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MT baut neue Schule in Tansania: Der Unterricht kann jetzt beginnen

Das Geld stammt aus der Weihnachtsaktion, die Leser und Leserinnen hatten 16.000 Euro für das Projekt gespendet. Die Pläne wurden nun sogar noch erweitert.

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Der Unterricht kann beginnen: Die ersten 4 Klassenräume sind fertiggestellt. Foto: Bertzbach

Der Unterricht kann beginnen: Die ersten 4 Klassenräume sind fertiggestellt. Foto: Bertzbach

Der Unterricht kann beginnen: Mit Hilfe der MT-Weihnachtsaktion ist nun der erste Bauabschnitt einer neuen Schule in Tansania fertiggestellt worden. Die Leser und Leserinnen hatten 2019 insgesamt 16.000 Euro für das Projekt gestiftet, für die Nutzung stehen nun vier Klassenräume sowie ein Sanitärbereich bereit. Die Initiative ging auf Lina Bertzbach aus Cloppenburg zurück, sie war als Helferin in einem Kinderdorf im Ort "Mbingu" tätig.

Das neue Schulgebäude steht auf dem Gelände des Kinderdorfes mit Waisenheim, es soll nun noch erweitert werden. "Aus der Initiative heraus kamen weitere Spender hinzu", erklärt Bertzbach, die sich vor Kurzem selbst ein Bild vor Ort gemacht hat. Aus den 4 Klassenräumen sollen 22 werden, zudem soll es eine Mensa sowie ein Verwaltungs- und insgesamt zwei Sanitärgebäude geben.

Geplant sind 1. Klasse und Vorschulklasse

Geplant sind aktuell eine 1. Klasse sowie eine Vorschulklasse, die im Januar starten sollen. Am Ende sollen hier Kinder bis zur 6. Klasse unterrichtet werden, auf Dauer ist die Schule als Internat gedacht. Die Tafeln hängen schon an den Wänden, auch die Tische und Stühle sind bereits geliefert und eingelagert worden. 

Wie Bertzbach berichtet, hatte sich der Bau etwas verzögert. Zunächst verhinderte die Regenzeit eine Lieferung von wichtigen Bauteilen, Straßen waren komplett unterspült. Im Januar 2021 verstarb dann Heimleiterin "Mama Anna", die federführend die Planung und Umsetzung betreute. "Es war ihre Idee", erklärt die Cloppenburgerin, die eng und vertraut mit ihr zusammengearbeitet hatte. 

Neue Schule bringt große Hoffnung für Kinderdorf

In einem Brief hatte sich die damalige Leiterin zwischenzeitlich bei der MT gemeldet. Schon da berichtete sie: Neben Nahrung und Nähe wird die Bildung wesentlich für die Zukunft der Kinder sein. „Mama Anna“ sprach zudem von großer Hoffnung: "Die Schule wird dem Heim große Sorgen nehmen.“ Denn für die Kinder aus der Umgebung stelle der Neubau eine erhebliche Verbesserung da, die Wege und Möglichkeiten zur Bildung seien deutlich verbessert. Geleitet wird die Schule von einer Nonne, die ihr Lehramtsstudium gerade abgeschlossen hat. Die Einrichtung ist als Privatschule gedacht, damit sie sich künftig von alleine tragen kann.

Die Waisenkinder aus dem Dorf können sie allerdings kostenlos besuchen, das somit entfallene Schulgeld steht dann für Lebensmittel zur Verfügung. Denn für viele der Kinder geht es tagtäglich ums nackte Überleben. Die Mütter, oft selbst noch Kinder, seien bei der Geburt gestorben, und ihre Väter, wenn sie überhaupt bekannt sind, sehen sich außerstande, sich um die eigenen Babys zu kümmern. Mbingu, was auf Kisuaheli „Himmel“ heißt, bedeutet für diese Säuglinge die Rettung vor dem Tod.

Corona als zwischenzeitliche Herausforderung

Auch die Corona-Pandemie stellte die Verantwortlichen vor große Herausforderungen. Aufgrund von Schulschließungen kehrten ältere Kinder, die das Heim bereits verlassen hatten, wieder zurück. Um Familien zu entlasten und den Kindern eine Art Urlaub zu ermöglichen. Die Kleinen freuten sich unterdessen über die zusätzliche Aufmerksamkeit, die sie von den Großen bekommen. Die wiederum haben Spaß da­ran, die Kleinen zu beschäftigen. Außerdem nutzen sie ihre Zeit, um die Vorschulkinder zu unterrichten.

Schutzmasken und Desinfektionsmittel gab es zwischenzeitlich im Heim nicht. Die ohnehin schon seltenen Ausflüge seien vorerst komplett gestrichen worden. Auch die Verwandten der Kinder durften das Heim nicht mehr besuchen, ebenso wurden die häufigen Besuche von Kirchengruppen oder ähnlichen Einrichtungen abgesagt.

Immer wieder vor Ort: Lina Bertzbach aus Cloppenburg engagiert sich in Tansania. Foto: BertzbachImmer wieder vor Ort: Lina Bertzbach aus Cloppenburg engagiert sich in Tansania. Foto: Bertzbach

Nach dem Tod von "Mama Anna" steht Bertzbach nun mit den Nonnen vor Ort im Kontakt. Gefreut habe sie sich, dass sie noch einige Kinder wiedergetroffen hat, die sie aus ihren ersten Besuchen kannte. Sie war 2016 für 10 Monate sowie 2019 für 3 Wochen in Tansania und habe die Entwicklung immer mit verfolgt: "Das ist ein schönes Gefühl und macht auch schon stolz", sagt die angehende Lehrerin. Sie wolle auch immer wieder nach Afrika reisen und die Verbindungen dorthin aufrechterhalten. Unterstützt wurde sie dabei vom Rotary-Club Friesoythe-Artland-Cloppenburg (FAC), der sich auch für die aktuelle MT-Weihnachtsaktion engagiert hatte.

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