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Mit Platon einen Blick auf die Welt werfen

Sehr persönliche Ansichten: Zehn Fragen an Josef Anneken. Der gebürtige Bunner ist ehrenamtlich sehr engagiert.

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Josef Anneken liebt Bücher: ob als Autor oder Leser.   Foto: Vorwerk

Josef Anneken liebt Bücher: ob als Autor oder Leser.   Foto: Vorwerk

Und? Wie ging es in letzter Zeit?
Wenn man die Gedanken über die zurzeit alles überragenden Probleme Corona und Krieg in der Ukraine weglässt, geht es mir persönlich gut. Seit 5 Jahren bin ich in Rente und habe dabei entdeckt, welche tollen Möglichkeiten es noch alles außerhalb des sonst so beherrschenden Berufslebens gibt. Die Welt ist voller Überraschungen.

Was haben Sie sich einmal so richtig gegönnt?
Diese Dinge relativieren sich im Laufe der Zeit. Zu einem besonderen Ereignis zähle ich die Veröffentlichung meines ersten Kriminalromans „Freund! Feind! Es gibt keine Garantie" und meines Kinderbuches „Filip, der Spatz“. Das Schreiben und die Umstände, es anschließend zu veröffentlichen, waren ganz neue Erfahrungen. Da taucht man in eine völlige andere Welt ein.

Wenn Sie König von Deutschland wären: Was gehört als Erstes abgeschafft?
Die überbordende Bürokratie. Wo man früher zwei Seiten ausfüllen musste, benötigt man für den gleichen Antrag heute eine Uniausbildung, um die 20 Seiten zu durchschauen. Das ist meines Erachtens eines der größten Hindernisse für unsere wirtschaftliche Entwicklung. Der Staat muss dort mehr Mut und Zutrauen in unsere Gesellschaft haben. Auch wenn dadurch öfter Fehler passieren.

Welchen Traum werden Sie sich als nächsten erfüllen (können)?
Da konnten meine Frau und ich uns in den letzten Jahren schon einige erfüllen. Mit Wegfall der Beschränkungen hoffen wir, dass wir den geplanten Urlaub mit der ganzen Familie, also Kinder und Enkelkinder, auch durchführen können.

Was tun Sie am liebsten?
Arbeiten im Ehrenamt. Das ist zwar aufwendig, gibt aber auch sehr viel zurück. Dazu kommen Gartenarbeit, Fahrradfahren und vor allen Dingen Schreiben. Das nächste Buch könnte ich schon veröffentlichen.

Welche Eigenschaften mögen Sie an sich selbst? Und welche nicht?
Ich kann gut zuhören und habe eine große Empathie zu Menschen. Ungeduld, wenn Dinge sehr langatmig werden, gehört eher zu meinen Schwächen.

Welche TV-Sendung mögen Sie am liebsten?
TV-Sendungen werden trotz großer Vielfalt vom Niveau her eher schlechter. Sendungen, in denen Menschen erniedrigt werden, lehne ich ab. Egal, wie showmäßig sie verpackt sind. Der Tatort gehört aber zu einer festen Größe. Alternativ gibt es ja YouTube, wo man sich die tollsten Konzerte ansehen kann.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal treffen?
Historisch: Menschen wie Platon oder Marc Aurel, um mit ihnen einen Blick auf unser heutiges Zusammenleben zu werfen. Vermutlich würden wir feststellen, dass einige Dinge im Laufe der letzten zweitausend Jahre sich nicht verändert haben. Aktuell: den Papst, um mit ihm die desolate Vertrauenskrise in der Kirche und die nicht zu unterschätzenden Auswirkungen auf die Christen zu diskutieren.

Was würden Sie gerne einmal wieder essen?
Ich mag die Vielfalt und esse eigentlich alles – wenn auch nicht alles gleich gern. Im Moment freue ich mich auf die beginnende Spargelsaison mit so vielen leckeren Gerichten. Aber auch ein saftiges Steak vom Grill ist nicht zu verachten.

Welches Thema der OM-Medien hat Sie am meisten beschäftigt?
Die vielen positiven Berichte über ganz unbürokratische Hilfen für die betroffenen Menschen in der Ukrainekrise. Das ist sehr beeindruckend und spricht für unsere Region.


Zur Person:

  • Josef Anneken wurde 1954 in Bunnen geboren, ist verheiratet und hat drei Kinder sowie vier Enkelkinder.
  • Heute lebt er mit seiner Frau in Löningen und genießt dort seinen Ruhestand, nachdem er zuletzt als Direktor Firmenkunden für den Landkreis Cloppenburg bei der LzO gearbeitet hat.
  • Zu seinen Hobbys zählt er das ehrenamtliche Engagement unter anderem als Vorsitzender des Bildungswerks Löningen, im Vorstand der VHS Cloppenburg und im Vorstand „Kinotechnik Löningen“.
  • Daneben sind das Schreiben von Büchern seine Leidenschaft sowie die Pflege des Gartens und Fahrradtouren.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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