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Moobil-Plus: Löningen hat jetzt die meisten Haltestellen

Im aktuellen Jahr nutzten deutlich mehr Menschen den Rufbus. Sie profitieren auch von neuen Verbindungen, etwa zwischen Löningen und Quakenbrück.

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Von Klinik zu Klinik: Moobil-Plus-Busse verkehren auch zwischen Löningen und Quakenbrück. Foto: G. Meyer

Von Klinik zu Klinik: Moobil-Plus-Busse verkehren auch zwischen Löningen und Quakenbrück. Foto: G. Meyer

67 Moobil-Plus-Haltestellen sind inzwischen in Löningen eingerichtet worden. Das seien mehr als in jeder anderen Kommune des Landkreises Cloppenburg, berichtete dessen Mobilitätsbeauftragter, Daniel Seemann, im Ausschuss für Schule, Kultur, Tourismus und Gesundheit der Stadt. Seemann zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung des 2020 gestarteten Projekts. Es habe sich viel getan und das gelte besonders für das laufende Jahr.

Mit 6 festen Haltestellen rangiert Löningen allerdings nur auf einem hinteren Rang weit hinter Molbergen (16), Friesoythe (13) oder Garrel (12). Dafür gibt es besonders viele sogenannte Bedarfshaltestellen. Sie steuert der Moobil-Plus-Bus  bei vorheriger Buchung an. Von den insgesamt aktuell 594 Haltemöglichkeiten befinden sich mehr als ein Drittel (211) im Südkreis.

Um den öffentlichen Nahverkehr weiter auszubauen, hat Moobil-Plus im April nicht nur deutlich mehr Haltestellen, sondern auch einige  gemeinde- und kreisübergreifende Verbindungen geschaffen. Besonders gut angenommen werde die neue Strecke zwischen den beiden Krankenhäusern in Löningen und Quakenbrück, berichtete Seemann. Zudem dient der Rufbus als Zubringer aus den kleineren Bauerschaften. "Im Gegensatz zum Projektstart hat sich das System immer weiter verästelt", erklärt Seemann. Und das mache sich auch an den Fahrgastzahlen bemerkbar, die ab dem Sommer besonders zugenommen hätten und sich jetzt anschickten, die 100.000er-Marke zu brechen. Während sie jedoch nach dem Auslaufen des 9-Euro-Bahntickets kreisweit wieder zurückgingen, kletterten sie in Löningen bis zum Herbst weiter. 

Busse transportieren auch Räder und E-Bikes

Bürgermeister Burkhard Sibbel freute sich über die positive Entwicklung. "Das Angebot ist mittlerweile breit gefächert", sagte er und lobte die Hilfsbereitschaft der Fahrerinnen und Fahrer. Die kümmern sich  jetzt auch um den Transport von Fahrrädern – eine Anregung, die Moobil-Plus ebenfalls umgesetzt hat. Daniel Seemann sagte, er wünsche sich weitere Hinweise darüber, wie sich das System verbessern lasse: "Wir benötigen Rückmeldungen und mehr Kommunikation. Viele Menschen wissen noch immer nicht, dass sie zum Beispiel ohne Auto in 30 Minuten von Löningen nach Quakenbrück kommen können."

Seemann räumte Startschwierigkeiten ein, die er auf den Beginn der Corona-Pandemie zurückführte. Um die Infektionsgefahr zu senken, wurden alle Busse mit Luftreinigern nachgerüstet. Trotz der steigenden Fahrgastzahlen machte der Mobilisierungsbeauftragte den Ausschussmitgliedern aber keine Illusionen. Wirtschaftlich werde Moobil-Plus dauerhaft von der Förderung durch den Landkreis und seinen Kommunen abhängen. Der Deckungsbeitrag läge aktuell bei 5 Prozent. Auch im Kreis Vechta, wo das System schon seit einigen Jahren betrieben wird, könnten gerade einmal 10 Prozent der Kosten durch Einnahmen wieder eingefahren werden. Dass mit Moobil-Plus kein Geld zu verdienen ist, sei aber von Anfang an klar gewesen. "Es ist Teil der Daseinsfürsorge", betonte Seemann.

Verbesserungsvorschläge gab es auch. So regten die Löninger Lokalpolitiker unter anderem kostenfreies Fahren für Kinder, Jugendliche und Azubis sowie die Erweiterung der abendlichen Touren an. Den Vorschlag, die Rufbusse zum Transport kleiner Schülergruppen einzusetzen, lehnte Daniel Seemann aber ab. Dafür sei das System nicht eingerichtet worden, sagte er und verwies auf die reguläre Schülerbeförderung.

Seemann warb auch für die neue Moobil-Plus-App, die  möglicherweise noch im Dezember, ganz sicher aber 2023 eingeführt. werden soll. Sie sei einfacher und intuitiver zu bedienen, als die aktuell verfügbare App, versprach der Kreismitarbeiter.

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