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Mehr als eine Corona-Idee: Der Lüscher Dorfkiosk bleibt bestehen

Dagmar Suding aus Lüsche feiert Geburtstag: Mit ihrer Mutter „Detty“ gründete sie vor einem Jahr während der Kurzarbeit einen Kiosk. Im Angebot ist vor allem Bio-Ware.

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Führen den Laden: Bernadette Suding und Dagmar Suding. Foto: Schuling

Führen den Laden: Bernadette Suding und Dagmar Suding. Foto: Schuling

Als die Pandemie zu Beginn des letzten Jahres nach Deutschland kam, sorgte sie überall für wirtschaftliche Schäden, einer Menge Frust und viele geplatzte Träume. Doch Dagmar Suding machte aus der Not eine Tugend. Als Corona die Reisekauffrau in Kurzarbeit zwang, verfiel Suding nicht in lethargisches Nichtstun, sondern erfüllte sich einen Traum: Sie gründete den Lüscher „Dorfkiosk“. Was als fixe Idee im Lockdown entstand, hat sich mittlerweile zum festen Bestandteil des Lüscher Ortskerns entwickelt.

Seit einem Jahr stehen sie oder ihre Mutter Bernadette, genannt "Detty", nun 4 Mal in der Woche an der Kasse des Ladens. "Die Bilanz ist: Es läuft", sagt Dagmar Suding stolz. "An manchen Tagen ist es ruhiger, dann gibt es Tage, an denen sich sogar Schlangen bilden."

Das Angebot aus Bio-Produkten und Erzeugnissen aus der Region scheint den Nerv zu treffen. Eine bewusste und gesunde Ernährung sei immer mehr Menschen wichtig. Dazu kommen zunehmende Unverträglichkeiten, etwa von Gluten oder Laktose. Nun bietet der Dorfkiosk passende Produkte an. Backmischungen für glutenfreie Brote gibt es genauso wie pflanzliche Butter ohne Laktose. Das Sortiment, sagt Suding, sei stets größer geworden. Viele Produkte seien im Laufe des letzten Jahres dazu gekommen.

Dorfkiosk als Plattform für den Ideenaustausch

„Die meisten neuen Artikel schlagen mir Kunden vor.“ Und: Detty und Dagmar Suding haben eine große Leidenschaft fürs Essen, die sie gerne mit anderen teilen. So habe sich der Dorfkiosk mit Unterstützung seiner Facebook- und Instagram-Kanäle zu einer Plattform für den Austausch von Ideen entwickelt. Mittlerweile stehen nicht nur Lebensmittel in den Verkaufsregalen, sondern auch ein kleines Sondersortiment aus handgefertigten Schürzen aus Hamburg oder Dekoartikeln aus Münster.

Auch von der Ausstattung hat sich der Dorfkiosk weiterentwickelt. Suding investierte vor allem in den Raum hinter der Verkaufstheke. Ein neuer Boden, 2 neue Kühlschränke und eine Küchenzeile mussten her. Besonders eine Küche mit Waschbecken sei nötig gewesen, um das viel gefragte Käsesortiment verkaufen zu dürfen. Die verschiedenen Käsesorten, Obst und Gemüse aus der Region oder Präsentkörbe seien „echte Renner“ im Dorfkiosk.

Ein Modell auf Dauer

Die Freude über die erfolgreiche Neugründung in der für viele so schwierigen Corona-Zeit ist Dagmar Suding anzumerken. „Es ist absolut schön und macht Spaß“, sagt sie, während Mutter Detty zustimmend nickt. Auch wenn demnächst die Kurzarbeit endet und die Lüscherin wieder als Reisekauffrau gefragt sein wird, soll der Dorfkiosk geöffnet bleiben.

„Wir machen auf jeden Fall weiter“, versichern die beiden Frauen, die sich außerdem für weitere Entwicklungen ihres Geschäfts offen zeigen. Denn das Ziel einen „Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft“ zu schaffen, habe Corona bisher größtenteils verhindert. Was die beiden Frauen genau vorhaben, wollten sie nicht verraten. Nur so viel: „Wir haben noch einige Ideen, um ein bisschen Leben ins Dorf zu bringen.“

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