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MT-Friedensbett in Friesoythe hilft aktuell zwei Jungen aus Afghanistan

Hans Werner (Neuscharrel) ist derzeit der einzige Helfer für die jungen Patienten. Das Friesoyther Krankenhaus hofft auf weitere ehrenamtliche Unterstützer und sucht auch persisch sprechende Personen.

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Hoffen auf Menschen mit Herz: Hans Werner (sitzend), Oberarzt Rexford Ohene Adu, Stationsleiterin Jessica von Hammel und die beiden Jungen Mohammed und Sajid. Foto: Wimberg

Hoffen auf Menschen mit Herz: Hans Werner (sitzend), Oberarzt Rexford Ohene Adu, Stationsleiterin Jessica von Hammel und die beiden Jungen Mohammed und Sajid. Foto: Wimberg

Das Wort "Maske" kennen Mohammed und Sajid (Namen geändert), seitdem sie das Friesoyther Krankenhaus betreten haben. Beim Bilderlotto mit Hans Werner sind ihnen mittlerweile auch Begriffe wie Apfel, Vogel, Haus und Maus geläufig. Auch ein paar Zahlen hat ihnen der frühere Rektor der Böseler St.-Martin-Schule schon spielerisch beigebracht. Dreimal pro Woche fährt der Neuscharreler Pensionär wieder ins St.-Marien-Hospital, um den gerade angereisten Kindern des "MT-Friedensbetts" Gesellschaft zu leisten.

Mit den 7 und 9 Jahre alten Jungen aus Afghanistan wurden erstmals 2 Patienten aufgenommen. Die beiden kannten sich zuvor nicht, "aber sie haben sich schnell kennengelernt und verstehen sich gut", freut sich Jessica von Hammel als Stationsleiterin. Ansonsten muss die Verständigung mit Händen und Füßen laufen, denn die Kollegin, die die Amtssprache "Farsi" beherrsche, sei zurzeit nicht im Hause. "Somit suchen wir noch persisch sprechende Personen, die Unterstützung leisten können", betonte die Krankenschwester.

"Ich weiß, wie schwer es für Mädchen und Jungen ist, sich weit weg von zu Hause in einem neuen Kulturkreis zurechtzufinden."Hans Werner

Dringend gesucht werden auch Frauen und Männer, die sich bereit erklären, den Friedensbett-Kindern ein bisschen die Zeit zu vertreiben. Hans Werner ist zurzeit der Einzige, "der geblieben ist" und hofft auf weitere Mitstreiter mit Herz. "Ich weiß, wie schwer es für Mädchen und Jungen ist, sich weit weg von zu Hause in einem neuen Kulturkreis zurechtzufinden", betonte der Pädagoge mit jahrzehntelanger Berufserfahrung. Deshalb sei es wichtig, ihnen das Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein, ihnen Freude zu schenken und den Aufenthalt zu erleichtern.

Krieg und Krise haben auch Mohammed und Sarji in ihrer zerrütteten Heimat schon reichlich erlebt und Leid und Schmerzen ertragen. Beide mussten Verletzungen am Bein aushalten. Da sich ihre Eltern eine Behandlung nicht leisten konnten und die medizinische Versorgung in ihrer Heimat ohnehin katastrophal ist, haben sich die Knochen entzündet und es war ein Glück, dass sie über das Friedensdorf in Oberhausen zur Behandlung nach Friesoythe gebracht wurden. Die Operationen stehen noch an, und dabei gelte es auch, eine Verkürzung zu richten, informiert der leitende Oberarzt, Rexford Ohene Adu.

Wie bei allen Mädchen und Jungen aus dem Friedensdorf braucht es aufgrund der Schwere der Verletzung eine längere Verweildauer. Somit sind auch die beiden Jungen noch mindestens bis Weihnachten im Krankenhaus. "Und es wäre es schön, wenn sich noch Ehrenamtliche fänden", unterstreicht Hans Werner, der die Treffen für sich als Bereicherung empfindet. Außer ein paar Stunden Zeit und Zuwendung seien keine Voraussetzungen erforderlich. "Und nicht zuletzt bedeutet es auch für das Pflegepersonal eine große Entlastung", sagt Jessica von Hammel.

  • Info: Wer Interesse hat, kann sich bei Hans Werner unter der Rufnummer 04493/1539 melden und informieren.

Fakten:

  • Das "MT-Friedensbett" ist ein gemeinsames Projekt der Münsterländischen Tageszeitung und des Friesoyther St.-Marien-Krankenhauses.
  • Der Einrichtung liegt das Wohl der Kinder am Herzen, die Ängste und Schrecken eines Krieges durchleben müssen. Oft bleiben sie unzureichend medizinisch versorgt und traumatisiert ihr Leben lang Opfer der Gewalt.

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