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Martina Wittkowski tritt ihr Amt als Kreispfarrerin an

Die Vakanz im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Oldenburger Münsterland ist beendet. Zur Amtseinführung gibt es einen Aufruf zur Zusammenarbeit in den Gemeinden.

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Die Vakanz im Kreispfarramt ist beendet: Bischof Thomas Adomeit (links) nahm am Sonntag die Amtseinführung von Martina Wittkowski vor. Sie wurde von Ehemann Volker, Pfarrer im Ruhestand, sowie Tochter Anna-Sophie begleitet. Foto: Speckmann

Die Vakanz im Kreispfarramt ist beendet: Bischof Thomas Adomeit (links) nahm am Sonntag die Amtseinführung von Martina Wittkowski vor. Sie wurde von Ehemann Volker, Pfarrer im Ruhestand, sowie Tochter Anna-Sophie begleitet. Foto: Speckmann

Die Vakanz im Kreispfarramt des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Oldenburger Münsterland ist beendet: Martina Wittkowski ist am Sonntagnachmittag in einem Gottesdienst in der Klosterkirche in Vechta als neue Kreispfarrerin eingeführt worden. Sie tritt damit die Nachfolge von Michael Braun an, der bereits Anfang vergangenen Jahres eine Superintendentur im Rheinland übernommen hat.

Bischof Thomas Adomeit nahm die Einführung der Kreispfarrerin vor, die auf einer außerordentlichen Kreissynode im Oktober 2020 gewählt worden war und mit den Menschen und Einrichtungen der Region vertraut ist. Wittkowski hat mehr als zwölf Jahre die Pfarrstelle in der Kirchengemeinde Löningen bekleidet und sich zudem als Gottesdienstberaterin für Pastoren und Gemeindekirchenräte in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg engagiert.

„Ich freue mich sehr, dass es gelingen konnte, eine Kreispfarrerin für diesen Kirchenkreis zu gewinnen, die weiß, auf was und auf wen sie sich einlässt. Die sich hier auskennt und mit ihrer Ortskenntnis die richtigen Wege zu den Menschen kennt, die Lust hat, Veränderungen zu gestalten“, erklärte Adomeit und fügte mit Blick auf Wittkowskis große Erfahrung hinzu: „Ein Kreispfarramt braucht den Blick über den eigenen Kirchturm hinaus. Den bringst du mit!“

Vertraute Umgebung: Martina Wittkowski wurde bei der Amtseinführung in der Klosterkirche in Vechta von ihrer Familie begleitet. Foto: Uwe HaringVertraute Umgebung: Martina Wittkowski wurde bei der Amtseinführung in der Klosterkirche in Vechta von ihrer Familie begleitet. Foto: Uwe Haring

Der Bischof griff einen Vers aus dem Jesaja-Buch auf, der für Wittkowski eine besondere Bedeutung haben und zugleich eine Kraftquelle darstellen dürfte: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“ Mit diesem Zuspruch solle die Kreispfarrerin mutig in das neue Amt starten und daran denken, dass Gott auch zu ihr halte, wenn Dinge mal nicht glatt laufen sollten.

Wittkowski rief in ihrer Predigt dazu auf, Kirche gemeinsam zu leben und zu gestalten. Die Aufgaben in Kirche und Gesellschaft würden dabei immer komplexer. Dass sich Ehrenamtliche mit ihren Begabungen, Fähigkeiten und Erfahrungen einbrächten, tue der Kirche gut, so die neue Kreispfarrerin. Hauptamtliche ermutigte sie, in ihrer Verschiedenheit nicht alles allein zu bewerkstelligen. Auch das ökumenische Miteinander sei bereichernd.

"Wir sind herausgefordert, Menschen in ihrer veränderten Lebenswelt mit dem Evangelium in Berührung zu bringen und dabei auch neue Wege zu gehen."Kreispfarrerin Martina Wittkowski

In der Pandemie werde manches deutlich, so die 56-Jährige weiter. Familien mit kleinen Kindern seien am Limit und Alleinstehende einsam. Beruflich Selbständige gerieten in Existenznöte. „Wir als Kirche wollen und sollen für die Menschen da sein, in der Kirche und überall sonst, wo wir als Christinnen und Christen leben. Das können wir nur, wenn viele verschiedene Erfahrungen und Begabungen unter uns zur Geltung kommen. Gemeinsam Ideen und Konzepte entwickeln.“

Für die kirchliche Arbeit bestehe im Oldenburger Münsterland eine selbstverständliche Offenheit, befand die Theologin. Die Kirche habe Gewicht im öffentlichen Leben. Diese Voraussetzungen stellten eine große Chance dar, dennoch seien auch im Kirchenkreis Umbrüche abzusehen. Strukturell seien jedoch durch das entwickelte Pfarrstellenkonzept wichtige Weichen gestellt worden.

Gemeinden sollen Ideen und Kräfte bündeln

„Wir sind herausgefordert, Menschen in ihrer veränderten Lebenswelt mit dem Evangelium in Berührung zu bringen und dabei auch neue Wege zu gehen“, sagte Wittkowski. Mit den Möglichkeiten, die die evangelische Kirche im Oldenburger Münsterland habe, „können wir mutig mit den Veränderungen umgehen.“ Dabei werde die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden eine wichtige Rolle spielen. Sie könnten ihre Ideen und Kräfte bündeln und gegenseitig von den Stärken profitieren.

Schon jetzt hätten die Gemeinden mit Predigtreihen und mit zusammen gestalteten Gemeindebriefen gute Erfahrungen gemacht. Auch die Erfahrungen aus der Corona-Zeit könnten Mut machen, gemeinsam auf die Suche zu gehen und Konzepte zu entwickeln. Es sei lohnenswert, an gute Traditionen anzuknüpfen und sich für Neues zu öffnen, erklärte die neue Kreispfarrerin.

Grüße und Segenswünsche der katholischen Kirche

Probst Michael Matschke aus Vechta überbrachte die Grüße und Segenswünsche der katholischen Kirche. Er nahm einen Buchtitel zur Hand, den er bei Bischof Heiner Wilmer aus Hildesheim gelesen hat: „Trägt - Die Kunst, Hoffnung und Liebe zu glauben“. Von Wittkowski werde erwartet, dass sie in die einzelnen Gemeinden Impulse und Anstöße gebe, Organisationen übernehme und Verbindungen zur Landeskirche halte. Für diese Aufgaben und Herausforderungen brauche auch sie etwas, das sie halte und trage. „Mein Wunsch an die neue Kreispfarrerin ist, dass sie selbst aus dieser Hoffnung lebt und so für die Gemeinden da sein und sie stärken kann“, so Matschke.

Vechtas Bürgermeister Kristian Kater (SPD) schloss sich den Grußworten der Kirchenvertreter an und lenkte den Blick auf die Corona-Pandemie. Wenn zum Wohle des Gemeinwohls auf persönliche Kontakte verzichtet werden müsse, sei es umso wichtiger, als Politik, Verwaltung und Kirche gemeinsam den Menschen Beistand, Hilfe und Zuversicht anzubieten. „Deshalb kommt der Seelsorge in dieser Zeit eine ganz besondere Bedeutung zu“, so Kater.

Die neue Kreispfarrerin freute sich über die Glückwünsche. Ihre Amtseinführung sollte ursprünglich Anfang Februar stattfinden, doch der Termin war aufgrund von Schnee und Glätte kurzfristig abgesagt worden. Nun konnte die Gemeinde, darunter die Familienangehörigen aus dem Ammerland, problemlos anreisen.

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