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Mit neuem Konzept auf dem Weg zur Fahrradstadt

Die Stadt Friesoythe lässt ein Radverkehrskonzept erarbeiten, damit sie Fördergelder für die Fahrrad-Infrastuktur bekommen kann. Bis Herbst soll es fertig sein, auch die Bürger werden beteiligt.

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Analyse: Eine verbesserte Wegführung für Fahrradfahrer ist eines der Ziele, die mit dem neuen Radverkehrskonzept erreicht werden sollen.   Archivfoto: Stix

Analyse: Eine verbesserte Wegführung für Fahrradfahrer ist eines der Ziele, die mit dem neuen Radverkehrskonzept erreicht werden sollen.   Archivfoto: Stix

Die Stadt Friesoythe bekommt ein Radverkehrskonzept (RVK). Die ersten vorbereitenden Untersuchungen sind gelaufen, das Ingenieurbüro IRS aus Varel soll das Konzept erarbeiten. Ein RVK ist Voraussetzung, um Mittel aus Förderprogrammen für Ausbau und Sanierung des Radwegenetzes zu erhalten. Über die Hintergründe, Ziele und weiteren Schritte informierte Jan B. Schüttler, geschäftsführender Gesellschafter des Ingenieurbüros, am Mittwochabend die Mitglieder des Straßen- und Wegeausschusses.

Ein Radverkehrskonzept, so Schüttler, soll die Attraktivität des Fahrradfahrens in der Kommune steigern und eine einladende Fahrradkultur schaffen. Zielsetzung sei unter anderem, die Verkehrssicherheit und die Rad-Infrastruktur zu verbessern, den Anteil des Radverkehrs zu erhöhen und die Radverbindungen zwischen den Ortsteilen zu stärken. Vor allem aber müsse man auf die verschiedenen Nutzungsanforderungen achten. "Den typischen Fahrradfahrer gibt es nicht", betonte Schüttler. "Kinder, Senioren, Sportler oder Familien haben unterschiedliche Bedürfnisse, Rennradfahrer haben andere Anforderungen als die Fahrer von Lastenrädern oder als Eltern, die ihre Kinder im Anhänger mitnehmen." 

Infrastruktur, Service, Information und Kommunikation sind die Themen eines Radverkehrskonzepts

Bestandteile des Radwegekonzeptes sind die Infrastruktur mit Wegenetz, Wegweisern und Abstellanlagen sowie der Service mit Themen wie Fahrradverleih, Reparaturmöglichkeiten entlang der Routen und die Verknüpfung des Radverkehrs mit dem ÖPNV. Hinzu kommen die Bereiche Information (Routenpläne, Broschüren etc.) sowie die Kommunikation über Öffentlichkeitsarbeit, Arbeitskreise und Ansprechpartner.

Vor allem bei der Infrastruktur hat Schüttler viele Maßnahmen im Gepäck, die das Radfahren attraktiver machen. Überdachte Fahrradstationen mit Ladegeräten, Reparaturwerkzeug und Luftpumpe gehören ebenso dazu wie innerstädtische Radparkplätze, gesicherte Fahrradboxen an (Bus-) Bahnhöfen oder besondere Kreuzungsspuren für das sogenannte "indirekte Linksabbiegen". "Um zu entscheiden, was man einrichten und anbieten will, muss man sich vorher allerdings Gedanken machen, welchen Zustand man bei den einzelnen Bereichen erreichen will", betont Schüttler. 

„Die Akzeptanz der Planungen wird immens erhöht, wenn man die Betroffenen beteiligt.“Jan B. Schüttler, Ingenieurbüro

Die ersten Schritte auf dem Weg zu einem RVK haben Stadt und Ingenieurbüro bereits in Angriff genommen. Die Bestandsaufnahme des kommunalen Rad- und Auto-Verkehrs läuft, von der Polizei kommt die Statistik der Unfälle mit Fahrradbeteiligung, die dann hinsichtlich der Unfallschwerpunkte und -ursachen ausgewertet wird. Auch die Quellen und Ziele des Radverkehrs werden erfasst, erste grobe Routennetze sind skizziert.

Jetzt geht es darum, die Öffentlichkeit sowie weitere Akteure einzubeziehen. "Das sind natürlich die Bürger, aber auch die Nachbarkommunen, die Polizei, die Beiräte für Senioren und für Menschen mit Beeinträchtigung, die Gewerbetreibenden und die Vereine", erläutert Schüttler. "Die Akzeptanz der Planungen wird immens erhöht, wenn man die Betroffenen beteiligt", betont er. Eine erste Arbeitskreissitzung soll im März stattfinden, auf der Webseite der Stadt wird es einen Fragebogen zum Thema geben. 

Wenn die Bestandsaufnahme abgeschlossen ist, sollen in der Analysephase die Mängel festgestellt, Bedürfnisse der Zielgruppen formuliert sowie Potenziale und Chancen aufgedeckt werden. Daraus entsteht dann die eigentliche Konzeption, in der Maßnahmen empfohlen und potenzielle Fördermöglichkeiten genannt werden. Im Herbst 2022 soll das RVK fertiggestellt sein.

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