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Markhauser Schmiede wird zu neuem Leben erweckt

Der Heimatverein Markhausen plant, das Gebäude in eine Kultur-, Schau- und Erlebnisschmiede umzuwandeln. Erste Veranstaltungen sollen schon 2022 stattfinden.

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Noch verschlossen: Nach Vorstellungen des Heimatvereins Markhausen soll in das 60 Jahre alte Gebäude noch in diesem Jahr neues Leben einziehen. Foto: Stix

Noch verschlossen: Nach Vorstellungen des Heimatvereins Markhausen soll in das 60 Jahre alte Gebäude noch in diesem Jahr neues Leben einziehen. Foto: Stix

Der Heimatverein Markhausen will der ehemaligen Schmiede Weß im Ortskern neues Leben einhauchen. Die ersten Ideen, die im Juli im Rahmen der Sozialen Dorferneuerung vorgestellt wurden, sind inzwischen konkretisiert und auch mit Kosten hinterlegt. Knapp 100.000 Euro sind demnach nötig, um das Gebäude in eine Kultur-, Schau- und Erlebnisschmiede umzuwandeln.

Der Heimatverein geht davon aus, dass die Familie Weß seit Jahrhunderten an dem Standort in der Hauptstraße als Schmiede tätig war. Eine Familie Weß wird zumindest bereits im Seelenregister des Kirchspiels Markhausen von 1713 aufgeführt. Das 1962 in massiver Bauweise neu errichtete Gebäude sei, so der Heimatverein in der Projektbeschreibung, "typisch für eine nach früherer Handwerkstechnik arbeitende Schmiede nach dem 2. Weltkrieg". Zudem hat der Heimatverein von der Erbengemeinschaft Weß alle schriftlichen Geschäftsunterlagen der letzten Jahrzehnte übernommen. Dadurch könne "die Arbeit eines Schmieds nach dem 1. Weltkrieg sowie vor und nach dem 2. Weltkrieg beeindruckend dokumentiert werden".

Frühere Markhauser Schmiedegesellen sind bereit, Projekte durchzuführen

Ziel des Heimatvereins ist es, aus der Schmiede einen Lern- und Erlebnisort zu machen, in dem Angebote für alle Altersstufen erarbeitet werden. Im Vordergrund soll nicht die rein historische Vermittlung von Wissen stehen, sondern Interaktion und selbstständiges Mitwirken. Ein Schwerpunkt wird dabei die Zusammenarbeit mit Schulen und anderen Bildungsträgern sein. So können etwa Schülerinnen und Schülern Grundkenntnisse des Schmiedens vermittelt werden. 

Darüber hinaus hat der Heimatverein bereits Kontakt zu Schmiedegesellen aufgenommen, die in den letzten Jahrzehnten in Markhausen ausgebildet wurden. "Einige sind bereit, dort mitzumachen und entsprechende Angebote zu erarbeiten und durchzuführen", erzählt die Projektverantwortliche Renate Geuter. Auch mit dem in Markhausen geborenen Friesoyther "Stadtschmied" Alfred Bullermann hat der Verein bereits Gespräche geführt. Für Auszubildende im Metallhandwerk an den BBS in Friesoythe soll es zudem konkrete Angebote geben, um sie mit den früheren Techniken ihres Handwerksberufes vertraut zu machen.

Kulturschmiede soll örtlichen und überregionalen Künstlern eine Bühne bieten

Auch als Kulturort soll die Schmiede künftig genutzt werden. "Es gibt kleinere Musikgruppen und Bands in Markhausen, die bisher außerhalb des kirchlichen Bereichs keine Möglichkeit für Konzerte hatten", bedauert der Heimatverein. Das soll sich mit der Wiederbelebung der Schmiede künftig ändern. Auch Auftritte etwa der Laienspielschar Markhausen und anderer Theatergruppen sind künftig vorgesehen. Zudem sind Veranstaltungen mit überregional bekannten Künstlern denkbar.

Um all das realisieren zu können, sind an dem 60 Jahre alten Gebäude zahlreiche Renovierungs- und Umbauarbeiten erforderlich. So müssen das Dach, der Betonfußboden und die Außenwände saniert werden. Die Stromanlage muss erneuert und dabei ebenso wie die Wärmeversorgung in den Sanitär- und Nebenräumen den derzeitigen Vorschriften angepasst werden. Außerdem ist der Einbau einer barrierefreien Toilette vorgesehen.  100.000 Euro sind dafür erforderlich, insgesamt 30.000 Euro sind als Zuschüsse von der Stadt Friesoythe und der LEADER-Region zugesagt. Auch Eigenmittel kann der Heimatverein aufbringen, insgesamt fehlt jedoch noch weit mehr als die Hälfte der erforderlichen Mittel.

"Ein Zuschussantrag beim Niedersächsischen Investitionsprogramm für kleine Kultureinrichtungen war leider nicht erfolgreich", sagt Geuter. "Wir müssen die vorgesehenen Maßnahmen deshalb jetzt Schritt für Schritt umsetzen." Womit es losgeht, will der Verein bis März entscheiden, parallel dazu soll versucht werden, weitere Fördermittel einzuwerben. Ziel ist auf jeden Fall, noch in diesem Jahr die Scheune für erste Veranstaltungen zu öffnen.

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