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Mobilfunkmast in Lutten soll 2021 gebaut werden

Das Warten auf den besseren Empfang geht vorerst weiter. Die Bauherrin muss noch fehlende Unterlagen beim Landkreis Vechta einreichen.

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Bei der alten Kläranlage in Lutten an der Amerbuscher Straße befindet sich der anvisierte Standort. Foto: Ferber <br>

Bei der alten Kläranlage in Lutten an der Amerbuscher Straße befindet sich der anvisierte Standort. Foto: Ferber

Bei der alten Kläranlage in Lutten soll er stehen, der geplante Mobilfunkmast. Doch während das Thema Standort lange geklärt ist – den Beschluss, das ein Teil des Geländes an der Amerbuscher Straße zur Verfügung gestellt wird, hatte der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss (VA) der Gemeinde Goldenstedt Ende Oktober 2019 gefasst – sind andere Fragen offen: Wann wird der Mast errichtet? Warum dauert das so lange?

Fachbeitrag ist ein aufwendiger Prozess

Fest steht: Errichtet werden soll die bis zu 40 Meter hohe Anlage – wie zuvor unter anderem bereits in Lüsche und Visbek – durch die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG), eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom. Eine Nachfrage zum Stand der Dinge in Lutten bei Pressesprecher Benedikt Albers ergab Folgendes: "Bei unserem geplanten neuen Mobilfunkmast in der Gemeinde Goldenstedt befinden wir uns aktuell im Baugenehmigungsverfahren. Konkret erarbeiten wir den landschaftspflegerischen Fachbeitrag, den das Bauamt bei uns eingefordert hat." Diesen zu erstellen sei ein aufwändiger Prozess, weswegen man für das laufende Baugenehmigungsverfahren Fristverlängerungen beantragt habe, um die Forderungen des Bauamts erfüllen zu können.

"Wir gehen davon aus, dass wir die geforderten Unterlagen zeitnah einreichen und die Genehmigung für den Bau im Laufe des Frühjahrs erhalten. Danach folgen die bauvorbereitenden Maßnahmen, der Bau des Mastes und im letzten Schritt die Integration ins Netz der Telekom", erläutert Benedikt Albers. Präziser lasse sich der Zeitplan momentan nicht angeben, "denn die weitere Planung ist von verschiedenen Faktoren abhängig, Bearbeitungszeit des Bauamtes, weitere Nachforderungen, Corona-bedingte Einschränkungen, Witterung. Unser Ziel ist es aber, den neuen Mobilfunkmast im Laufe dieses Jahres zu bauen", erklärt der DFMG-Sprecher.

Baugenehmigung kann noch nicht erteilt werden

Der Bauantrag indes ist bereits 2019 eingegangen und wird bearbeitet, bestätigt Eva-Maria Dorgelo, Pressesprecherin des Landkreises Vechta. Gleichwohl könne das Baugenehmigungsverfahren zurzeit nicht abgeschlossen werden, da die Bauherrin besagten notwendigen landschaftspflegerischen Fachbeitrag vorlegen müsse. „Die Baugenehmigung wird erteilt, wenn der noch fehlende landschaftspflegerische Fachbeitrag eingereicht und positiv geprüft wurde“, so Dorgelo.

Und was hat es mit diesem Fachbeitrag auf sich? Die Kreissprecherin klärt auf: "Mit der Errichtung von Funktürmen sind in der Regel Beeinträchtigungen insbesondere des Landschaftsbildes verbunden. Der Verursacher (der jeweilige Bauherr) ist verpflichtet, unvermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft mit Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege auszugleichen (Ausgleichsmaßnahmen) oder zu ersetzen (Ersatzmaßnahmen)." Die Darstellung der Beeinträchtigungen und der erforderlichen Maßnahmen werde vom Bauherrn mit einem landschaftspflegerischen Fachbeitrag als Bestandteil der Bauantragsunterlagen eingereicht und von der Baugenehmigungs- beziehungsweise Naturschutzbehörde im Baugenehmigungsverfahren geprüft.

