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Missbrauch und Ausgrenzung: Katholiken in Vechta wollen diskutieren – und schweigen

Sexuelle Gewalt und Angst unter homosexuellen Mitarbeitern: Die Pfarrgemeinde in Vechta lädt am Sonntagabend zu einer digitalen Gesprächsrunde ein. In den Gottesdiensten wird Stille gehalten.

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Foto: Archiv OM Online

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Hinter den Katholiken in Deutschland liegen bewegende Tage. Vielerorts, auch im Oldenburger Münsterland, diskutieren Christen über die großen kirchenpolitischen Themen des zu Ende gehenden Monats: die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs sowie den Umgang der Kirche mit queeren, also nicht-heterosexuellen Menschen.

Auch die Katholiken in Vechta zeigen sich von diesen Themen bewegt und wollen ihnen an diesem Wochenende Platz einräumen.

Erst am Samstag veröffentlichte die Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt auf ihrer Homepage unter dem Schlagwort "Aus gegebenem Anlass" diese Information: In den Sonntagsgottesdiensten an diesem Wochenende soll anstelle der Fürbitten ein "stilles Gedenken" stattfinden, heißt es. Damit soll "die Ergriffenheit vieler mit in die Gottesdienste" einfließen.

Am Abend kann jeder mitdiskutieren

Zur Stille während der Gottesdienste, die nach Angaben von Pater Ludger Fortmann OP auch in den Gottesdiensten am Dominikanerkloster in Füchtel gehalten werden soll, kommt am Sonntagabend ein Gesprächsformat: "Talk am Turm digital".

Ab 19 Uhr sind alle eingeladen, mit zu diskutieren über die drängenden kirchenpolitischen Themen dieser Tage: über sexuellen Missbrauch und den Umgang damit; über die Situation homosexueller Katholiken und Ausgrenzung. Moderator ist Pastoralreferent Daniel Richter. Die Videkonferenz findet auf der Plattform Zoom statt (weitere Informationen s. unten).

Am Dominikanerkloster Füchtel wollten die Dominikaner am Samstagabend und Sonntag neben einem Moment des Schweigens im Anschluss an die Messe zum Gespräch bereit stehen. Man wolle "Raum schaffen, etwas zu sagen", erklärte Pater Ludger Fortmann OP am Samstag gegenüber OM online. Damit wolle der Konvent zeigen: "Wir sind auch ratlos"; "wegducken" wolle man sich aber angesichts der aktuellen Debatten nicht.

Am Freitagabend hatte die Lohner Pfarrei St. Gertrud unter dem Motto "Uns fehlen die Worte" für Solidarität mit Missbrauchsopfern geworben und schnelle Konsequenzen gefordert.


Informationen zu "Talk am Turm digital"

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