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Mit Klaus und Marlene Ruf im Reich der Bienen

Die Cloppenburger imkern seit 7 Jahren. Sie erklären, warum der Honig aus der Stadt besonders schmeckt und was ihr Hobby ausmacht.

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Eine Schutzausrüstung braucht er nicht: Bienen seien friedliche Tiere, sagt Klaus Ruf. Foto: Niemeyer

Eine Schutzausrüstung braucht er nicht: Bienen seien friedliche Tiere, sagt Klaus Ruf. Foto: Niemeyer

Die Arbeiterinnen nennt er liebevoll "Mädels", die Königinnen heißen bei ihm "Madame": Seit 7 Jahren ist Klaus Ruf aus Cloppenburg Imker und kümmert sich mit seiner Frau Marlene um 17 Bienenvölker. Eine Schutzausrüstung braucht er nicht, wenn er die Bienenstöcke in seinem Garten öffnet, lediglich ein Paar Handschuhe und sein "Smoker" genügen ihm. Bienen seien friedliche Tiere, erklärt der zweite Vorsitzende des Imkervereins Cloppenburg.

So friedlich, dass sich auch Diebe an die Völker herantrauen. So wurden in jüngerer Vergangenheit mehrere Bienenvölker in der Region gestohlen. In Löningen etwa entwendete eine noch unbekannte Person sechs Bienenvölker, in Papenburg wurden gar 14 Bienenvölker geklaut. Zu einem weiteren Fall kam es jüngst in Molbergen. "Als wir davon hörten, waren wir fassungslos und empört", sagen Klaus und Marlene Ruf, die bisher von Diebstählen verschont blieben.

Königinnen werden auf Inseln gezüchtet

Die Polizei hat nach eigenen Angaben noch keine Tatverdächtigen ermitteln können. Für das Imker-Paar steht aber fest: Der Dieb oder die Diebe müssen sich mit Bienen auskennen. Wird ein Volk geklaut, entstehe ein Schaden in Höhe von mehreren hundert Euro, erklären die Rufs. Natürlich gebe es auch für diesen Fall der Fälle eine Versicherung. Die aber erstatte "nur" den Wert der Tierchen und den des Stocks, die "Beute", wie Imker sagen. Der produzierte Honig werde nicht ersetzt.

Die teuerste Biene im Volk ist – klar – die Königin. Eine "Madame", um bei den Worten von Klaus Ruf zu bleiben, kostet bis zu 300 Euro. Die wertvollsten von ihnen werden eigens auf den ostfriesischen Inseln gezüchtet, damit sie "reinrassig" bleiben, erklärt Klaus Ruf. Zusammen mit seiner Frau hat er sich zuletzt eine Königin bestellt. Sie kam  verpackt in einem Paket per Post.

Foto: NiemeyerFoto: Niemeyer

Die Imker-Leidenschaft hat die beiden Cloppenburger vor 7 Jahren gepackt. In einem Kurs lernten sie die Basics. Es sei schön, ein hochwertiges Nahrungsmittel zu produzieren, finden die Rufs. Er sei immer schon sehr naturverbunden gewesen, sagt Klaus Ruf. Seitdem er ein Imker sei, habe sich sein Blick auf die Natur verändert. "Man sieht die Landschaft mit anderen Augen", sagt er. Und: Man lerne viel dazu. Er wisse er zum Beispiel ganz genau, wann welche Pflanze blühe.

Honig aus der Stadt ist "vielfältig"

Aber, geben die Rufs zu, die Arbeit und Kosten ihres Hobbys haben sie zu Beginn unterschätzt. Sie hätten bereits einen vierstelligen Betrag in ihr Hobby investiert. Bevor man sich für das Imkern entscheide, müsse man sich vor allem klarmachen, dass man sich Lebewesen anschaffe, die immer versorgt werden müssen. Hilfreich sei auch, zunächst einen Kurs zu machen und einem Imkerverein beizutreten. Auch, um von den anderen Mitgliedern zu lernen.

Foto: NiemeyerFoto: Niemeyer

Als Stadtimker produzieren die Rufs einen besonderen Honig, sagen sie. „In der Stadt verteilen sich die Bienen mehr und holen Nektar von vielen verschiedenen Pflanzen“, erklärt Klaus Ruf. „Das schmeckt man.“ Wobei: Geschmack und Konsistenz seien immer unterschiedlich, von Jahr zu Jahr. Wie viel Honig ein Volk produziere, hänge zudem stark von der Witterung ab, sagt Marlene Ruf. Im Schnitt produzierten ihre Völker jeweils 20 bis 30 Kilo pro Jahr.

Als Klaus Ruf seine Bienenstöcke öffnet, glänzt der Honig schon in einigen Waben. Wenn alles gut läuft, steht die Ernte im Mai an. Guten Appetit!

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