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Mehr als 1600 Menschen aus dem Kreis Vechta radeln für den Klimaschutz

Beim sogenannten Stadtradeln soll das  Auto 3 Wochen lang möglichst stehen gelassen werden. Erstmals sind auch die hiesigen Kommunen am Start.

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Stadtradeln ganz modern: Freunde der digitalen Welt können per Smartphone-App an der Klimaschutzaktion teilnehmen. Foto: Klima-Bündnis/Nickel

Stadtradeln ganz modern: Freunde der digitalen Welt können per Smartphone-App an der Klimaschutzaktion teilnehmen. Foto: Klima-Bündnis/Nickel

Aktionen für den Klimaschutz und für das Fahrrad als Alternative zum Auto gewinnen auch im Landkreis Vechta immer mehr Freundinnen und Freunde. Jüngster Beleg: Erstmals beteiligen sich die Kommunen im Kreisgebiet an der weltgrößten Fahrradkampagne namens Stadtradeln, die am 7. Mai beginnt. Sie treffen damit offenbar einen Nerv. Denn: Mehr als 1600 Bürger zwischen Visbek und Vörden haben sich bereits angemeldet, um möglichst viele Radkilometer für ihre Stadt oder Gemeinde zu sammeln.

„Das ist doch wirklich vorzeigbar, gerade für das allererste Mal. Und es zeigt, welchen Stellenwert die Fahrradmobilität auch hier im ländlichen Raum schon hat“, kommentiert der Klimaschutzmanager des Landkreises Vechta, Matthias Galle, gegenüber OM online die hohe Teilnehmerzahl. Die Idee, dass die Kommunen vor Ort gemeinschaftlich in die bereits seit 2008 laufende Aktion einsteigen, sei aus dem immer größer werdenden Kreis der heimischen Klimaschutzmanager gekommen, fügt der 31-Jährige an.

Beim Stadtradeln geht es darum, 21 Tage lang - in diesem Fall also bis zum 27. Mai - für viele Alltagswege das Fahrrad zu benutzen. In diesem Wettbewerb zählt nach Veranstalterangaben jeder einzelne Kilometer, erst recht, wenn er sonst mit dem Auto gefahren worden wäre. Veranstalter ist übrigens das Klima-Bündnis, ein Netzwerk von mehr als 1800 europäischen Kommunen.

4 Mann, eine Aktion: (von links) Landrat Herbert Winkel, Dammes Klimaschutzmanager Roman Fehler, Stadtradel-Star Manfred Moss und Dammes Bürgermeister Gerd Muhle sind abfahrbereit. Foto: Landkreis VechtaNiemann4 Mann, eine Aktion: (von links) Landrat Herbert Winkel, Dammes Klimaschutzmanager Roman Fehler, Stadtradel-Star Manfred Moss und Dammes Bürgermeister Gerd Muhle sind abfahrbereit. Foto: Landkreis Vechta/Niemann

In der Praxis sieht das dann so aus: Alle, die in einer Stadt oder Gemeinde des Landkreises Vechta wohnen, arbeiten, einem Verein angehören sowie eine Schule oder Hochschule besuchen, können mitmachen. Dazu treten sie einem bereits bestehenden Team bei oder gründen einfach mit mindestens einer weiteren Person eine neue Mannschaft. Anmeldungen sind im Internet oder per Smartphone-App immer noch möglich.

Begeistert von der bisherigen Resonanz ist auch der Kreisvorsitzende des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Dammes Bürgermeister Gerd Muhle. Er hofft, „dass sich noch viele weitere Bürgerinnen und Bürger der Aktion anschließen und eine unserer Kommunen es im bundesweiten Wettbewerb bis an die Spitze schafft“. Weiterer Anreiz für alle Kurzentschlossenen: „Als Hauptpreis, der unter allen aktiv Teilnehmenden ausgelost wird, winkt ein E-Lastenrad“, wirbt Klimaschützer Galle.

Hohe Quote: Der halbe Lohner Stadtrat radelt mit

Die bisherigen Anmeldungen verteilen sich über das gesamte Kreisgebiet. Besonders viele Fahrradbegeisterte gibt es nach aktuellen Angaben in Lohne. Dort haben sich (Stand: 4. Mai) mehr als 600 Menschen in mehr als 100 Teams registriert, darunter der halbe Stadtrat, also 18 von 36 Parlamentariern. Mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden derzeit in der Stadt Vechta und mehr als 200 in der Stadt Dinklage gezählt. Auf fast 100 kommen immerhin die relativ kleinen Kommunen Goldenstedt und Holdorf.

Bei der Stärke der angemeldeten Teams hat momentan die Ludgerus-Schule aus Vechta den Lenker vorne. 143  Radelnde suchen kreisweit ihresgleichen. Dahinter folgt die Ketteler-Schule aus Lohne (82 Anmeldungen). Aber nicht nur Schulen schicken große Mannschaften ins Rennen um den Klimaschutz, sondern auch Vereine wie Frisia Goldenstedt (23 Anmeldungen) und die DLRG-Ortsgruppe Holdorf (18 Anmeldungen). Hinzu kommen Familien, Siedlergemeinschaften, Verwaltungen oder etwa der Kriminal- und Ermittlungsdienst des Polizeikommissariats Vechta (13 Anmeldungen).

"Heute fahre ich mit dem Rad mehr Kilometer als mit dem Auto."Manfred Moss, ehemaliger Fahrlehrer und aktueller Kreisvorsitzender des Fahrradclubs ADFC

Etwas magerer - mit Ausnahme von Lohne - fällt derweil noch die Beteiligung der Ratsfrauen und -männer aus. Dabei richtet sich die ganze Kampagne ausdrücklich auch an sie. Denn neben dem Klimaschutz ist das zweite Ziel, auf die Bedürfnisse der Radfahrenden aufmerksam zu machen. Wo eine Kommune schon fahrradfreundlich ist und wo noch nachgebessert werden muss, lässt sich nach Veranstalterangaben gerade für die Entscheidungsträger am besten aus der Lenkerperspektive erfahren.

Bereits bestens vertraut mit dieser Perspektive ist Manfred Moss. Der ehemalige Fahrlehrer und aktuelle Kreisvorsitzende des Fahrradclubs AFDC in Vechta nimmt am Stadtradeln teil, weil er etwas für die Umwelt, den Fahrradverkehr und die Gesundheit tun will. Schon jetzt fährt er nach eigenen Angaben „mit dem Rad mehr Kilometer als mit dem Auto“. Während des dreiwöchigen Aktionszeitraums will er das noch einmal toppen und komplett auf Autofahrten verzichten.

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