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Molbergerin wird Missionarin auf Zeit

Johanna Rump fliegt am 20. August nach Ruanda. Sie unterrichtet dann in einer Grundschule und wird bei Ordensschwestern leben. In den Gottesdiensten an diesem Wochenende berichtet sie von dem Projekt.

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Da geht's hin: Johanna Rump zeigt auf dem Globus, wo sie die kommenden 12 Monate leben wird. Foto: Vorwerk

Da geht's hin: Johanna Rump zeigt auf dem Globus, wo sie die kommenden 12 Monate leben wird. Foto: Vorwerk

Dass Johanna Rump es nach dem Abitur nicht in der Gemeinde Molbergen halten würde, das war ihrer Familie und ihrem Freundeskreis schon lange klar. Afrika - genauer Ruanda - damit hatten aber die wenigsten gerechnet. Als Missionarin auf Zeit wird sie 1 Jahr lang dort leben. In wenigen Tagen ist es so weit.

"Ich bin über das Bundesprogramm ,Weltwärts' auf die Ordensgemeinschaft der Pallottinerinnen aufmerksam geworden, die dort aktiv ist", erklärt die 19-Jährige ihre Wahl. Ruanda gilt zudem als relativ sicheres Land, auch was die Coronasituation betrifft. Mit Maskenpflicht und nächtlichen Ausgangssperren hat man auf das Virus reagiert. Neben den grundsätzlichen Impfungen gegen Tollwut und Hepatitis-A gab es auch ein Corona-Vakzin für die ehemalige Schülerin der Liebfrauenschule.

Vorbereitung teils in Online-Seminaren

Was die junge Frau aus Ermkerfeld dort in etwa erwartet, das hat sie in 4 teils online geführten Seminaren bereits erfahren. Jetzt ist die Neugierde natürlich riesig, wie es real dort aussieht. Auch eine Mitreisende, die ebenfalls in Kibeho - einer 20.000-Einwohner-Stadt im Süden des Landes - Quartier beziehen wird, kennt sie seit März. Dass sie überhaupt mitfahren darf, die Entscheidung fällte die Organisation um Weihnachten.  

Wer wie Johanna Rump zu den Auserwählten zählt, der braucht sich prinzipiell um die Finanzierung keine Gedanken zu machen. Die Kosten übernimmt "Weltwärts" - zumindest zu 75 Prozent. "Von den Teilnehmern wird erwartet, dass sie sich einen Solidaritätskreis aufbauen, um das Projekt vor Ort finanziell zu unterstützen. Das kann im Freundeskreis oder in der Verwandtschaft erfolgen." Ihre Mutter hat am vergangenen Wochenende eine Abschiedsparty organisiert. Der Überschuss fließt auf das Spendenkonto, genauso wie die Kollekten, die an diesem Wochenende in der Molberger Pfarrgemeinde gesammelt werden. In allen 5 Gottesdiensten wird die Missionarin auf Zeit über ihr Vorhaben berichten.   

Leben in der Ordensgemeinschaft

Dann wird sie auch davon erzählen, dass sie den Schwerpunkt ihrer Arbeit in einer Grundschule haben wird, sich aber auch in der 5-köpfigen Ordensgemeinschaft engagiert und je nachdem, wie es sich ergibt, vielleicht auch Sportangebote machen wird. "Es ist in diesen Krisenzeiten ein besonders starkes Signal eines jungen Menschen aus unserem Ort, das Anerkennung und Wertschätzung verdient", lobt Pfarrer Uwe Börner. Er kennt die pflichtbewusste Messdienerin seit Jahren, die darüber hinaus im Musik- und Schützenverein, der Kirchenband, dem Fußballverein und der DLRG aktiv ist.

Auch sprachlich wird das Ganze eine hochinteressante Angelegenheit. Aus der kolonialen Vergangenheit wird in dem Land Französisch gesprochen. Aber auch Englisch ist Amtssprache. Weit verbreitet aber ist Kinyarwanda. "Dafür habe ich an 2 Wochenende online einen Kurs gemacht. Es reicht, um mich vorzustellen und Menschen zu begrüßen. Zahlen habe ich auch gelernt", umreißt die Abiturientin ihre Grundkenntnisse. Alles andere wird sich vor Ort ergeben.

Land und Leute kennenlernen

Wirkliches Heimweh befürchtet sie nicht, auch wenn die Trennung von Freund und Familie nicht ganz leicht fällt. Dem gegenüber stehen aber viele neue Erfahrungen, auf die sie sich freut. Wie werden dort Feste und Feiertage begangen? Wie ist das Klima? "Überhaupt bin ich gespannt auf alles, was dort zur Kultur gehört." Ruanda wird wegen seiner bergigen Landschaft auch "Land der tausend Hügel" genannt. Ausflüge sollen deshalb auch unbedingt zum Programm gehören, denn "außer zu einer Skifreizeit war ich noch nie in den Bergen".

Und geflogen ist Johanna Rump bislang auch noch nicht. Das wird sich am 20. August ändern. In Düsseldorf wird sie mit maximal 40 Kilo Gepäck in 2 Koffern die rund 13-stündige Reise über Istanbul zum internationalen Flughafen in der Landeshauptstadt Kigali antreten. Zurück geht es dann 1 Jahr später mit einer Unmenge an neuen Eindrücken, Erfahrungen und Freundschaften, die in dieser Zeit geknüpft wurden. 

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