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Marienschule Oythe soll für zwei Jahre umziehen

Die Vechtaer Stadtverwaltung beabsichtigt während der Bauphase eine Verlagerung des Unterrichts in die Liobaschule. Gegen eine Containerlösung sprechen die hohen Kosten.

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Die Marienschule Oythe befindet sich auf dem Weg zur Dreizügigkeit. An der Notwendigkeit einer räumlichen Erweiterung bestehen keine Zweifel. Die Bauphase dürfte jedoch zur Herausforderung für Schüler und Lehrer werden. Foto: Speckmann

Die Marienschule Oythe befindet sich auf dem Weg zur Dreizügigkeit. An der Notwendigkeit einer räumlichen Erweiterung bestehen keine Zweifel. Die Bauphase dürfte jedoch zur Herausforderung für Schüler und Lehrer werden. Foto: Speckmann

Die Marienschule Oythe soll im kommenden Sommer mehrere Container bekommen, um zusätzliche Klassen unterbringen zu können. Dabei handelt es sich aber nur um eine Übergangslösung auf dem Weg zur Dreizügigkeit. Im Rahmen der Schulerweiterung verfolgt die Stadt Vechta einen anderen Plan. Statt während der Bauphase auf weitere Container auszuweichen, ist ein vorübergehender Umzug in die Liobaschule beabsichtigt. Das teilt die Verwaltung am Dienstag auf Anfrage von OM-Online mit.

Die Stadtverwaltung hat im Austausch mit Planungsbüro und Schulvertretern ein Konzept entwickelt, wie die Erweiterung der Grundschule umgesetzt werden soll. Ein Umbau im laufenden Betrieb soll nicht realisierbar sein, weil während der rund 2-jährigen Bauzeit ein Großteil des hinteren Gebäudeteils abgerissen werden muss. Die Kinder müssen also anderweitig untergebracht werden.

„Die Verwaltung hat verschiedene Möglichkeiten geprüft: einen Umzug sowie zwei Varianten mit Containeranlagen an zwei verschiedenen Standorten“, berichtet Pressesprecher Volker Kläne. Das Hauptargument in der Entscheidungsfindung seien die Kosten. Eine Containerlösung würde für die Dauer von 2 Jahren bei mindestens 2 Millionen Euro liegen und somit deutlich teurer als die Nutzung der Liobaschule sein.

„Alle Klassen der Marienschule Oythe könnten am Übergangsstandort problemlos untergebracht werden.“Volker Kläne, Pressesprecher der Stadt Vechta

Zurzeit sind unter dem Dach der Liobaschule noch die Kinder der Martin-Luther-Schule und der Alexanderschule untergebracht. Deren Gebäude werden bekanntlich seit dem vergangenen Sommer saniert und erweitert. Eine Rückkehr an die alten Standorte ist für den kommenden Winter vorgesehen, sodass die Kapazitäten zum Schuljahr 2023/2024 zur Verfügung stünden, also rechtzeitig zum anvisierten Baubeginn in Oythe.

„Alle Klassen der Marienschule Oythe könnten am Übergangsstandort problemlos untergebracht werden“, erläutert der Pressesprecher. Neben den ausreichenden Unterrichts- und Fachräumen könnten die Grundschüler den nahe gelegenen Sportplatz der Universität mit Leichtathletikanlagen sowie die Sporthallen der benachbarten Geschwister-Scholl-Oberschule sowie die Schwimmhalle nutzen.

Busse sollen Kinder jeden Tag befördern

Nach Angaben der Verwaltung würden sich die Gesamtkosten für den Umzug an die Antoniusstraße inklusive des Betriebs eines Toilettencontainers auf etwa 60.000 Euro belaufen. Hinzu kämen rund 220.000 Euro für die Busverbindung. Dafür würde voraussichtlich der nach dem Niedersächsischen Schulgesetz für die Schülerbeförderung zuständige Landkreis Vechta aufkommen.

Nach derzeitigem Planungsstand sollen jeden Morgen Busse für die mehr als 200 Kinder vor der Grundschule und auf dem Parkplatz an der Einmündung Oythe/Im Kühl bereitstehen. Sie bringen die Kinder zur Bushaltestelle am Übergangsstandort. Am Mittag und Nachmittag fahren die Busse – entsprechend des Unterrichtsplans und Ganztagsbetriebs – wieder zurück nach Oythe.

Als Alternative für den Umzug hat die Verwaltung den Aufbau einer Containeranlage auf dem angrenzenden Sportplatz am Oyther Berg sowie an der Hasenweide in Betracht gezogen, ist davon aber vor allem aus finanziellen Gründen abgerückt. Einzelheiten zu dem Abwägungsprozess will die Verwaltung im Schulausschuss am 20. April (Mittwoch) erläutern. Dann soll die Politik auch einen Beschluss über die Durchführung der Baumaßnahme fassen.

Verwaltung darf über Umzug selbst entscheiden

Die Entscheidung für den Umzug darf die Stadtverwaltung selbst treffen. Darauf hat Bürgermeister Kristian Kater (SPD) am Montagabend in der Ratssitzung auf Anfrage der CDU-Fraktion hingewiesen. Die Deckung des Raumbedarfs in städtischen Schulen sei ein Geschäft der laufenden Verwaltung, wenn bereits ausreichend Räume vorhanden seien. Ein politischer Beschluss wäre nötig, wenn zusätzliche Räume beschafft werden müssten und sich die Kosten nicht mehr im Rahmen der üblichen Bauunterhaltung bewegten.

Die Politik könnte theoretisch eine Containerlösung beantragen, sodass die Grundschüler während der Bauphase in Oythe blieben. Für die CDU kommt eine solche Lösung aber aus Kostengründen nicht in Betracht, wie Fraktionschef Thomas Frilling auf Anfrage erklärt: „Es gibt aus meiner Sicht keinen vernünftigen Grund, ein Containerdorf für mehr als 2 Millionen Euro aufzubauen, wenn eine andere Schule frei ist.“

Schaffhausen: Für und Wider beider Lösungen sei abzuwägen

Der CDU-Vertreter bezweifelt zudem, dass es für den Aufbau von Containern eine politische Mehrheit im Stadtrat geben würde. Auch die SPD sieht eine solche Lösung kritisch, will sich zum jetzigen Zeitpunkt aber offenbar noch nicht auf eine Variante festlegen. „Wir haben Bauchschmerzen bei so hohen Kosten, aber wir gehen ergebnisoffen in die Debatte", erklärt Fraktionsvorsitzender Sam Schaffhausen.

Das Für und Wider beider Lösungen sei abzuwägen, so Schaffhausen weiter. Es müsse eine störungsfreie Beschulung möglich sein. Im Falle eines vorübergehenden Umzugs müsse die Beförderung geregelt sein, für die Eltern dürften hier keine Mehrkosten entstehen. Ganz wichtig sei es bei der Entscheidung, Rücksprache mit dem Lehrerkollegium zu halten und vor allem auch die Eltern mitzunehmen.

„Wenn man etwas Neues haben will, muss man Kompromisse machen.“Ulrike Binder, Leiterin der Marienschule Oythe

"Das Kollegium würde einem Umzug positiv gegenüberstehen“, teilt Schulleiterin Ulrike Binder am Dienstag auf Anfrage mit. Sie weist darauf hin, dass eine Containerlösung neben hohen Kosten auch mit Baulärm verbunden wäre. Die Liobaschule biete sehr viel Platz, wenngleich die Beförderung eine Herausforderung werde. „Wenn man etwas Neues haben will, muss man Kompromisse machen“, sagt die Schulleiterin.

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