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Molbergen: Kitas und Grundschulen haben in 2022 oberste Priorität

Die Gemeinde Molbergen wächst und wächst. Das bringt Herausforderungen mit sich, etwa bei der Infrastruktur. Geplant wird aktuell ein neuer Kindergarten, zudem muss die Grundschule vergrößert werden.

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Bei der Arbeit: Bürgermeister Witali Bastian blickt trotz Corona positiv auf das Jahr 2021 zurück. Foto: Hoff

Bei der Arbeit: Bürgermeister Witali Bastian blickt trotz Corona positiv auf das Jahr 2021 zurück. Foto: Hoff

Ja, Corona verlangsamt Planungen und Prozesse. Das kann auch Molbergens Bürgermeister Witali Bastian unterschreiben. Der Vater von drei Kindern ist seit November 2019 im Amt, insgesamt 26 Monate, "davon sind bereits 22 von der Pandemie geprägt". Nichtsdestotrotz zieht der Verwaltungschef ein positives Fazit für 2021: "Wir haben viel erreicht und vieles auf den Weg gebracht." Die Gemeinde entwickle sich nach wie vor "richtig gut". Aktuell zählt sie 9152 Einwohner (Stand: 4. Januar 2022), im Vorjahr waren es 9069. "Wenn es in dem Tempo weitergeht, schaffen wir in zehn Jahren die 10.000."  135 Geburten gab es in 2021, dabei hatten die Mädchen (74) die Nase vorn. Die Zahl der Sterbefälle innerhalb der Gemeinde Molbergen liegt bei 87. Geheiratet wurde 43-mal. "Das ist fast eine Eheschließung pro Woche", zeigt sich der Bürgermeister beeindruckt. 

Nicht ganz glücklich ist er mit dem Sanierungs-Zeitrahmen der Anne-Frank-Schule. "Wir sind mit der Fertigstellung und dem damit verbundenen Umzug der Schüler ins Jahr 2022 gerutscht. Material-Knappheit – bedingt durch die Pandemie – habe zu Verzögerungen und Querelen geführt. Jetzt soll der Bau, der etwa eine Million Euro teurer geworden ist als zunächst kalkuliert, in den Osterferien bezugsfertig sein.

Fast alle Flächen im Gewerbegebiet "Westlich Krattholz" sind vergeben

Ähnlich sieht es beim Feuerwehrhaus aus. Auch hier hätten Arbeiten aufgrund von Corona nach hinten geschoben werden müssen. Der Umzug war ursprünglich für Dezember geplant, die Kameraden müssen sich jetzt aber noch zwei, drei Monate gedulden, bis sie in ihr neues Domizil ziehen können. Aktuell sei der Fliesenleger am Werk. "Wir haben das Feuerwehrhaus solide ausgebaut, letztlich ist es 300.000 Euro teurer geworden, aber wir sprechen hier von einem Bau für die Zukunft." Der Gemeinde sei es wichtig gewesen, für beide Projekte hauptsächlich hiesige Unternehmen zu beauftragen "für das ‚Wir-Gefühl‘", erklärt der Bürgermeister. Das sei ihnen oft geglückt. 

Positive Nachrichten gibt es aus dem Gewerbegebiet „Westlich Krattholz": Fast alle Flächen seien vergeben. Ansiedeln wollen sich unter anderem hiesige Handwerksbetriebe, darunter ein Maler, ein Tischler, ein Bauunternehmer oder ein Fensterbauer. Zum Teil wollten sich aber auch bereits bestehende Unternehmen vergrößern. Ziel für die neue Wahlperiode sei es, neue Gewerbeflächen auszuweisen. "Wir sind stets auf der Suche nach Grund und Boden. Molbergen ist für Gewerbeansiedlungen sehr gefragt. Wir haben deutlich mehr Anfragen als Fläche." 

