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Marienschüler laufen mit Autor Arno Strobel zugunsten des Weißen Rings

Ziel ist eine symbolische Weltumrundung. Von den 40.000 Kilometern wurden bereits über 30.000 gespendet, also über Teilnehmer erlaufen. Bislang steht die Spendensumme bei über 5000 Euro.

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Der Sportplatz als Sammelplatz (von links): Harald Nienaber (Weißer Ring), Autor Arno Strobel, Luisa Ostendorf, Schulleiterin Simone Hegger-Flatken, Inken Fahlbusch, Emily Irmer und Organisatorin Frauke Gerdes.   Foto: Heinzel

Der Sportplatz als Sammelplatz (von links): Harald Nienaber (Weißer Ring), Autor Arno Strobel, Luisa Ostendorf, Schulleiterin Simone Hegger-Flatken, Inken Fahlbusch, Emily Irmer und Organisatorin Frauke Gerdes.   Foto: Heinzel

Luisa Ostendorf, Inken Fahlbusch und Emily Irmer gehen gemeinsam in die 10b der Marienschule in Cloppenburg. Die Freundinnen sind jetzt mit rund 300 Mitschülern über 5 Kilometer durch die Soestestadt gelaufen. Alle 11 Klassen der Jahrgänge 8, 9 und 10 waren unterwegs. Anlass war der Besuch des Autors Arno Strobel, der den „Sharing - Spenden-Walk“ ins Leben gerufen hat und noch bis zum 9. Oktober solche „Open-Air-Etappen“ zugunsten des Opferhilfevereins Weißer Ring unternimmt. „Ich finde, es ist eine voll coole Sache und es ist für einen guten Zweck“, sagt Luisa Ostendorf. „Ohne so ein Event würde weniger Geld zusammenkommen“, ergänzt Inken Fahlbusch und fährt fort: „Für uns ist es kein großer Aufwand, aber es kommt viel dabei heraus.“

Bislang sind 33.225 Kilometer und eine Spendensumme von 5295 Euro für Opfer krimineller Gewalt zusammengekommen (Stand Donnerstag, 17 Uhr). Ziel ist es, symbolisch einmal um die ganze Welt zu laufen, also etwa 40.000 Kilometer. Ursprünglich waren als Ziel 500 Kilometer ausgegeben, das war nach 48 Stunden erreicht. Dann wurde die Kilometerzahl erhöht, die 5000 wurden nach 5 Tagen erreicht, 10.000 nach 2 Wochen, und nun heißt es: einmal um die Welt. Die Marienschüler haben diese Kilometerzahl noch einmal vorangetrieben, aber nicht nur das, sie haben sich für ihre Beteiligung an der „Open-Air-Etappe“ Sponsoren gesucht. Diese Sponsorengelder fließen ebenfalls an den Weißen Ring. Bei Luisa war es die Mutter, bei Emily der Vater und bei Inken die Großeltern, die den Spendenzweck unterstützen.

Sponsoren zu finden ist nicht leicht

Neben dieser Cloppenburger Aktion werden generell Sponsoren gesucht, die sich an der Spendensumme für den „Sharing-Spenden-Walk“ beteiligen. Je mehr Menschen oder Firmen sich bereiterklären, zu spenden, desto höher ist die Summe beim Erreichen des Zieles. Arno Strobel stellt aber fest, dass es schwierig sei, Sponsoren zu finden – diese Schwierigkeiten habe man etwas unterschätzt. Er selbst spendet aktuell 2000 Euro, werde diese Summe aber bei 40.000 Kilometer auf 4000 Euro erhöhen.

Luisa Ostendorf, Inken Fahlbusch und Emily Irmer (v.l.) haben sich Sponsoren für ihre Teilnahme am Spenden-Walk gesucht, um die Spendensumme für den Weißen Ring zu erhöhen.
Foto: Heinzel
Thrillerautor Arno Strobel konnte im Vorfeld den einen oder anderen Autogrammwunsch erfüllen. Eine Lesung seines neuesten Buches Sharing - Anlass der Spendenaktion - konnte er nicht abhalten.
Foto: Heinzel
Frauke Gerdes und Arno Strobel samt Freundin Nina Puschmann gingen vorneweg.
Foto: Heinzel
Gut gelaunt machten sich rund 300 Schüler auf den 5-Kilometer langen Weg.
Foto: Heinzel
10 Polizisten waren im Einsatz um den etwa anderthalbstündigen Lauf abzusichern. 
Foto: Heinzel

Hintergrund der deutschlandweiten Aktion ist, dass Arno Strobel „zu jedem neuen Buch eine Kampagne“ startet. Sein neuestes Werk heißt „Sharing“ und ist eben erschienen. Und dieses Mal entschied er sich, eine Kampagne zugunsten des Weißen Rings zu organisieren. Durch die Themen seiner Bücher und die Recherchen dafür habe er sehr viel mit Kriminalbeamten und auch mit der Arbeit des Weißen Rings zu tun. Der gemeinnützige Verein unterstützt Kriminalitätsopfer und ist präventiv zur Verhinderung von Straftaten tätig. „Das Problem ist, dass der Fokus zu sehr auf den Tätern liegt“, sagt Arno Strobel über die aktuelle gesellschaftliche Situation, „für Opfer ist kein Geld da“. Diese würden meist im Regen stehen gelassen - und da setze die Arbeit des Weißen Rings an.

Der Verein helfe Opfern von Straftaten beispielsweise durch eine emotionale Unterstützung, die Begleitung bei Gängen zu Behörden und Gerichten, finanzielle Beihilfen bei Bestattungskosten und Erholungsmaßnahmen oder er vermittelt weiterführende Hilfen. „Es ist wichtig, auf diese Arbeit aufmerksam zu machen“, konstatiert Arno Strobel. Es sei ihm ein Herzensanliegen den Weißen Ring zu unterstützen.

Ehrenamtliche betreuen mehr als 100 Fälle

Harald Nienaber ist Außenstellenleiter des Weißen Rings für den Landkreis Cloppenburg. Er betreut mit insgesamt 7 Ehrenamtlichen derzeit über 100 Fälle im Landkreis. Diese Art von Öffentlichkeitsarbeit sei für den bundesweit organisierten Verein enorm wichtig und nach solchen Events sei auch eine erhöhte Spendenbereitschaft festzustellen.

Die Aktion in Cloppenburg kam über Frauke Gerdes zustande. Die Lehrerin an der Marienschule hatte über die Sozialen Medien von den Spenden-Walks erfahren und Arno Strobel einfach angeschrieben. Die 38-Jährige stieß mit ihrer Idee auf offene Ohren und so entschied Arno Strobel zwischen den Lesungen in Kassel und Hannover einen Zwischenstop in Cloppenburg einzulegen. Die Aktion wurde zudem im Unterricht vorbereitet.

„So etwas kann jedem passieren“, sagt Inken Fahlbusch, „und dann wünscht man sich eine solche Organisation.“ Es sei wichtig, auf die Arbeit dieses Opferhilfevereins aufmerksam zu machen, meint Luisa Ostendorf. Die 3 Schülerinnen haben für sich bereits mitgenommen, mehr auf ihr Umfeld und seine Verhaltensweisen achten zu wollen. Rein rechnerisch sei nämlich in jeder Klasse eine Person bereits Opfer von Gewalt geworden, so Frauke Gerdes. „Wir haben etwas losgetreten, auch in den Köpfen der Kinder.“

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