Geprüft werden Wasserrecht und Immissionsschutzrecht

Geprüft werden in dem Zuge die Einhaltung des Bauplanungsrechts (darf dort überhaupt ein Funkturm gebaut werden), des Bauordnungsrechts (unter anderem Standsicherheit, Grenzabstand, Baulasten) und des Naturschutzrechts. "Weitere Prüffelder sind das Wasserrecht und das Immissionsschutzrecht." Darüber hinaus seien seitens des Landkreises Vechta neben der Baugenehmigung keine weiteren Genehmigungen notwendig. Ist der landschaftspflegerische Fachbeitrag eingereicht und positiv geprüft, erläutert Eva-Maria Dorgelo weiter, könne die Baugenehmigung erteilt werden. "Nach Erteilung der Baugenehmigung hat die Bauherrin 3 Jahre Zeit, mit dem Bau zu beginnen. Der Baubeginn liegt jedoch in der Verantwortung der Bauherrin. Es gibt keine Baupflicht aufgrund einer Baugenehmigung."

Zur Nutzung und Leistung des künftigen Mobilfunkmastes erklärt Benedikt Albers von der Deutschen Funkturm: "Wir bauen den neuen Mast im Auftrag der Telekom, bieten ihn aber auch anderen Anbietern an, sodass diese keine zusätzlichen Masten errichten müssen." Die Reichweite indes lasse sich nicht seriös in Kilometern angeben, weil sie stark von der Topografie und dem umliegenden Netz abhänge. „So ist die Reichweite auf dem flachen Land größer als wenn Berge ,im Weg' sind."

"Da die Gemeinde Goldenstedt die Standortfrage bereits im Herbst 2019 entschieden hat, wäre es wünschenswert, dass der Mast schnellstmöglich errichtet wird, um eine gute Mobilfunknetz-Versorgung in Lutten zu erhalten."Michael Wübbelmann, allg. Vertreter des Bürgermeisters

Gleichwohl: Der geplante Mobilfunkturm, der nach Angaben der Verwaltung zu einem Großteil einen 4 G-Empfang sicherstellen soll, dürfte von vielen Bürgern wie Gewerbetreibenden sehnsüchtig erwartet werden. "Da die Gemeinde Goldenstedt die Standortfrage bereits im Herbst 2019 entschieden hat, wäre es wünschenswert, dass der Mast schnellstmöglich errichtet wird, um eine gute Mobilfunknetz-Versorgung in Lutten zu erhalten", betont auch Michael Wübbelmann, Fachbereichsleiter im Bauamt der Gemeinde Goldenstedt und allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters.

Zur Vorgeschichte: Vor dem VA-Beschluss war im Oktober 2019 die Standortfrage im öffentlichen Ausschuss für Bau-, Planungs-, Ortsentwicklungs- und Umweltangelegenheiten diskutiert worden. Damals war eine Bewertungsmatrix der für die Errichtung des Funkturmes infrage kommenden Standorte vorgestellt worden, erinnert Michael Wübbelmann. "Aus dieser Matrix ergab sich, dass der Standort bei der alten Kläranlage der geeignetste Standort ist." Allerdings wurde die Verwaltung vom Ausschuss gebeten, den möglichen Standort am 3. Sportplatz des TuS Lutten (nochmals) auf seine Verfügbarkeit zu prüfen – und, wenn sich dieser nicht realisieren lasse, eine weitere Option, ein Privatgrundstück daneben, auf dessen Eignung hin zu checken.

Nach der Erstellung einer neuen Bewertungsmatrix habe der VA dann folgenden Beschluss gefasst, so Wübbelmann: "Das Gelände der alten Kläranlage Lutten wird für die Errichtung eines Mobilfunkmastes zur Verfügung gestellt." Der Standort habe unter Berücksichtigung mehrerer Beurteilungskriterien – unter anderem Versorgungskreis, Grundstücksverfügbarkeit, naturschutzrechtliche Belange – nach wie vor die höchste Bewertung erhalten.

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