Restliche Grundstücke im Baugebiet "Neuenlande" werden jetzt verlost

Der Verwaltungschef freue sich zudem, dass dieses Jahr nun endlich der Ausbau der L836 zwischen Peheim und Cloppenburg starte, in diesem Zuge werde auch der Fahrradweg komplett erneuert. Das Land Niedersachsen werde auch den Fahrradweg von Molbergen nach Ermke instand setzen. Das sei wichtig, um Molbergen als Tourismusstandort zu stärken. 

Während in Peheim nun das letzte Grundstück veräußert wurde, werden die restlichen Grundstücke im Baugebiet "Neuenlande" verlost. Kosten: 101 Euro pro Quadratmeter. "Wir werden die Bewerber abtelefonieren, um zu erfragen, ob noch Interesse besteht", erklärt Bastian.

"Wir haben erste Gespräche mit möglichen Trägern geführt, darunter das DRK und die evangelische Kirchengemeinde."Witali Bastian

Was immer ein Problem bei rasant wachsenden Gemeinden ist: Die Infrastruktur muss ähnlich schnell mitwachsen. Sowohl die Kitas als auch die Grundschulen platzen aus allen Nähten. "Wir planen aktuell den sechsten Kindergarten", berichtet Bastian. Entstehen soll er an der Elbestraße. "Wir haben erste Gespräche mit möglichen Trägern geführt, darunter beispielsweise das Deutsche Rote Kreuz oder auch die evangelische Kirchengemeinde." Es sei ärgerlich, dass in Peheim in der St.-Anna-Kita schon seit Jahren mit einer Containerlösung gearbeitet werde. "Daran muss sich etwas ändern." 

Auch die Planungen für einen Anbau an der Grundschule Molbergen seien im vollen Gange. Etwa 420 Kinder besuchen die im Landkreis Cloppenburg größte Grundschule. Drei Container stehen bereits dort, zwei dienen als Klassenräume, einer für Sprachförderunterricht. "Wir werden dieses Jahr wahrscheinlich sogar eine dritte Containerklasse bekommen", sagt Bastian. Geschaffen werden soll der Anbau hinter dem Gebäudeflügel an der Dwergter Straße. Mit dem Baustart wird nicht vor Herbst 2022 gerechnet, fertig könnte der Anbau 2024 sein. Die Kosten liegen bei rund 2,7 Millionen Euro. Zudem soll die Grundschule Peheim zum nächsten Schuljahr zur offenen Ganztagsschule werden.

Beim Thema gelungene Integration hat sich Molbergen in der hannoverschen Landespolitik längst einen Namen gemacht. Im November durfte Bürgermeister Witali Bastian in der Landeshauptstadt die Laudatio auf einen Gewinner des niedersächsischen Integrationspreises halten. "Das war eine große Ehre für mich." Gespräche mit der Integrationsbeauftragten Doris Schröder-Köpf und Ministerpräsident Stephan Weil, der einen Besuch in Molbergen versprochen hat, gehörten mit zum Abendprogramm. 

Bürgermeister macht sich Sorgen um den Zustand des Bauhofes

Sorgen macht sich der Bürgermeister um den Bauhof, der Zustand sei nicht mehr tragbar und entspreche nicht mehr den vorgeschriebenen Standards. "Hier muss etwas passieren." Auch die Raumkapazitäten im Rathaus seien erschöpft. Es seien jetzt zwei neue Kollegen eingestellt worden, weiterer Platz sei aber nicht mehr vorhanden. "Corona hat auch hier die Anforderungen deutlich verschärft", erklärt Bastian. Eventuell müssten zusätzliche Räume angemietet werden.

Wenn Corona es zulässt, wartet im Mai ein besonderes Highlight auf die Molberger: das Bundessängerfest. Generell hofft Bastian auf viele kulturelle Veranstaltungen im Bürgerpark, in dem es bald freies W-Lan geben soll. Etwa eine Konzertreihe, wie sie in 2019 stattfand. Wichtig sei, dass die Menschen Ideen einbrächten und ihren Ort gemeinsam gestalteten. Er hoffe auf ein baldiges Ende der Pandemie, um das gesellschaftliche Leben zurückzuholen, das für eine Gemeinde wie Molbergen so wichtig sei.

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