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Museumsdorf wird österliches Riesenpicknick mit Programm

Mit Kühltaschen und Bollerwagen waren die Familien ausgerüstet, um im Freilichtmuseum die Zeit zu genießen. Die Mitarbeiter hatten für sie viele Mitmachaktionen vorbereitet.

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Heißer Hase: Michael Kröger zeigte in der Schmiede sein Können. Foto: Thomas Vorwerk

Heißer Hase: Michael Kröger zeigte in der Schmiede sein Können. Foto: Thomas Vorwerk

Mehrere Tausend Besucher lockte das gute Wetter am Wochenende in das Museumsdorf nach Cloppenburg. Das Team hatte zum Osterspaziergang eingeladen und dem Ruf folgten die Gäste gerne in eines der ältesten Freilichtmuseen Deutschlands. Überall standen Sitzgelegenheiten und die Familien breiteten sich an den Tischen aus, holten ihre mitgebrachten Snacks hervor oder ließen sich das frische Brot aus dem Backhaus, den Bienenstich und den Kaffee schmecken.

In der Wehlburg wurden die Köchinnen kaum der Nachfrage Herr, denn die Eierkuchen aus der gusseisernen Pfanne über dem offenen Feuer hatten Suchtpotenzial. Immer wieder wurde Teig angerührt, um auch die letzten Leckermäuler zu bedienen. So gestärkt war das Sackhüpfen eine leichte Aufgabe, auch wenn man sich des Eindrucks nicht erwehren konnte, dass die Erwachsenen ihren Kindern einen kleinen Vorsprung gaben. Beim Eierlaufen und dem "Ostereiertanz" mit verbundenen Augen waren Geschicklichkeit und Vertrauen gefragt.

Viele eiserne Herzen verschenkt

Einblicke in uralte Handwerkskunst gab es in der Schmiede. Michael Kröger stand an dem Feuer und brachte mit gekonnten Hammerschlägen das Eisen in Form. Einen Flaschenöffner, ein Hufeisen, einen Hasen und zahlreiche Herzen schuf er auf diese Weise und verschenkte die Stücke anschließend. Dabei beantwortete der 32-Jährige die Fragen der Kinder geduldig und scherzte mit ihnen. "Ihr müsst immer auf eure Eltern hören, sonst werdet ihr am Ende auch Schmied", flachste der Varrelbuscher. Dabei haben seine Einsätze im Museumsdorf genau das als Ziel. "Wir sind hier am Wochenende ehrenamtlich im Einsatz, um das Museumsdorf zu beleben", erklärt er seine Motivation. An den anderen Tagen ist er in der Werkstadt von Alfred Bullermann in Friesoythe aktiv. "Er ist mein Lehrmeister, Mentor und einer meiner besten Freunde", meint Kröger, der die Schmiedeszene als eine große Familie bezeichnet.

In Bewegung: Viele Mitmach-Aktionen gab es auf dem Gelände des Museumsdorfes. Foto: Thomas VorwerkIn Bewegung: Viele Mitmach-Aktionen gab es auf dem Gelände des Museumsdorfes. Foto: Thomas Vorwerk

Ähnlich wie er ist auch Matthias Frister im Einsatz. Der Tischlermeister aus Stade ist eher zufällig vor 4 Jahren auf das Museumsdorf Cloppenburg aufmerksam geworden. "Ich habe erfahren, dass hier zu besonderen Tagen alte Handwerke vorgeführt werden und gefragt, ob Interesse an einem Drechsler besteht." Der Zufall wollte es wohl so, denn sein Vorgänger war aus Altersgründen ausgestiegen und so übernahm der 56-Jährige seinen Posten. "Ich versuche, an 10 bis 12 Terminen im Jahr hier zu sein. Es ist eine wunderschöne Umgebung hier und ich freue mich, wenn ich in die alte Drechselei einziehen kann."

Die Arbeit geht dem Handwerksmeister flott von der Hand und wird von den Besuchern bestaunt. Doch so leicht, wie es scheint, ist es am Ende doch nicht und die Schale, die kurz vor der Vollendung steht, zerbricht kurz vor dem Finale. "Das passiert. Man steckt in dem Holz nicht drin". Gleichwohl hat er, wenn er das Ausgangsmaterial in den Händen hält, meist schon eine genaue Vorstellung, was sich in dem Stück verbirgt. "Manchmal dauert es auch Jahre, aber dann kommt die richtige Idee und das Holz wird bearbeitet."

Foto: Thomas Vorwerk
Foto: Thomas Vorwerk
Foto: Thomas Vorwerk
Foto: Thomas Vorwerk
Foto: Thomas Vorwerk
Foto: Thomas Vorwerk
Foto: Thomas Vorwerk
Foto: Thomas Vorwerk
Foto: Thomas Vorwerk
Foto: Thomas Vorwerk
Foto: Thomas Vorwerk
Foto: Thomas Vorwerk
Foto: Thomas Vorwerk
Foto: Thomas Vorwerk

Ebenso spannend, wie den Handwerkern bei ihrer kreativen Arbeit zuzuschauen, war für die Kinder der Streichelzoo auf dem Hof Awick. Junge Osterlämmer ließen sich durch den Zaun berühren und gleich nebenan stand ein gläserner Brutkasten, in dem man den Kücken beim Schlüpfen zuschauen konnte.

Am Ende waren es rund 3000 Besucher, die sich den ersten Ostertag mit einem abwechslungsreichen Spaziergang durch das Museumsdorf gestalteten. Auch am Ostermontag wird von 10 bis 18 Uhr ein Programm angeboten, das ebenso bunt ist, wie die vom Hasen verschenkten Eier. 3600 Exemplare waren es am ersten Tag, die verteilt wurden.

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