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Mühlentechnik liegt nun auf dem Seziertisch

Eine Fachfirma hat zur Restaurierung das Innenleben aus der Kappe des Essener Wahrzeichens entfernt. Nun wird die Technik in den Niederlanden überholt.

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Spannendes Innenleben: Der Vorsitzende des Heimatvereins, Karl-Heinz Schnieder, bei der Vorortbesichtigung der Technik in der Mühlenkappe. Foto: Sperveslage

Spannendes Innenleben: Der Vorsitzende des Heimatvereins, Karl-Heinz Schnieder, bei der Vorortbesichtigung der Technik in der Mühlenkappe. Foto: Sperveslage

Diekmanns Mühle, eines der Wahrzeichen der Gemeinde Essen, war bis zur Abnahme der Flügel 2014 ein Anlaufpunkt für Jung und Alt. Das Gästebuch zeigt zudem, dass auch das Interesse bei Besuchern aus dem Ausland groß war. Allerdings war es nicht ganz einfach, die Mühlentechnik zu besichtigen, da die Stiegen in den oberen Teil des Bauwerkes sehr steil und klein waren. Im vergangenen Jahr wurde die Mühlenkappe abgenommen.

Imposantes Kammrad mit Durchmesser von 2,80 Metern

Jetzt hat der Mühlenbauer die Abdeckung entfernt und so war der Blick frei für die Technik, die sich unter der Kappe verbirgt. Imposant ist das Kammrad mit einem Durchmesser von etwa 2,80 Metern, das an der großen Flügelwelle befestigt ist. Daran sind die Flügel befestigt, die durch die Windenergie die das mit Zähnen versehene Kammrad zum Drehen bringt und so die Kraft auf die Königswelle, die mit der Mahltechnik verbunden ist, überträgt.

Diekmanns Mühle ist ein Galerieholländer

Diekmanns Mühle ist ein sogenannter Galerieholländer. Die ersten Mühlen dieser Art kamen Ende des 16. Jahrhunderts in den Niederlanden auf und verbreiteten sich dann besonders im Norden Europas. Neben dem Kammrad und der großen Flügelwelle befinden sich die Backenbremse und das Rollenlager der Dachhaube unter der Mühlenkappe. Nach einer Untersuchung durch den Monumentendienst wurde 2014 festgestellt, dass die Flügelwelle stark von Schädlingen befallen war. „Das führte dazu, dass wir gezwungen waren, die Flügel abzunehmen“, berichtet der Vorsitzende des Heimatvereins, Karl-Heinz Schnieder. Denn an der Mühle fanden, neben den Besuchen, zahlreiche Aktionen mit großen Besuchermengen statt, zum Beispiel am Mühlentag.

"Damit ist ein wichtiger Schritt in Rchtung Fertigstellung getan."Karl-Heinz Schnieder, Vorsitzender des Essener Heimatvereins

Die Gefahr, dass die Flügel herabstürzen könnten, sei einfach zu groß gewesen, so der Mühlenvorsitzende, der auf die deutlich sichtbaren Schadstellen an der Flügelwelle hinwies. Die Mühlenbauer haben nun die Einzelteile der Mühlentechnik aus der Kappe entfernt und zur Restauration in die Firma nach Holland transportiert. „Damit ist ein wichtiger Schritt in Richtung Fertigstellung getan“, freut sich Karl-Heinz Schnieder.

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