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Mühlenflügel werden sich bald wieder drehen

Mit Diekmanns Mühle hat die Gemeinde Essen eines ihrer Wahrzeichen restaurieren lassen. Der Heimatverein nutzt und unterhält das historische Gebäude künftig.

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Wahrzeichen: Die Renovierung von Diekmanns Mühle ist so gut wie abgeschlossen. Foto: Meyer

Wahrzeichen: Die Renovierung von Diekmanns Mühle ist so gut wie abgeschlossen. Foto: Meyer

Das hat sich gelohnt: 5 Jahre nach den ersten Planungen ist die Restaurierung von Diekmanns Mühle so gut wie abgeschlossen. Pfingstmontag wird der Essener Heimatverein das denkmalgeschützte Gebäude erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Und schon bald sollen sich auch die neuen Mühlenflügel wieder im Wind drehen.

Das Bauwerk ist ein Kleinod der besonderen Art. Keine Mühle in der Region ist so alt und so originalgetreu erhalten wie der um 1800 errichtete Galerieholländer. Im Innern wird das besonders deutlich. Der Schutz der historischen Bausubstanz habe bei allen Entscheidungen Vorrang gehabt, erklärt Vereinsvorsitzender Karl Heinz Schnieders. So griffen die Restaurateure – wenn möglich – auf das vorhandene Holz zurück oder ersetzten es fachgerecht. Das galt zum Beispiel für den Rollenkranz im Kappenboden. Er sorgt dafür, dass die Kappe wieder um 360 Grad gedreht werden kann. "Die Rollen bestehen aus Hartholz und wurden extra neu angefertigt", berichtet Schnieders.

Erhalt gesichert (von links): Die Vorsitzenden des Heimatvereins, Bernd Perk und Karl Heinz Schnieders, Bürgermeister Heiner Kreßmann, Thomas Middendorf (Heimatverein) und Bernadette Wichmann freuen sich über die gelungene Restaurierung. Foto: MeyerErhalt gesichert (von links): Die Vorsitzenden des Heimatvereins, Bernd Perk und Karl Heinz Schnieders, Bürgermeister Heiner Kreßmann, Thomas Middendorf (Heimatverein) und Bernadette Wichmann freuen sich über die gelungene Restaurierung. Foto: Meyer

Letztmals von außen renoviert worden war die Mühle vor 40 Jahren. Die damals verwendeten Dachschindeln wurden ebenfalls erneuert.

Erfahrene Mühlenbauer sind selten. Eine niederländische Fachfirma, die bereits die Restaurierung der Schuten Mühle in Huckelrieden durchgeführt hatte, übernahm den Auftrag. Dass sie etwas von ihrem Job verstehen, bewiesen die holländischen Handwerker, als sie die Schieflage der musealen Konstruktion erfolgreich korrigierten. Dafür verlängerten sie die hölzernen Stützpfeiler auf der tiefer liegenden Seite. "Sie mussten langsam und sehr genau arbeiten, um die Mühle nicht zu gefährden", erklärt Schnieders.

Der Coup glückte, womit zugleich die Drehfunktion wieder hergestellt war. Rein theoretisch ist das 200 Jahre alte Mahlwerk noch immer in der Lage, Mehl herzustellen. Vorführungen seien aber nicht geplant, betont Schnieders.

Die Mühle ist im Eigentum der Gemeinde Essen

Der Standort am heutigen Windmühlenweg hat eine lange Geschichte. Schon Mitte des 17. Jahrhundert soll sich dort eine Mühle befunden haben. Sie wurde gegen 1800 vollständig durch einen Neubau ersetzt. "Wir wissen, dass das Holz dafür einige Jahre zuvor geschlagen wurde", erklärt Schnieders.

Die Besitzerfamilie Diekmann ließ das historische Gebäude auch nach der Stilllegung des Mühlenbetriebes nicht verkommen. Nachfahrin Bernadette Wichmann wollte ebenso verantwortlich mit ihrem Erbe umgehen. Nach langer Bedenkzeit entschied sie sich dafür, die Mühle sowie das dazugehörende Familiengrundstück an die Gemeinde zu verkaufen. "Es ist einfach der beste Weg, um die Mühle zu erhalten", betont sie. Bürgermeister Heiner Kreßmann stimmt dem zu. Mit dem Kauf sei eine langfristige Lösung für ein Essener Wahrzeichen gefunden worden.

Räderwerk: Das Innenleben der Mühle ist zu einem großen Teil noch im Originalzustand. Foto: MeyerRäderwerk: Das Innenleben der Mühle ist zu einem großen Teil noch im Originalzustand. Foto: Meyer

Die Arbeiten kosteten rund 500.000 Euro. Das Amt für regionale Landesentwicklung Weser Ems (ArL) bewilligte Fördermittel. Auch der Landkreis, die Gemeinde und der Heimatverein beteiligten sich finanziell.

Die Nutzung hat die Kommune an den Heimatverein übertragen. Dessen Aktive kümmern sich ab sofort um die Instandhaltung und sorgen auch dafür, dass rund um die Mühle Leben herrscht. Ideen gibt es bereits. Neben Führungen – zu denen auch die Schulen eingeladen werden sollen – könnte in dem altehrwürdigen Gemäuer demnächst sogar geheiratet werden.

Zunächst geht es mit dem Mühlentag am Pfingstmontag, dem 6. Juni, los. Um 10 Uhr zelebriert Pfarrer Michael Borth eine Messe im Schatten der Mühle. Danach findet ein Frühschoppen statt. Der Heimatverein wird den ganzen Tag über Führungen anbieten. Besucher dürfen auch die Galerie betreten und den Ausblick von oben genießen.

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