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Missionsgruppe löst sich von Kirche und wird gemeinnütziger Verein

Da die Pfarrgemeinden ab 2023 umsatzsteuerpflichtig werden, verlassen die Frauen die Friesoyther St.-Marien-Gemeinde und stehen auf eigenen Füßen. In ihrem "IdeenReich" wird fleißig verkauft.

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Positive Stimmung: Rosa Wöste, Ursula Machon und Mechthild Hanisch (von links) verzeichnen gute Geschäfte für soziale Zwecke. Foto: Wimberg

Positive Stimmung: Rosa Wöste, Ursula Machon und Mechthild Hanisch (von links) verzeichnen gute Geschäfte für soziale Zwecke. Foto: Wimberg

Bunt behütet ist er auch in der dunklen Jahreszeit gut zu erkennen. Und wer ihn überholt, kann kaum anders, als ihm angesichts seiner Kopfbedeckung noch einen zweiten Blick zuzuwerfen. Kunterbunte Mützen sind für den treuen Kunden des „IdeenReichs“ ein Muss, und es sind mittlerweile schon 20, die er sich von den Mitgliedern der Friesoyther Missionsgruppe hat häkeln lassen. Und dafür fährt der Mann mit dem Rad regelmäßig aus dem Nachbarlandkreis zum kleinen Laden an der Kirchstraße.

Über Stammkundschaft auch aus aller Welt dürfen sich die Frauen um Vorsitzende Ursula Machon, Ladenleiterin Mechthild Hanisch und Schriftführerin Rosa Wöste bereits seit der Eröffnung des Standorts 2019 freuen. Sie handarbeiten und dekorieren passend zur Saison und lassen es somit in rund 2 Wochen weihnachtlich werden.

Veränderungen gibt es jedoch nicht nur in den Räumen, sondern auch grundsätzlich, da Kirchengemeinden ab 2023 umsatzsteuerpflichtig werden und auf alle unternehmerischen Leistungen künftig zahlen müssen. Umsatzsteuer wird fällig, sobald Pfarreien die sogenannte „Kleinunternehmergrenze“ von 22.000 Euro überschreiten. Mit einem bürokratischen Mehraufwand sehen sich die Kirchengemeinden konfrontiert, da sämtliche Umsätze detailliert dokumentiert werden müssen.

Die neue Satzung ist ausgearbeitet und ein neuer Name gefunden

Da auch das "Ideen-Reich" von der Neuregelung betroffen wäre, bereitet die Missionsgruppe gerade die Loslösung von der St.-Marien-Pfarrei vor. „Wir haben uns steuerlich beraten lassen und werden ab dem 1. Januar als gemeinnütziger Verein auf eigenen Füßen stehen“, informierte Mechthild Hanisch. Von ihrem großen, zum Verkauf ausgestellten Angebot wollten sie weder selbst profitieren, noch den Fiskus bedienen, sondern ausschließlich soziale Zwecke unterstützen, „und ohne gravierende Abzüge soll es auch in Zukunft so weitergehen“, ergänzt Rosa Wöste und verweist auf eine bereits ausgearbeitete Satzung und einen neuen Namen. So wird aus der „Missionsgruppe St. Marien Friesoythe“ ab 2023 die „IdeenReich-Missionsgruppe Friesoythe“.

Wer sich dem Team aktiv anschließen möchte, ist gerne gesehen. „Wir suchen fleißige Helfer, die handarbeiten oder handwerken können“, betont das Team. Das Material könne gestellt werden. Dazu gehört beispielsweise auch Wolle für warme Socken, von denen gerade rund 50 Paar über die Ladentheke gewandert sind.

Dass sie weiterhin ihr reichhaltiges Sortiment zu moderaten Preisen anbieten möchte, hat die Gruppe einstimmig beschlossen. „Überall wird alles teurer, doch wer zu uns kommt, soll sich unsere Produkte nach wie vor leisten können“, erklärt Ursula Machon die Philosophie der Missionsfrauen auch und gerade in Krisenzeiten.

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