bösel verhindern. Foto: Stix

Josef Olberding hat die ersten Kameras auf einem der Laternenmasten installiert. Gemeinsam mit dem LED-Licht der Laternen und Bewegungsmeldern sollen sie weitere Schmierereien an den Waggons der Museumseisenbahn in Bösel verhindern. Foto: Stix

Im Kampf gegen Sprayer, die sich an Loks, Waggons und Gebäuden verewigen wollen, rüstet der Verein Museumseisenbahn Friesoythe-Cloppenburg am Standort Bösel jetzt auf. Am Dienstag hat ein Team um den Vereinsvorsitzenden Karl-Heinz Scholz die ersten Kameras an den Laternenmasten am Böseler Bahnhof installiert. Gemeinsam mit einem Bewegungsmelder sollen sie dafür sorgen, dass Sprayer und Vandalen künftig die Finger von den Museumsstücken lassen.

Auslöser für den Kauf der Kameras waren Schmierereien, mit denen unbekannte Täter vor 14 Tagen zahlreiche Waggons verunstaltet hatten. Am Samstag (27. November) kamen weitere hinzu. "WEK", die Ziffernfolgen "107", "2021" und das Datum seines Besuches hat der Täter per Spraydose und Edding an einer Lok, einem Bagger, mehreren Wagen und auch am Schuppen des Vereins hinterlassen. Auch Hakenkreuze finden sich unter den neuen Schmierereien.

„So schlimm, wie in diesem Jahr, war es noch nie.“Karl-Heinz Scholz, Vorsitzender Museumseisenbahn

"Die wollen uns ärgern", ist sich Scholz sicher. "So nach dem Motto 'Ihr bekommt uns nicht!'" Und bislang lagen die Täter mit dieser Vermutung meist, wenn auch nicht immer, richtig. "Schmierereien gibt es schon lange", sagt Scholz. "Aber so schlimm, wie in diesem Jahr war, es noch nie." Mit neuen LED-Lampen, Bewegungsmeldern und Kameras hofft der Verein, den Sprayern jetzt einen Schritt voraus zu sein. "Die Kameras decken unser gesamtes Gelände ab", versichert Scholz. "Die laufen 24 Stunden am Tag, die Aufnahmen werden 30 Tage gespeichert."

Mit dem Filmmaterial könnte man Täter möglicherweise identifizieren, vor allem aber hofft Scholz auf einen abschreckenden Effekt. "Natürlich weisen wir darauf hin, dass der Bereich per Video überwacht wird", sagt er. Und das Licht aus den zahlreichen LED-Röhren mit jeweils 1850 Lumen trage vielleicht auch etwas dazu bei, dass es gar nicht erst zu Schmierereien komme. Denn die Beseitigung der Schäden ist teuer, für die Seitenwand eines Waggons veranschlagt der Verein 5000 bis 7000 Euro. "Derzeit haben wir keine Einnahmen, weil wir wegen Corona keine Gruppenfahrten anbieten können", sagt Scholz. Da sei so ein Betrag für den Verein kaum zu stemmen.

Spraydose und Edding werden von der Polizei untersucht

Ein klein wenig Hoffnung hat Scholz, dass der Täter vom Wochenende doch erwischt wird. Zum einen ist nach wie vor eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen. Zum anderen hat der Täter eine Spraydose und einen Edding am Gelände gelassen. "Die sind inzwischen bei der Polizei", sagt Scholz. Dort werden sie, so die Auskunft aus dem Polizeikommissariat Friesoythe, spurentechnisch behandelt und unter anderem auf Fingerabdrücke und DNA-Spuren untersucht. 

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