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Mit jedem Spender wächst die Hoffnung

Martin Kruses Familie setzt alles in Bewegung: Auch im Emsland wird jetzt nach einem genetischen Zwilling gesucht. Die Onkologen machen dem an Leukämie erkrankten Ex-Cloppenburger neue Hoffnung.

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Zusammenhalten und kämpfen: Martin Kruse mit seiner Familie. Foto: Kruse

Zusammenhalten und kämpfen: Martin Kruse mit seiner Familie. Foto: Kruse

Die Familie von Martin Kruse (56) schöpft neue Hoffnung. „Mein Bruder kommt allmählich wieder ein bisschen zu Kräften und hat etwas zugenommen“, berichtet Ingrid Kruse (65), die ältere Schwester des gebürtigen Cloppenburgers. Obendrein haben die Ärzte ihre anfangs niederschmetternde Einschätzung etwas abgemildert.

Die Onkologen der Uni-Klinik Münster, die den Patienten jetzt behandeln, sind zuversichtlich, dass der Vater von zwei Kindern es schaffen kann, die schwere Erkrankung zu überleben und ganz zu genesen, obwohl noch kein passender Knochenmarkspender gefunden worden ist. Wenn sein genetischer Zwilling in den nächsten Wochen gefunden wird, stünden die Chancen jedoch besser als noch vor zwei Wochen, berichtet die Schwester.

Sieben quälende Wochen lang hatte Martin Kruse, der an der Löninger Straße aufgewachsen ist, unter starken Schmerzen auf die aufwändige Diagnose warten müssen. „Das hat viel Kraft gekostet“, sagt seine Schwester. Der 56-jährige Augenoptikermeister ist an einem seltenen, genetisch ausgelösten Blutkrebs erkrankt. Seine „myeloische Leukämie“ im fortgeschrittenen Stadium kann nur mit einer Blutzellen-Übertragung geheilt werden.

DKMS stuft Echo auf Spendenaufruf als "fantastisch" ein

Seit dem ersten Bericht unserer Redaktion vor zwei Wochen erlebt die Familie eine Welle von Zuspruch und Hilfsbereitschaft. 348 Menschen folgten bisher dem Aufruf seiner Kinder Dennis und Alina, sich mit einem einfachen Test als mögliche Blutzellen-Spender   registrieren zu lassen. Das Set versendet die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei kostenlos per Post. Der bisherige Rücklauf sei „fantastisch“, urteilte eine Sprecherin der DKMS. Auch wenn bisher kein geeigneter Spender für Martin Kruse gefunden worden ist: Jede neue Antwort kann einem Menschen mit Blutkrebs das Leben retten. „Es stehen noch so viele auf der Warteliste“, sagt Ingrid Kruse. Selbst in der Nähe von Cloppenburg: In Delmenhorst ist ein junger Soldat an dem selben Typ von Blutkrebs erkrankt.

Die Familie „versucht alles, was machbar ist“, berichtet die 65-Jährige. Ihre Kolleginnen aus dem Cloppenburger Stadtarchiv, wo Kruse an historischen Themen mitarbeitet, „trommeln“ im Bekanntenkreis für den Test. Einstige Freunde aus der alten Heimat riefen an, um dem Patienten Mut zu machen. „Das ist schön, wenn man solche Rückmeldungen bekommt“, unterstreicht seine Schwester.

Suche im Emsland: Großonkel knüpft Kontakt zur Redaktion

Über unsere Redaktion hat die Autorin schon entfernte Verwandte im ganzen Kreis Cloppenburg zur Teilnahme aufgerufen. Auf ihre Initiative hat zudem eine Tageszeitung im Emsland berichtet, wo ihre Großmutter mütterlicherseits aufwuchs. Denn nach Einschätzung der Onkologen ist die Chance auf eine genetischen Übereinstimmung in den Familienlinien besonders hoch.

Glückliche Fügung: Den Kontakt zur Redaktion der Meppener Tagespost knüpfte ein Großonkel aus dem Raum Haselünne, den Ingrid Kruse bei ihrer Familienforschung kennengelernt hat. Nach wie vor ist jedoch jeder aufgerufen, sich typisieren zu lassen, um Martin Kruse oder anderen schwerstkanken Patienten das Leben zu retten. Seine Schwester bittet darum, die online angeforderten Sets tatsächlich zurückzusenden. 40 Prozent aller Tests kommen nicht zurück. „Das ist schade und zudem verplempertes Geld“, mahnt die 65-Jährige. Die Adresse:

  • Auch Geldspenden helfen, da der DKMS für die Neuaufnahme eines jeden Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen.DKMS-Spendenkonto IBAN: DE 64641500200000255556 (Verwendung: Martin Kruse)
  • www.dkms.de/martinkruse

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