Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Mehr Klimaschutz: Wasser und Grünes sollen die Hitze aus der Stadt drängen

Im Rahmen des Programms "Perspektive Innenstadt" kann die Stadt Friesoythe rund 200.000 Euro für ein Klimaschutzprojekt bekommen. Eckpunkte wurden jetzt vorgestellt.

Artikel teilen:
Mehr Wasser: Aufenthaltsqualität und Binnenklima können mit Wasserspielen verbessert werden. Die Stadt Friesoythe will einige davon für die Innenstadt anschaffen. Foto: Stadt Friesoythe

Mehr Wasser: Aufenthaltsqualität und Binnenklima können mit Wasserspielen verbessert werden. Die Stadt Friesoythe will einige davon für die Innenstadt anschaffen. Foto: Stadt Friesoythe

Manchmal muss es eben schnell gehen: Bis zum 31. März hat die Stadt Friesoythe Zeit, ein Klimaschutzprojekt zu erstellen, umzusetzen und abzurechnen. Wenn es klappt, ist der Lohn für die Mühen beträchtlich. Das Land Niedersachsen hat über die N-Bank eine Förderquote von 90 Prozent zugesagt.

Das Geld stammt aus dem Projekt "Perspektive Innenstadt", von dessen Fördertöpfen die Stadt schon länger profitiert. Die Sanierung der Burgwiese wurde zum Beispiel auch aus diesem Topf bezahlt. Die Zusage für die Förderung eines Klimaschutzprojektes hat die Stadt vor 3 Wochen erhalten und dann, wie Bauamtsleiter Klaus Sandmann im Planungsausschuss am Montagabend erläuterte, sofort ein Fachbüro gesucht und mit der Erarbeitung eines Konzeptes begonnen.

In Anlehnung an das vom Bundesforschungsministerium geförderte Forschungsprojekt "BlueGreenStreets" will die Stadt im Bereich Moorstraße, Lange Straße/Bahnhofstraße und Kirchstraße/Grüner Hof Straßenräume wassersensibel gestalten und mehr Aufenthaltsqualität schaffen. Ziel ist, durch Verdunstung und mehr Grün die Hitze aus der Innenstadt zu drängen, um so die Lebensqualität für Bewohner und Besucher der Innenstadt zu steigern.

Wasserspiele, Pflanzkübel, begrünte Fahrradgaragen und Fassadengrün

4 konkrete Maßnahmen will die Stadtverwaltung ergreifen. So soll Verdunstungskälte durch Wasserspiele entstehen, die an strategisch günstigen Punkten angebracht werden. Vorschläge hat die Stadt in die Ausschusssitzung mitgebracht, die Entscheidung liegt bei den Ratsgremien. Ein Wasserspiel könnte demnach an der Kirche aufgebaut werden, ein anderes am Ortseingang auf der Freifläche neben der OLB. "Die Anlieger fänden das ganz gut, man könnte das auch als Eingangstor für die Stadt sehen", erläutert Henning Wilken vom Bauamt, der das Projekt im Planungsausschuss vorstellte. Ob auch der Platz am Kriegerdenkmal geeignet wäre, wird von der Stadt derzeit noch geprüft.

Um mehr Grün ins Zentrum zu bringen, muss die Stadt auf Kunstgriffe ausweichen. "In der Innenstadt laufen so viele Versorgungsleitungen unter den Straßen und Gehwegen, dass wir da nur schlecht Bäume pflanzen können", erläuterte Sandmann. Deshalb sind mobile Pflanzkübel eine Alternative, die – etwa in Kombination mit Sitzbänken – sowohl Klima als auch Aufenthaltsqualität verbessern können.

Das Gleiche gilt für begrünte Fahrradgaragen, in denen Besucher der Stadt, aber auch Mitarbeiter der umliegenden Geschäfte ihre Fahrräder sicher abstellen können. Hier hat die Stadtverwaltung Standorte bei der Kirche, bei der LzO, in der Burgstraße, beim Kreisverkehr an der B72, am Haltepunkt der Museumseisenbahn und bei der OLB im Blick. Die abschließbaren Garagen sollen auch Fächer für Helm oder Taschen, eventuell auch Lademöglichkeiten für E-Bikes bekommen.

Die Kosten würden sich auf rund 200.000 Euro belaufen

Die vierte Maßnahme schließlich sollen begrünte Fassaden sein. Hier prüft die Stadt, ob und welche städtischen Gebäude sich dafür eignen. Gleichzeitig hofft sie darauf, auch die Eigentümer von Gebäuden in den betroffenen Straßenzügen für diese Art des Klimaschutzes zu begeistern. "Wir laden Hauseigentümer ein, sich dem anzuschließen", sagt Wilken. Die Stadt würde aus dem Topf für Klimaschutzmaßnahmen einen Zuschuss zahlen.

Für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen hat die Verwaltung Kosten von knapp 200.000 Euro errechnet, von denen 90 Prozent über die Förderung gedeckt sind. Da einige Details der Umsetzung noch nicht geklärt sind, hat der Planungsausschuss auf Bitten der CDU/FDP-Fraktion das Thema ohne Beschluss an den Verwaltungsausschuss gegeben. Bis zu dessen Sitzung am 28. November (Montag) soll die Stadt die Planung und insbesondere die Standortsuche vorantreiben.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Mehr Klimaschutz: Wasser und Grünes sollen die Hitze aus der Stadt drängen - OM online