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MT-Friedensbett: Nur noch ein kurzer Eingriff, dann ist der kleine Joao gesund

Der Junge aus Angola ist im Friesoyther Krankenhaus erfolgreich behandelt worden. Für den Weiterbestand der seit 2014 existierenden Aktion bittet die MT um Spenden.

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Fürsorglicher Beistand: Der kleine Joao wird von Maria Blum als Mitarbeiterin des Friedensdorfes international bei den abschließenden Behandlungen begleitet. Foto: Wimberg

Fürsorglicher Beistand: Der kleine Joao wird von Maria Blum als Mitarbeiterin des Friedensdorfes international bei den abschließenden Behandlungen begleitet. Foto: Wimberg

Joao protestiert. Der Spanner an seinem Bein muss bleiben, vermittelt der kleine Mann den Medizinern beim Versuch, das Gestell zu lösen. Zähne zusammenbeißen - das will er nicht mehr. "Alles in Ordnung, kein Problem", zeigt Dr. Stephan Amelung Verständnis für die lautstarke Verweigerung und beschließt, den kurzen Eingriff am nächsten Tag unter Narkose vorzunehmen.

"Dann schläfst du morgen einfach noch einmal und dann geht es zurück", erklärt Maria Blum ihrem Schützling aus Angola, der sich mit dieser Variante einverstanden erklärt.

Schmerzen hatte er in seinem Leben bereits genug, weiß auch die Mitarbeiterin des Friedensdorfes international in Oberhausen. Der Unterschenkel des 9-Jährigen war gebrochen und der Knochen entzündete sich. Wenn er nicht in Deutschland hätte operiert werden können, wäre das Bein nicht mehr zu retten gewesen, die Amputation unvermeidbar, "wie bei 80 Prozent der Kinder mit vergleichbarer Diagnose", berichtet Maria Blum.

Symbol fürs Friedensbett:  Seit 7 Jahren werden Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten in Friesoythe behandelt. Foto: WimbergSymbol fürs Friedensbett:  Seit 7 Jahren werden Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten in Friesoythe behandelt. Foto: Wimberg

Doch Joao hatte Glück, wurde mittlerweile 2-mal operiert und ist durch die Behandlung über das ausschließlich über Spenden finanzierte MT-Friedensbett am Friesoyther St.-Marien-Hospital nun auf dem Weg, wieder laufen zu können.

Der Junge stammt aus einer Großfamilie aus der Provinz, die sich eine medizinische Versorgung auch dann nicht leisten könnte, würde es sie geben. "Katastrophal" beschreibt die Vertreterin des Friedensdorfes die Verhältnisse im südafrikanischen Staat, der zu den ärmsten der Welt zählt. Mit ihren Kooperationspartnern arbeitet die nordrhein-westfälische Organisation eng zusammen und ließ auch Joao einfliegen, der bereits im Mai seine Heimat verließ.

Mit 70 Mädchen und Jungen ist er im Friedensdorf untergebracht. Viele davon stammen ebenfalls aus Angola, was ein Stück Zuhause bedeutet, andere kommen aus Afghanistan oder Usbekistan. "Eigentlich betreuen wir durchschnittlich 150 Kinder aus 7 Ländern, doch Corona hat natürlich auch unsere Arbeit extrem ausgebremst", informiert Maria Blum über einen monatelangen Stillstand.

Joao fliegt im November wieder zu seiner Familie

Seit Mitte des Jahres sei die humanitäre Hilfe jedoch wieder möglich, die grundsätzlich unpolitisch erfolgt. Somit verlaufe auch nach der Machtergreifung der Taliban die Zusammenarbeit mit den Partnern in Afghanistan reibungslos und die jungen Patienten könnten ausreisen. "Gott sei Dank ist das so", betonte die Betreuerin.

Joao, der schon ganz gut Deutsch spricht, wird in dieser Woche wieder das Friedensdorf erreichen und fliegt im November dann zurück zu seiner Familie. Sein Bein ist gesund, bleibt allerdings verkürzt. Ausgeglichen wird das durch eine Verstärkung der Schuhsohle.

Das Friedensdorf, das seit 1967 existiert, sorgt nicht nur fürs Gesundwerden von Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten, sondern verbessert auch die Infrastruktur in diesen Ländern, damit Mädchen und Jungen auf Dauer vor Ort versorgt werden können, formuliert Maria Buss Aufgaben und Ziele. "Darauf hoffen wir, aber das ist noch ein weiter Weg."

Info: Für das Projekt gibt es 2 Spendenkonten:

  • Landessparkasse zu Oldenburg IBAN: DE92 2805 0100 0091 1928 49 BIC: SLZODE22
  • Spadaka Friesoythe: IBAN: DE05 2806 6620 0404 5270 01
    BIC: GENODEF1FOY

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