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Mehr Gehör gefordert: "Senioren sind eher leise"

Am Mittwoch hat die Stadt die Stimmzettel der Wahl zum Seniorenbeirat ausgezählt. Die gewählten Mitglieder wollen ihren älteren Mitbürgern eine Stimme geben.

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Und noch eine Wahl: 668 Stimmzettel für die Wahl zum Seniorenbeirat  zählten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung am Mittwochmittag aus. Foto: Stix

Und noch eine Wahl: 668 Stimmzettel für die Wahl zum Seniorenbeirat  zählten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung am Mittwochmittag aus. Foto: Stix

Sie sind hoch motiviert und haben auch schon erste Ideen, was sie in ihrem neuen Ehrenamt bewirken wollen: Gerhard Dumstorff, Anneliese de Buhr, Hildegard Meyer, Heiner Schütte, Josef Flatken, Horst Grund und Brigitte Atorf bilden den neuen Seniorenbeirat der Stadt Friesoythe. Peter Dehen ist erster und einziger Nachrücker. Das ergab die Auszählung der Stimmen am Mittwochmittag im Rathaus.

Bis Montag (25. Oktober) waren die über 60-jährigen Friesoytherinnen und Friesoyther zur Wahl des ersten Seniorenbeirats der Stadt aufgerufen. Die Stadt hatte alle 5367 Wahlberechtigten in einem persönlichen Schreiben über die Wahl und die Aufgaben des Gremiums informiert. 668 davon machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch, das entspricht einer Wahlbeteiligung von zwölf Prozent. Sieben Sitze waren zu vergeben, um die sich acht Kandidatinnen und Kandidaten beworben hatten. "Die Wahlbeteiligung war jetzt nicht so berauschend", sagt Karsten Vahl, der zuständige Fachbereichsleiter im Rathaus. "Aber ich freue mich, dass wir den Seniorenbeirat ins Leben gerufen haben und wünsche ihm gutes Gelingen bei seiner Arbeit." Der Beirat ist für fünf Jahre gewählt, seine Amtszeit orientiert sich an der Wahlperiode des Stadtrates.

Mitglieder haben keinen Zweifel an der Notwendigkeit eines Seniorenbeirats

Die Motivation der Kandidatinnen und Kandidaten, sich um einen Sitz im neuen Seniorenbeirat zu bewerben, lässt sich in kurzen Sätzen zusammenfassen. "Viele Ältere brauchen eine Stimme", sagt etwa Anneliese de Buhr, die mit 155 Stimmen das zweitbeste Ergebnis hinter Gerhard Dumstorff (186 Stimmen) erzielt hatte. "Senioren sind eher leise", stimmt Peter Dehen zu. Und Brigitte Atorf geht davon aus, dass die Mitglieder eines Seniorenbeirates schneller einen Zugang zu älteren Menschen finden als Ratsmitglieder. "Wir haben vielleicht einfach einen besseren Einblick, vor allem wenn sich die Existenz und die Arbeit eines Seniorenbeirates herumgesprochen haben", hofft sie. De Buhr verweist zudem auf ihre lange Arbeit mit einer Seniorengruppe in Schwaneburgermoor, die sie gemeinsam mit zwei weiteren Frauen betreut. "Wir sind viel mit Senioren zusammen", sagt sie. "Und dadurch haben wir einfach enge Kontakte."

Zu tun gibt es für den Seniorenbeirat nach Ansicht seiner neu gewählten Vertreter genug. Große Projekte müssen natürlich erst noch erarbeitet werden, aber konkrete Handlungsfelder haben sie schon identifiziert. Dehen beispielsweise verweist auf Schwierigkeiten, die ältere Menschen im Straßenverkehr haben. So mache es beispielsweise die Verkehrsbelastung in der Innenstraße älteren Menschen schwer, die Straßenseite zu wechseln. "Da haben viele einfach Angst", sagt er.

"Wir wollen ja für das gesamte Friesoyther Stadtgebiet arbeiten."Anneliese de Buhr, MItglied im Seniorenbeirat

Heiner Schütte hat sich schon konkrete Gedanken gemacht, wie ein Seniorenbeirat solche Themen aufgreifen könnte. Er denkt an Informationsveranstaltungen durch die Polizei, durch Fahrlehrer und das Rote Kreuz zu verschiedenen sicherheitsrelevanten Themen, oder auch an konkrete Anstöße für verbesserte Wegebeleuchtung oder Seniorenparkplätze. In einem ersten Schritt aber will er seinen Beiratskollegen vorschlagen, eine Bestandsaufnahme im gesamten Stadtgebiet zu machen und zu schauen, was in einzelnen Ortschaften schon auf die Beine gestellt wurde. "Man muss das Rad ja nicht neu erfinden", sagt er. Auch Gespräche mit den neuen Ortsvorstehern seien eine Möglichkeit, um ortsübergreifende Schwerpunkte für die Seniorenarbeit zu finden. Eine Idee, die Anneliese de Buhr unterstützt. "Wir wollen ja", sagt sie, "für das gesamte Friesoyther Stadtgebiet arbeiten."

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