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Mehr Platz und familiäre Atmosphäre: Hospizdienst Cloppenburg ist umgezogen

Verteilten sich die Räume des Hospizdienstes zuvor auf zwei Standorte, ist der Verein nun in die Wilke-Steding-Straße gezogen. Hier sollen in Kürze auch die neuen Hospizbegleiter geschult werden.

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"Das passt": Gregor Möller-Reemts ist zufrieden mit der neuen Geschäftsstelle. Foto: Niemeyer

"Das passt": Gregor Möller-Reemts ist zufrieden mit der neuen Geschäftsstelle. Foto: Niemeyer

Von außen sieht der neue Standort mitten in einer Einfamilienhaussiedlung noch ein wenig unscheinbar aus. Innen aber bieten die neuen Räume dem Ambulanten Hospizdienst alles, was er braucht. Auf 125 Quadratmetern ist nun genug Platz für Trauer-, Familien- und Seminarraum sowie Büros und Küche. "Beim ersten Betreten habe ich gedacht: Das passt", sagt der erste Vorsitzende Gregor Möller-Reemts. 

Zuvor war der Hospizdienst auf zwei Standorte verteilt. In der Kirchhofstraße betreuten die Mitarbeiter zum Beispiel trauernde Familien, im "wanderlicht" an der Resthauser Straße befanden sich die Büros der Koordinatorinnen. Das habe dazu geführt, dass die Menschen nicht genau wussten, an welche Adresse sie sich nun wenden sollten, sagt Möller-Reemts. 

Teilen ihr Praxiswissen: Die hauptamtlichen Koordinatorinnen Anne-Christine Baro, Hildegard Meyer und Karin Kellermann. Foto: NiemeyerTeilen ihr Praxiswissen: Die hauptamtlichen Koordinatorinnen Anne-Christine Baro, Hildegard Meyer und Karin Kellermann. Foto: Niemeyer

Zudem seien die Büros an der Resthauser Straße zu eng gewesen und die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die dort ein und aus gingen, hätten Unruhe in das "wanderlicht" gebracht. Also fiel die Entscheidung, einen neuen Standort zu suchen. Schon nach wenigen Wochen waren die Räume gefunden. Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin zog aus ihrer Doppelhaushälfte in der Wilke-Steding-Straße 26 aus – und der Hospizdienst ein.

In 110 Stunden zum qualifizierten Hospizbegleiter

Die neue Geschäftsstelle strahlt eine familiäre Atmosphäre aus, die der Arbeit zum Beispiel bei der Trauerbegleitung entgegenkommt, sagt Koordinatorin Anne-Christine Baro. Die große Küche bietet sich zum Beispiel dazu an, mit den Kindern der trauernden Familien zu kochen und zu backen. Was noch fehlt, seien ein wenig Dekoration, Schilder, die von außen auf den Hospizdienst hinweisen, und ein großer Fernseher für Vorträge, sagt Möller-Reemts.

Vorträge werden schon bald im neuen Seminarraum gehalten, wenn die Schulung der neuen ehrenamtlichen Hospizbegleiter am 4. Februar (Samstag) beginnt. Erstmals bildet der Hospizdienst die Hospizbegleiter selber aus. In 110 Stunden lernen die Teilnehmer zum Beispiel, was sie beachten müssen, wenn sie mit Sterbenden kommunizieren, erklärt die hauptamtliche Koordinatorin, Hildegard Meyer. Was sowieso schon eine hohe Sensibilität erfordert, erschwert sich noch, wenn die Sterbenden sich kaum noch äußern können. In den Seminaren lernen die Teilnehmenden, wie sie damit umgehen können. Zudem lernen sie die Sitten und Bräuche anderer Religionen und Kulturen im Umgang mit dem Tod kennen.

Hat sich schon in ihrem neuen Büro eingerichtet: Koordinatorin Anne-Christine Baro. Foto: NiemeyerHat sich schon in ihrem neuen Büro eingerichtet: Koordinatorin Anne-Christine Baro. Foto: Niemeyer

Praktische Tipps geben Anne-Christine Baro und Hildegard Meyer sowie Karin Kellermann, die ebenfalls hauptamtlich als Koordinatorin beim Ambulanten Hospizdienst arbeitet. Als Dozentin konnte der Hospizdienst außerdem die Psychologin Dr. Maria Haskamp gewinnen.

Ziel: Sterbenden Lebensqualität schenken

In erster Linie vermittelten die Dozenten Hintergrundwissen, sagt Meyer. Wer also tiefer in einzelne Themen einsteigen möchte, müsste weitere Kurse belegen. Ziel sei es auch, dass die Begleiter nach ihrer Qualifizierung mit mehr innerer Ruhe und Sicherheit Sterbende und Trauernde begleiten können. Zudem lernen die angehenden Hospizbegleiter, wie sie eine professionelle Distanz wahren.

Noch seien Plätze frei, betont Meyer. Wer den Kurs besucht, müsse nicht zwangsläufig beim Hospizdienst tätig werden. Das gewonnene Wissen kann auch im Umgang mit schwerkranken Angehörigen helfen. Es gehe darum, Sterbenden, soweit es geht, ein wenig Lebensqualität zu schenken. 

  • Info: Die Schulung zum ehrenamtlichen Hospizbegleiter läuft vom 4. Februar bis zum 8. Oktober. Anmeldungen sind noch bis zum 27. Januar (Freitag) möglich. Wer Interesse hat, kann sich unter der Telefonnummer 04471/8509140 oder unter der E-Mail-Adresse info@hospizdienst-clp.de mit dem Hospizdienst in Verbindung setzen.

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