Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Molberger Hilfstransport nach Nedoboevy ist auf dem Weg

In dem ukrainischen Ort kommen täglich 150 Flüchtende an. Die Kirche und Heimatvereine wollen ihnen helfen: Ihre gemeinsame Aktion brachte 32.000 Euro und 5 Tonnen Lebensmittel ein.

Artikel teilen:
Voll beladen: Den Lkw, den Henryk Piechota (2. von links) zur Verfügung stellte, konnten die Initiatoren Erich Lübbers (Heimatverein Molbergen), Nadjy Kurz (Heimatverein der Deutschen aus Russland), Pfarrer Uwe Börner und Altbürgermeister Ludger Möller mit sieben Tonnen Hilfsgütern füllen und auf die Reise zu Ivan Hutsul in den Südwesten der Ukraine schicken. Foto: Landwehr

Voll beladen: Den Lkw, den Henryk Piechota (2. von links) zur Verfügung stellte, konnten die Initiatoren Erich Lübbers (Heimatverein Molbergen), Nadjy Kurz (Heimatverein der Deutschen aus Russland), Pfarrer Uwe Börner und Altbürgermeister Ludger Möller mit sieben Tonnen Hilfsgütern füllen und auf die Reise zu Ivan Hutsul in den Südwesten der Ukraine schicken. Foto: Landwehr

Am Freitag um 17 Uhr machte sich der große Lkw der Firma Henryk Piechota von Molbergen auf dem Weg zur ukrainischen Grenze. Hier werden die Waren verladen und von ukrainischen Fahrern zu Ivan Hutsul, der oft in Molbergen zu Gast war und jährlich dort die Sommerakademie leitete, transportiert. Die Initiative des Heimatvereins Molbergen, des Heimatvereins der Deutschen aus Russland und der katholischen Pfarrgemeinde zusammen mit Altbürgermeister Ludger Möller hatte eine große Resonanz gefunden.

Der ukrainische Kunstprofessor Ivan Hutsul, der in Molbergen zum Beispiel die Bäker-Mühle im Dorfpark konzipiert und die Skulptur im Kreisel am Kneheimer Weg entworfen hat, hilft zurzeit in seiner Heimat Nedoboevy in der Region Tschernovizkaya im Südwesten der Ukraine mit einer baptistischen Kirchengemeinde Menschen in Not. Die Mitglieder der Gemeinde schaffen Lebensmittel in die besonders vom Krieg betroffenen Gebiete, transportieren Flüchtlinge aus diesen Gegenden zurück, bringen sie einige Tage unter, versorgen sie und helfen ihnen bei der Flucht aus der Ukraine. Etwa 150 Menschen kommen täglich in Nedoboevy an, wie die Vorsitzende des Heimatvereins der Deutschen aus Russland, Nadja Kurz, die regelmäßig in WhatsApp Kontakt zu Ivan Hutsul steht, berichtete.

Firma Henryk Piechota stellte einen Lastwagen und einen Fahrer bereit

In Molbergen hatten die beiden Heimatvereine und die katholische St. Johannes-Baptist-Pfarrgemeinde mit Unterstützung von Altbürgermeister Ludger Möller zu einer Spendenaktion aufgerufen. „Die Resonanz war überwältigend. So kam aus dem Rheinland eine größere Spende. Auch die KLJB Lohne hatte 1000 Euro überwiesen. Leute, die selten in die Kirche gehen, warfen Geld in den Opferstock“, berichtete Pfarrer Uwe Börner. „Nadja Kurz hat sich in Molbergen ein großes gesellschaftliches Ansehen erworben, das dazu beigetragen hat, dass diese Summe zusammengekommen ist“, lobt Pfarrer Börner.

Versorgen die Flüchtenden mit dem Nötigsten: Das Helferteam der Kirchengemeinde in Nedoboevy. Foto: LandwehrVersorgen die Flüchtenden mit dem Nötigsten: Das Helferteam der Kirchengemeinde in Nedoboevy. Foto: Landwehr

Die Firma Henryk Piechota, die Kunststoffe aufbereitet, stellte unentgeltlich einen Lastwagen und einen Fahrer bereit, um die Waren an die ukrainische Grenze zu transportieren, wo sie dann umgeladen werden und von ukrainischen Fahrzeugen übernommen werden.

"Wir können nur spenden. Den Konflikt lösen und den Krieg beenden: Das können wir nicht."Erich Lübbers

„Erst haben wir geglaubt, es reicht, Geld zu sammeln. Das war unser erster Irrtum. Im Grenzgebiet Polen/Ukraine sind die Waren knapp. Dann wollten wir hier größere Mengen kaufen. Es war utopisch. Kein Supermarkt-Unternehmen wollte uns größere Mengen verkaufen. Nach ganz vielen Telefonaten, nach ganz vielen bittenden Gesprächen haben wir allein bei Aldi größere Mengen an Lebensmitteln erhalten“, erzählt Altbürgermeister Möller. Schließlich kamen rund sieben Tonnen haltbarer Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs zusammen.

"Einen Teil der Spendensumme erhält Ivan Hutsul für seine Gemeinde in bar. Die dortige Helfergruppe hat große Ausgaben für Benzin und für die sonstigen anfallenden Kosten, um täglich Menschen zu helfen und zu versorgen. "Wir können nur spenden. Den Konflikt lösen und den Krieg beenden: Das können wir nicht", weiß auch Erich Lübbers vom Heimatverein Molbergen.

„Wenn alles „normal“ verläuft, kommen die Waren noch vor Ostern in Nedoboevy bei Ivan Hutsul und seinem Helferteam an“, hofft Pfarrer Börner.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Molberger Hilfstransport nach Nedoboevy ist auf dem Weg - OM online