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Mit einem Blumenmeer in den Ruhestand: Kinder verabschieden "ihre Elisabeth"

Dass sie in den Ruhestand geht, fällt den Kindern der Kita St. Peter und Paul schwer. Doch Elisabeth Tabeling bleibt der Einrichtung immerhin erhalten.

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Immer auf Augenhöhe: Elisabeth Tabeling nimmt glücklich die vielen Blumen der Kinder an. Foto: Hoff

Immer auf Augenhöhe: Elisabeth Tabeling nimmt glücklich die vielen Blumen der Kinder an. Foto: Hoff

Aufgeregt halten die Jungen und Mädchen ihre Blumen und die selbst gebastelten Marienkäfer in der Hand. Sie haben ein Spalier gebildet, warten, trippeln nervös auf der Stelle. "Wann kommt sie denn endlich?", will der kleine Hannes wissen. Kaum hat er die Frage ausgesprochen, wird Elisabeth Tabeling mit einer Rikscha auf den Hof der Kita St. Peter und Paul chauffiert – von Kita-Leiterin Gunda Hinrichs persönlich. Die Kinder jubeln, klatschen und halten ihre Fahnen in die Luft. Als die Erzieherin die Jungen und Mädchen und die vielen Eltern sieht, ist sie sprachlos. Nach und nach kommen die Kleinen auf sie zu, überreichen ihr die Blumen und umarmen die 66-Jährige.

Mit so einem Abschied habe sie nicht gerechnet, murmelt Tabeling. Ihre Kolleginnen kämpfen mit den Tränen. Morgens sei sie zu ihrem "letzten Einsatz" vom gesamten Team mit der Rikscha abgeholt worden. "Das war ein emotionaler Moment", sagt die Garrelerin. Offen gibt sie zu: "Ich werde die Kinder sehr vermissen, Erzieherin war meine Berufung. Ich lasse hier etwas Großartiges zurück." Es sei einfach toll, zu sehen, wie die Kinder sich entwickelten. "Je älter sie werden, desto mehr werden sie zu kleinen Persönlichkeiten." Carola Janßen, eine Kollegin, sei damals schon "ihr Kindergarten-Kind" gewesen, berichtet die 66-Jährige.

Fahr-Service: Elisabeth Tabeling (hinten) wird von Gunda Hinrichs mit einer Rikscha zur Kita gefahren. Foto: HoffFahr-Service: Elisabeth Tabeling (hinten) wird von Gunda Hinrichs mit einer Rikscha zur Kita gefahren. Foto: Hoff

1976 trat Tabeling als Berufspraktikantin ihren Dienst in dem Garreler Kindergarten St. Peter und Paul an – damals noch unter der Leitung von Schwester Katharina. Nach einer etwas längeren Pause, in der sie sich um ihre Kinder gekümmert hat, stieg sie 1999 wieder in ihren Beruf ein und blieb der Kita bis zum Schluss treu. Zuletzt betreute sie  gemeinsam mit Stefanie Müller 13 Jahre lang die Jungen und Mädchen in der Marienkäfer-Gruppe. An ihre Anfangszeit erinnert sich die Oma von fünf Enkelkindern gerne zurück: "Damals wurde ich noch Fräulein Krogmann genannt – auch von den Kleinen", erzählt sie und lacht.  Drei Leiterinnen, vier Verwaltungschefs, zwei Spielplatz-Neugestaltungen und den Neubau habe sie während ihrer Zeit miterlebt.

Vermissen an ihrer täglichen Arbeit werde sie die Herzlichkeit und die Wertschätzung, "die wir in unserer Einrichtung erfahren dürfen – und natürlich auch das Miteinander im Team", das sie als "liebevoll, spontan und flexibel" beschreibt. Sie sei ein Organisationstalent, das immer ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Kinder gehabt habe. Ihre Empathie habe dazu geführt, dass die Jungen und Mädchen sich in ihrer Nähe immer gesehen, angenommen, verstanden und aufgehoben gefühlt hätten. Kita-Leiterin Gunda Hinrichs betont: "Du hast immer für die Kinder gesprochen, ihnen Halt und Geborgenheit gegeben."

Auch wenn der Ruhestand nun offiziell anklingelt und sich Tabeling auf mehr Zeit mit der Familie freut, bleibt sie dem Kindergarten noch als Vertretungskraft erhalten. "Wenn es mal zu personellen Engpässen kommt, helfe ich gerne aus", sagt sie. Dankbar sei sie für die Unterstützung, die sie in all den Jahren durch ihren Mann, ihre Kindern, ihren Kolleginnen und die Eltern erfahren durfte. "Die Zeit war einfach toll."

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