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Molberger beenden Josefs Schattendasein

Pfarrer Uwe Börner und Kaplan Jineesh Karakkada wollen bedeutendes Werk aus dem Spätbarock (1768) in den Mittelpunkt stellen. Dazu passt das vom Papst ausgerufene Josefsjahr.

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Mehr im Mittelpunkt: Pfarrer Uwe Börner (links) und Kaplan Jineesh Karakkada sind stolz, ein solches Kunstwerk in ihrer Kirche zu haben. Gleichzeitig soll diese Josefsfigur ihre Nische in der Marienkapelle verlassen. Foto: Landwehr

Mehr im Mittelpunkt: Pfarrer Uwe Börner (links) und Kaplan Jineesh Karakkada sind stolz, ein solches Kunstwerk in ihrer Kirche zu haben. Gleichzeitig soll diese Josefsfigur ihre Nische in der Marienkapelle verlassen. Foto: Landwehr

Ein Schattendasein in der Marienkapelle der Molberger St. Johannes-Baptist Kirche führte bisher eine Statue des Hl. Josef, auf der er das Jesuskind auf dem Arm trägt. Nun konnte diese Figur zugeordnet werden.

„Papst Franziskus hat gerade das Josefsjahr ausgerufen. Da wollten wir unsere Figur aus der Marienkapelle mehr in die Öffentlichkeit rücken. Nun wissen wir, dass es sich dabei um ein Werk des Münsterschen Hofbildhauers Johann Heinrich König aus dem Jahre 1768 handelt“, erzählt Pfarrer Uwe Börner.

Vor genau 150 Jahren wurde Josef zum Schutzpatron der gesamten katholischen Kirche. Papst Pius IX. hatte ihn mit dem Dekret „Quemadmodum Deus“ dazu gemacht– unterzeichnet am 8. Dezember 1870. Um dieses Jubiläum zu feiern, ruft Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben „Patris corde“ ein besonderes Jahr aus, das bis zum 8. Dezember 2021 speziell dem Pflegevater Jesu gewidmet ist.

Gewöhnliche Menschen in den Mittelpunkt

Hintergrund des Schreibens ist aber auch die Covid-19-Pandemie: Diese habe verdeutlicht, welche Bedeutung gewöhnliche Menschen haben – all jene, die sich jenseits des Rampenlichts tagtäglich in Geduld üben und Hoffnung verleihen, indem sie Mitverantwortung säen.

Genauso wie der heilige Josef, „dieser unauffällige Mann, dieser Mensch der täglichen, diskreten und verborgenen Gegenwart“, so Franziskus. Als ehrlicher Zimmermann lehre der Ehemann Marias auch, „welch ein Wert, welch eine Würde und welch eine Freude es bedeute, das Brot zu essen, das die Frucht eigener Arbeit sei“. Diesen Aspekt des Vaters Jesu nutzt Papst Franziskus zu einem Appell für die den Wert und die Würde der Arbeit.

Der Münsteraner Bildhauer des Spätbarocks, Johann Heinrich König (1705 – 1784) stellte in seinem Molberger Werk den Vater, den Beschützer Jesu und seiner Familie, dar. König wurde 1764 zum Hofbildhauer des Fürstbischofs von Münster, Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels, ernannt. Sein frühestes Werk, das auch archivalisch belegt ist, stammt aus dem Jahr 1738. Es ist das Epitaph für Anton Heinrich Hermann von Velen im südlichen Seitenschiff des St.-Paulus-Doms in Münster.

„In unserer Kirche soll der heilige Josef sein Schattendasein aufgeben. Denn wir müssen mehr die Leute in den Blick nehmen, die unverzichtbar sind, auch wenn sie nicht immer im Mittelpunkt stehen, die aber das Ganze halten“.Pfarrer Uwe Börner

Neben Molbergen stehen drei Altäre aus Königs Werkstatt in der Cloppenburger St.-Andreas-Kirche. Er fertigte den Hochaltar in der Vechtaer Propstei-Kirche und schuf sechs lebensgroße Skulpturen, die nun in der Visbeker St.-Vitus-Kirche stehen. Auch in Essen stehen unter anderem Figuren Königs.

„In unserer Kirche soll der heilige Josef sein Schattendasein aufgeben. Denn wir müssen mehr die Leute in den Blick nehmen, die unverzichtbar sind, auch wenn sie nicht immer im Mittelpunkt stehen, die aber das Ganze halten“, so Pfarrer Uwe Börner.

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