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Mit Keksen auf Spendentour gegangen

Fünf Freundinnen haben ihre Backwaren in Drantum gegen Spenden verteilt. Der Erlös ist für die Kinderhilfsorganisation "Mary's Meals" bestimmt.

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Sagen Danke: Luisa Schröer, Adele Feldhaus, Eva Fangmann, Anna Schröer und Matilda Sieverding waren mit ihrer Spendenaktion erfolgreich. Foto: Nienaber

Sagen Danke: Luisa Schröer, Adele Feldhaus, Eva Fangmann, Anna Schröer und Matilda Sieverding waren mit ihrer Spendenaktion erfolgreich. Foto: Nienaber

Die Vorfreude auf das Weihnachtsvorbereitungswochenende der Pfarrgemeinde Emstek war riesig und die Enttäuschung entsprechend groß, als Corona auch dieser Veranstaltung, die spannende Tage auf dem Jugendhof in Vechta versprach, einen Strich durch die Rechnung machte. Fünf Mädchen wollten sich den Spaß aber nicht nehmen lassen und trafen sich stattdessen in Drantum.

Aber was tun, wenn das von den Gruppenleitern ausgearbeitete Programm fehlt? Da hatte die Gastgeber-Mutter die passende Idee: Warum nicht Plätzchen backen und sie in der Siedlung gegen eine Spende anbieten? Voller Eifer machten sich Luisa Schröer, Adele Feldhaus, Eva Fangmann, Anna Schröer und Matilda Sieverding ans Werk, rührten den Teig an, rollten ihn aus und stachen die Keks-Rohlinge aus, um sie nach dem Backen zu verzieren. Es galt Arbeitsteilung, denn gleichzeitig wurde das Transportmittel hergerichtet und geschmückt.

Statt Bollerwagen wurde der Schlitten genommen

Da der Bollerwagen nicht fahrbereit war, wurde der Schlitten mit Tannenzweigen aufgehübscht und mit einer Kiste versehen, in der die Backwaren zu den Kunden gebracht werden sollten. Dass gar kein Schnee lag, war für das Quintett kein Hindernis. Mit vereinten Kräften wurden die Kufen über die Straße der Drantumer Siedlung gezogen. Ein bisschen Erklärungsbedarf gab es an den Haustüren dann allerdings doch. Für Sternsinger sei es noch zu früh, bekamen die 11-Jährigen zu hören. Dafür, so versicherten die Mädchen, seien sie auch gar nicht im Einsatz. Sie würden die Spenden an "Mary's Meals" weitergeben.

"Mary's Meals" ist eine Hilfsorganisation, die auch von den Kindern der Grundschule Bühren unterstützt wird und deshalb vor Ort bekannt ist. Der Gedanke dahinter ist, dass die Essensausgabe in den Schulen viele hungrige Kinder anzieht, die sonst keine Schule besuchen, da sie arbeiten oder betteln mussten, um zu überleben. "Die Mahlzeiten geben ihnen Kraft und ermöglichen es ihnen, zu lernen und sich zu konzentrieren. So öffnet sich für die Kinder eine bessere Zukunft, denn Bildung ist der Schlüssel, um der Spirale von Armut und Elend zu entkommen", teilt die Organisation mit. Die Schulmahlzeiten entlasten außerdem die bettelarmen Familien, denen es schwerfällt, ihre eigenen Kinder zu ernähren. Gleichzeitig profitiert die Wirtschaft des betroffenen Landes, da die Lebensmittel, wo immer das möglich ist, vor Ort eingekauft werden.

Beim Waffel-Essen Pläne für das nächste Jahr geschmiedet

Die Mädchen nahmen nach ihrer Rundtour Kontakt zur Lehrerin Tina Nienaber auf, die Ansprechpartnerin für "Mary's Meals" an der Grundschule in Bühren ist. Seit 2017 engagiert sich die Einrichtung für die internationale Kinderhilfsorganisation. "Mit der Unterstützung von ,Mary's Meals' wollen wir nicht nur helfen, sondern auch das soziale Verhalten und das soziale Engagement unserer Schüler und Schülerinnen wecken und fördern. Wir wissen, wer sich als Kind engagiert, tut es auch als Erwachsener", wirbt die Schule auf ihrer Homepage. 

130 Euro sind bei der spontanen Aktion zusammengekommen, wofür sich die Mädchen bei den Spendern bedanken. Damit können sieben Kinder ein Schuljahr lang ernährt werden. Der Betrag wurde bei einem Waffel-Essen, zu dem Tina Nienaber eingeladen hatte, übergeben. Dabei wuchs der Gedanke, auch im kommenden Jahr wieder etwas auf die Beine zu stellen, um "Mary's Meals" zu unterstützen.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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